Wir leben im Social Media-Zeitalter. Kein Wunder also, dass Plattformen wie Instagram unser Konsumverhalten verändern – egal ob es sich dabei um Mode, Beauty, Food oder eben auch das Reisen handelt. Wenn man sich die perfekten Urlaubsbilder der Influencer in dem sozialen Netzwerk ansieht, bekommt man einfach sofort Fernweh. Doch wie hat sich unser Reiseverhalten wirklich durch Instagram verändert?

Instagram als Inspirationsquelle

Schaut man sich Tag für Tag seinen Feed auf Instagram an, bekommt man zwangsläufig oft Lust auf Reisen. Schließlich scheint es so, als ob die Social Influencer ständig im Urlaub sind und nichts anderes tun, als an malerischen Orten wunderschöne Fotos zu schießen. Orte, die sonst vielleicht unentdeckt bleiben würden, werden in Szene gesetzt. Viele User lassen sich so inspirieren und suchen ihr nächstes Urlaubsziel aus der Menge der Insta-Bilder aus: Insgesamt werden jeden Tag um die 95 Millionen Bilder von den über eine Milliarde Nutzern auf Instagram hochgeladen. Viele dieser Menschen wollen vom Alltagsstress entfliehen und entdecken durch die verschiedenen Accounts die Welt.

Einer der beliebtesten Travel Accounts ist National Geographic mit stolzen 100 Millionen Followern. Der Account erlaubt es den Abonnenten, die Welt durch die Augen ihrer Fotografen zu entdecken. So werden natürlich auch Sehnsüchte geweckt und die Menschen suchen sich anhand der Bilder ihr nächstes Urlaubsabenteuer aus. Laut „Facebook for Business“ benutzen ganze 60 Prozent der Millenials Instagram als Inspirationsquelle für Reisen.

Touristifizierung schöner Orte

Viele User besuchen die berühmten Reiseziele aus einem Grund: Sie wollen das perfekte Insta-Foto schießen. Laut einer Studie suchen sich 40 Prozent der Instagram User ihr nächstes Reiseziel anhand der „Instagrambarkeit“ aus. Das bedeutet: Sie fahren an beliebte Orte, um dort ein Foto zu schießen, das sie dann selbst wiederum auf der Plattform posten – und neue Instagramer inspiert. Ein ewiger Kreis!

Die bekanntesten dieser Orte sind unter anderem: Die „Wings Wall“ in der Melrose Avenue in L.A., der Heißluftballon-Schauplatz in Kappadokien, die Aussicht auf die weißen Häuser von Santorini oder die Brücke von Mostar in Bosnien.

Wegen der Touristenhorden bekommen jetzt viele kleine Orte Probleme: Auch wenn der Tourismus boomt und dadurch viel Geld einspielt, haben besonders kleine Städte oft keine Kapazitäten für solche Menschenmassen.

Bestes Beispiel für dieses Phänomen: Das „Blue Boat House“ in Perth (Australien) ist über die Jahre zum Top-Instagram-Spot avanciert. Jetzt musste die Stadtverwaltung handeln, um ein Problem zu lösen. Denn ganze Reisebusse sind zu dem Häuschen in Australien getuckert, doch die nächste öffentliche Toilette ist 2,5 Kilometer entfernt. Der Instagram-Hype um das blaue Bootshaus führte nun dazu, dass der Stadtrat die Errichtung einer öffentlichen Toilette beschloss. Kostenpunkt waren umgerechnet rund 245.000 Euro, zuzüglich jährlicher Betriebskosten in Höhe von gut 12.000 Euro!

Fazit

Instagram eröffnet viele Möglichkeiten, um die Welt zu erkunden. Die unzähligen Fotos, die jeden Tag geteilt werden, eignen sich perfekt als Inspirationsquelle. Doch eines sollte man nicht vergessen: Oft sind die Bilder inszeniert und zeigen nicht das wahre Bild, das sich vor Ort bietet. Man sollte sich also von den oft bezahlten Kooperationsbildern nicht unbedingt beeinflussen lassen und lieber noch einmal Recherche auf anderen Sites betreiben.

#Instagram#reisen