Richard und Max sind Weinliebhaber aus Leidenschaft. Auf der Suche nach einer Location, in der sie ihrem genussvollen Hobby in geselliger Runde nachgehen können, blieben sie im Regen stehen. Die einzige Lösung: Sie sorgen selbst dafür, dass München um einen Wein-Hotspot reicher wird. Gesagt, getan eröffneten die Jungs im Juni 2020 das „Wineslingers“ in Haidhausen. Das Prinzip: ein Abend mit jungen Winzern, regionalen Genüssen und Insights vom Weinberg. Wir waren dabei – und kommen gerne wieder.

Mittwoch-Abend, Milchstraße 10. Die Straße vor einer gemütlichen Weinbar füllt sich langsam mit motivierten Jungs und Mädels, die sich angeregt mit Weingläsern in der Hand über die Liebe und das Leben austauschen. In der Mitte zwei Jungs mit schwarzen T-Shirts, die die Gläser mit prickelndem Rosé füllen. Die zwei Jungs, das sind Richard und Max, die Inhaber der „Wineslingers“. Richard hat einen Hintergrund in der Gastro, Max arbeitet bei BMW. Was die beiden verbindet, ist ihre Leidenschaft für gute Tropfen. Und an dieser lassen sie alle Münchner Interessenten seit einigen Monaten teilhaben. Das Konzept: Easy Abende, bei denen sich alles um Wein und Genuss dreht. Damit es nicht langweilig wird, steht jeder Abend unter einem kreativen Motto. Von Naturweinen über regionale Besonderheiten bis hin zu saisonalen Highlights ist alles mit dabei. Passend zum Sommer-Finale haben wir uns das Motto „Balkonien: Weine für Isar, Grillen und Picknick“ ausgesucht – und für gut befunden.

 

Dass es bei den Wineslingers in erster Linie um Wein geht, ist unschwer am gigantischen Weinregal zu erkennen. Und auch wenn uns die Sorten durchaus bekannt vorkommen, dürften die Namen der Winzer selbst für Kenner eine Überraschung bereithalten. Genau diese wollen Richard und Max auch mit den Wineslingers bieten. Um die besten aller deutschen Weine zu finden, haben sich die beiden für einige Monate aus dem Staub und auf eine Tour durch Deutschlands beste Weinregionen gemacht. Ihr Ziel: Die besten jungen Winzer und deren Kreationen ausfindig machen. Durch über 400 Weine, so erklärt uns Max, haben sich die beiden auf ihrer Reise probiert. Die besten Tropfen, 90 an der Zahl, präsentieren sie nun voller Stolz und voller Leidenschaft bei ihren Weinproben in München, die sowohl für einen romantischen Abend zu zweit als auch einen feucht-fröhlichen in der Gruppe einen hervorragenden Rahmen bieten.

 

Der Abend bei den Wineslingers beginnt mit einer kurzen Intro in die Bar und das Konzept des Abends. Da wir uns mit dem Thema Balkonien beschäftigen, so verrät uns Max, erwarten uns leichte Weine, die Lust auf Sommer machen. Von eher experimentellen Naturweinen bis klassischen Weißweinen sei alles mit dabei. Na dann: Lasset die Gläser erklingen! Den Auftakt macht ein Weißburgunder aus Rheinhessen. Schöpferin Juliane hat sich nicht nur durch ihre Kreation mit Joko und Klaas einen Namen gemacht: Die junge Winzerin hat sich dank ihrer modernen Interpretation des klassischen Handwerks als eine echte Größe in der Branche etabliert. Nach dem Test des „Juwelier“ können wir dies gut nachvollziehen. Der Auftakt wäre damit gelungen!

„Wein soll einfach Bock machen“

Weiter geht es mit einer Scheurebe aus Franken. Der herbe Weißwein, der Anfang- / Mitte des 20. Jahrhunderts einen eher unschönen Ruf als „Säumling 88“ inne hatte, ist einer, der durchaus polarisiert. Gleiches gilt für Wein Nummer 3: Einen Naturwein, den Richard vorsichtig als „experimentellen Tropfen“ anteasert. „Be open minded“ mahnt uns der Experte – zu Recht. Der orange Wein ist durchaus ein neues Erlebnis für den Gaumen. Doch auch der Gedanke an den folgenden Tag macht dieses Erlebnis bezahlt. Frei von Schwefel, Zusätzen und sonstigen schädlichen Elementen bleibt beim Naturwein-Genuss nämlich der morgendliche Kater aus. Auf den Naturwein folgt ein weiterer Tropfen, der für eine echte Offenbarung im Glas sorgt. Würdet ihr auf die Idee kommen, Rot- und Weißwein zu mischen? Wir nicht – bis der Rotling aus dem Würmstal uns vom Gegenteil überzeugt hat. Der Cuvée aus der roten Domina-Traube und der weißen Bachus-Traube hat uns vom ersten Schluck an überzeugt und bleibt auch bis zum Ende unser Favorit.

 

Mit dem Rotling haben Max und Richard den Übergang vom Weiß- zum Rotweingenuss sanft, aber bestimmt eingeleitet. Zum Finale grüßte somit ein relativ klassischer Merlot mit deutlicher Fruchtnote von Alois Käfer aus dem Glas, gefolgt von einem 2014er Spätburgunder aus Rheinhessen, der mit marmeladigen Tönen und der Barrique-Note glänzte. Für Richard und Max sind unter anderem diese beiden Weine der Beweis, dass Deutschland auch Rotwein kann – wenn auch das Regal bei den Wineslingers ganz deutlich zeigt, wo die Stärken der Republik liegen. Nach 9 Weinen, begleitet von herzhaften Schmankerl aus der Region und dem ein oder anderen Weinfakt, würden wir sagen: Das Experiment chillige Weinbar mit ultimativem Genussfaktor und Aha-Effekt geht auf. Wir haben nicht nur super leckere Weine probiert, sondern vor allem die deutsche Winzerkultur aus einem völlig neuen Licht kennengelernt.

 

Wenn ihr Lust auf ein Weinerlebnis fernab vom Mainstream habt: Sucht euch ein passendes Motto, stattet den Wineslingers einen Besuch ab und lasst euch von Richard und Max in die Geheimnisse der jungen Winzer Deutschlands entführen. Bis zum Herbst liegt der Fokus noch auf Deutschland. Doch sobald die beiden ihre Tour durchs Friaul gemeistert haben, lassen die Winesligners auch in der Milchstraße in München ein bisschen mehr Dolce Vita einkehren. In diesem Sinne: Prost und bis zum nächsten Mal!

Info

Wineslingers

Milchstraße 10

81667 München

Telefon: 089 / 24 59 76 52

E-Mail: info@wineslingers.de

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