Der Wörthersee also. Den meisten ist der See wohl eher bekannt als Schauplatz für das jährlich stattfindende Treffen aller PS-Jünger von Volkswagen. Immerhin findet in Reifnitz am Wörthersee seit 1982 das jährliche GTI-Treffen, benannt nach der aufgebohrten Variante des VW Golf, statt und so wächst der Ort mittlerweile für jeweils vier Tage um rund 200.000 Besucher. Wer den Gegenentwurf zum proletarischen Auspuffwettkampf haben möchte, der begibt sich wenige Kilometer weiter an das Westufer und checkt im Falkensteiner Schlosshotel in Velden ein.

Das um 1600 erbaute Schloss war die ersten Jahrhunderte eine repräsentative Liegenschaft für Familienfeste und die opulente Einkehr des Adels, wurde später durch einen Brand stark beschädigt und diente fortan nur noch als Gästehaus und Poststation. Um 1900 begann dann die Wandlung vom Schloss zum Schlosshotel und somit die neuere Geschichte. Einige wechselnde Besitzer, von einem Wiener Porzellanfabrikanten über (Achtung!) Gunter Sachs bis hin zu einer US-amerikanischen Hotelgruppe versuchten sich viele an dem Objekt, bis es schließlich im Jahr 2003 zurück in österreichische Hände ging und aufwändig umgebaut wurde.

Und so beginnt die Geschichte vom Falkensteiner Schlosshotel Velden. Der heutige Hotelbetrieb hat mit den ursprünglichen Konzepten und Ausprägungen außer der gemeinsamen Bausubstanz nur noch wenig zu tun. Die Schlossanlage wurde aufwändig überarbeitet und bietet nun neben diversen Neubauten und Residenzen auch eine 3.600m² große Spa-Landschaft. Dieses Areal ist für alle nach Entschleunigung suchenden Gäste das Herz der Anlage. So hat man neben Innen- und Außenpool die Wahl zwischen Infrarotkabine, Dampfbad, Bio- und Finnischer Sauna einen eigenen gastronomischen Bereich im Spa sowie ein auf luxuriöse Wellnessmomente ausgerichtetes Spa-Menü. Der Acquapura Spa bietet dabei nicht nur Massagen, sondern auch persönliche Beratungen, Personal Coachings sowie Yoga-Retreats und Anwendungen für die Seele. Für alle, die das Wochenende romantisch und dabei einige Stunden zu Zweit verbringen wollen, gibt es die exklusiven Spa-Suiten mit eigenem Dampfbad, Himmelbetten oder Whirlpool.

Das in Summe vier Hektar große Areal verfügt neben dem alten Schloss im Stil der Neorenaissance über moderne architektonische Kuben, die stark an Bauhaus angelehnt sind und mit viel Glas, offenen Räumen und exklusiver Einrichtung daherkommen. So mag das auf den ersten Blick wie ein Bruch wirken, doch fügt sich bei längerer Betrachtung alles in ein sehr schönes und harmonisches Ensemble, direkt am See gelegen und versehen mit dem prestigeträchtigen Siegel von „Leading Hotels of the World“. Diese kleine, elitäre Gruppe von nicht einmal 400 Hotels auf der Welt ist eines der führenden Siegel für die Tophotellerie und der unabdingbare Beweis, das wir das GTI-Treffer hinter uns gelassen haben, um – ganz gleich ob für eine Nacht oder eine Woche – in ein Refugium von Ruhe und Geborgenheit zu gelangen.

 

Wer nicht nur schön nächtigen und relaxen, sondern auch Essen möchte, dem seien die verschiedenen Bars- und Restaurants im, beziehungswiese um das, Haus ans Herz gelegt. Gefrühstückt wird direkt im Haus und mit Blick auf den See in einem der kubistischen Neubauten und an einem Buffett, das in näherer Umgebung sicherlich seinesgleichen sucht. Am Abend hingegen gibt es, wenn man den Roomservice mit 5* Standard ausklammert, zwei Optionen: Die erste wäre das locker und modern gehaltene Restaurant Seespitz, direkt am Wasser und neben dem hauseigenen Beachclub (Mai bis September) gelegen. Die zweite, mit zwei Hauben prämiert, ist das Restaurant Schlossstern unter der der kulinarischen Leitung von Thomas Gruber und sicherlich eines der besten und elegantesten Restaurants im Land. 94 Punkte beim Falstaff-Guide, 16 Punkte und 2 Hauben im Gault Millau sowie eine sehr produktfokussierte und regionale Idee von Genuss geben hier den Takt vor. Für den Absacker am Abend empfiehlt sich die Schlossbar, welche mit klassischer American Bar und edlen Tropfen für den Abschluss aufwartet.

„Doch, dann verbringen wir einfach mehr Zeit im Hotel und genießen die Zeit hier“

Einen Wehmutstropfen gibt es, und der sei nicht unerwähnt: Der Ort Velden an sich. Das Falkensteiner Schlosshotel ist der absolute Solitär in einem Ort, der an vielen Ecken ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirkt. Das mag vielleicht an der Nähe zur slowenischen Grenze liegen, wird jedoch dem Panorama des wunderschönen Wörthersees, der Eleganz des Hauses und dem Niveau der Kulinarik allerdings nicht ganz gerecht. „Doch, dann verbringen wir einfach mehr Zeit im Hotel und genießen die Zeit hier“, denkt sich der Autor, klappt den Laptop zu und genießt den Blick auf den See. Wohl gebettet zwischen historischer Grandezza und moderner Architektur.

#deutschland#hotel#Hotels of the world; Luxus#Wörthersee