Weiter geht es mit meiner kleinen eigenen Serie, der Übernachtungen in Hotels in der eigenen Stadt. Und ja, Garching ist nicht München, aber immerhin nah dran. Fun Fact über Garching: Vor 5 Jahren bestand die Stadt praktisch genau aus 3 Dingen: Der Universität, 2 Autobahnausfahrten und Acker. Heute siedeln sich dort nicht nur eine Menge Menschen an, die bezahlbaren Wohnraum für Kind und Kegel suchen, sondern auch einige große Firmen haben dort ihr Plätzchen gefunden. Und seit gut 2 Jahren nun eben auch das Soulmade Hotel.

Immer wieder lief uns das Soulmade Hotel schon über den Weg. Nicht weil wir in Garching ein Business -Hotel bräuchten, sondern weil uns auf Facebook immer wieder die ein oder andere Veranstaltung schmackhaft gemacht wurde. Couch-Konzerte, Cooking-Concierge Abende…wir wurden neugierig. Also: auf nach Garching!

Mitten in einem Wohngebiet, halten wir am Soulmade Hotel. Soulmade…so so. Klingt erstmal ein bisschen esotherisch, aber bevor wir unseren Vorurteilen Raum geben, erst einmal herein in die gute Stube. Wir durchschreiten die Eingangstür und stehen praktisch und gefühlt direkt im Wohnzimmer. Wir werden freudig begrüßt, als hätten wir uns schon öfter gesehen. Eine wirkliche Rezeption gibt es nicht.  Einchecken wird Einem hier trotzdem einfach gemacht: über Terminals den vorher zugeschickten Code, Email-Adresse und Kontaktdaten eingeben, Chipkarte auf Sensor und fertig. Bevor wir jedoch auf unser Zimmer gehen, bleiben wir erst noch einmal ein bisschen im Wohnzimmer stehen, das passenderweise „Living Room“ heißt. Couchen, Tische, Sofaecken, ein riesiger Kamin und dazu meterlange Regale voller Bücher. Um genau zu sein: über 12.000 Bücher findet man im ganzen Hotel! Und alle sind gebraucht und bringen damit ein Stückchen Geschichte mit.

Wer von euch beruflich schon einmal viel Reisen musste kennt das Gefühl: schon wieder ein Hotel, schon wieder irgendwie ungemütlich auf dem Zimmer eingekeilt, anonymes Ambiente und die immer wiederkehrende Frage, wenn man nachts um 10 irgendwo vom Flughafen ankommt: Wo bekomme ich jetzt noch etwas zu essen her? Und alle, die einen beneiden, weil man ja so viel beruflich reisen „darf“, belächelt man nur kurz. Wenn ihr wüsstet…
Und genau das war es, was Thomas Schlereth, Hotelinhaber und Erdenker des Soulmade-Konzeptes im Kopf hatte. Ankommen. Ausatmen. Sich zu Hause wohl fühlen. Auch auf Business Reisen. Oder vor Allem da!

Jeder der schon einmal in Hostels geschlafen hat, weiß, dass man dort unheimlich viele Leute kennenlernt und obwohl man sich nicht kennt, irgendwie sehr schnell in Kontakt kommt. So ungefähr ist das im Soulmade. Irgendwie paradox, da man genau das ja eigentlich nicht in einem Business-Hotel erwartet. Also dass Menschen miteinander sprechen!  Man muss dazu vielleicht sagen, dass knapp die Hälfte der Gäste sogenannte Co-Living-Gäste sind. Also Gäste, die länger als einen Monat bleiben. Der andere Teil kommt meist beruflich für die umliegenden Firmen und bleibt für ein paar Nächte. Touristen findet man hier eher wenig.

Im Soulmade Hotel kann man es einfach gut aushalten! Und das meinen wir positiv und mit voller Inbrunst. Die Zimmer sind in Naturmaterialien und  -farben gehalten. Fichte an den Wänden, grober Stoff und samtige Kissen auf der Couch und überall viel Licht. Und das ist entweder indirekt oder kommt durch die großen Fenster in das Zimmer geflossen. Es gibt 2 Kategorien von Zimmern: Einzelzimmer und Suiten und davon insgesamt 139 Stück. Beide Zimmerkategorien haben eine voll ausgestattete Küche mit Kühlschrank, Kochfeld und Dunstabzugshaube eingebaut. Die Suiten haben Koch/Wohnraum und Schlafzimmer/Bad getrennt, während in den Einzelzimmern eben alles ein bisschen zusammenrücken muss, ohne aber überladen zu wirken. Achso und wer keine Lust hat, alleine auf seinem Zimmer zu kochen, der kann auch die offene Küche im Living Room benutzen. Nachbarn tun das übrigens auch manchmal!

Obwohl es tatsächlich nur 20 Minuten mit der U6 zum Isartor sind. Für Berliner vermutlich ein Katzensprung, für die Münchener hat man damit quasi einmal die Stadt durchquert.

Das spannende dabei ist, dass alle Zimmer im Modulbau angefertig worden sind und praktisch alle gleichzeitig produziert und dann in den Rohbau eingebaut wurden. Warum so viel Holz und warum Modulbau? Könnte daran liegen, dass Inhaber Schlereth Architekt und Liebhaber des Materials Holz ist? Garching war soszuagen der Prototyp, aber das war eben nur der Anfang. Skandinavien soll der nächste Stopp sein, lässt uns Schlereth wissen. Und wer jetzt schreit, ohje und die ganzen Bäume…? Den können wir irgendwie beruhigen. Für 1.000 Bäume die gefällt wurden um die Zimmer einzurichten, wurden 2.000 Bäume mit der Hilfe der Organsisation Plant for a Planet wieder eingepflanzt. Außerdem besitzt jeder Mitarbeiter 24 Bäume um den Co2-Verbrauch seines Arbeitsweges zu kompensieren. Man merkt überall und an vielen Details, dass Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt, aber niemandem plakativ ins Gesicht gehalten werden muss. Nachhaltigkeit muss gelebt werden. Und zwar aus Überzeugung.

Aber noch einmal kurz zurück zur Ausstattung: Zusätzlich gibt es im Haus einen Fitnessraum, einen Waschraum (für Gäste gilt: Waschen inklusive – nix mit 5€ on top für einen Waschgang) und einen großen Garten mit Terrasse. Und wenn Einen Abends noch einmal der kleine Hunger packt, hat der hauseigene Shop nicht nur Süßes und Flüssiges, sondern auch Suppen, Eis und Brotaufstrich im Sortiment. Achso und Zahnbürste, Q-Tips und Rasierer auch. Tip Top ausgestattet eben!

An dem Abend, an dem wir ins Soulmade einzogen sind, fand im Living Room ein sogenanntes Couch-Konzert statt. Um das nur als eins von vielen, sich wiederholenden Events zu nennen. Das Wohnzimmer war auf jeden Fall proppe-voll, die Leute aus dem umliegenden Viertel auch dabei! Drinks, gute Musik und das Gefühl bei Freunden zu Gast zu sein. Was will man mehr? Manchmal ist „anders“ eben doch ganz schön bezaubernd!

Info

SOULMADE
Mühlfeldweg 46
85748 Garching bei München

089 2441550
hello@soulmadhotels.com
www.soulmadehotels.com

SOULMADE

Mühlfeldweg 46, Garching bei München, Deutschland

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