Pralinen aus den Händen von Kristiane Kegelmann haben eine ganz besondere Aura und Ästhetik, die sie umgibt. Vielleicht liegt das an der kunstvollen Kristiane, die sie erschafft oder an ihren speziellen Formen, an Handarbeit in ganzer Perfektion oder einfach an meiner Liebe für schöne und besondere Dinge?

So leicht lässt sich die Sache auf jeden Fall nicht lösen, deswegen schleppen wir euch heute mit in ein kleines Labor in Kreuzberg und haken bei Kristiane und der zweiten Frau hinter pars Pralinen Övgü, nach und erfahren mehr.

Es ist ein Montagnachmittag in Berlin, der Sommer hat beschlossen doch noch einmal zurückzukommen und so schlendere ich unweit von meinem Zuhause durch Kreuzberg in Richtung der Pars Pralinen, die im Moment auf meinem Instagram Feed einfach allgegenwärtig sind. Ich treffe Kristiane und Övgü in ihrer aktuellen Werkstatt, in der Kristiane alle Pralinen von Hand fertigt und das ist eine Kunst für sich, wie wir im Verlauf des Gesprächs feststellen:

 

Die Schokolade muss perfekt temperiert werden, anschließend werden Hohlkörper gegossen, diese gefüllt, geschlossen und dann von Hand bemalt, poliert und besprüht. Unvorstellbar, was das für eine Kleinarbeit ist und wie präzise jeder Arbeitsschritt sitzen muss, damit die Schokokunstwerke am Ende wirklich pars Pralinen sein dürfen, denn diese haben eine ganz besondere Optik:

Sind sie doch eher wie Edelsteine, mal roh und ungeschliffen in ihrer Form, ein anderes Mal perfekt poliert und wie Diamanten sitzen sie einzeln in ihren Fächer der Pralinenschachtel. Kristiane macht hier nicht nur Schokoladenpralinen, nein sie macht wahre Kunst. Vielleicht liegt das auch an ihrem Background, wie wir jetzt einfach mal sagen, denn sie hat zwar in München einen Meister der Konditorei gemacht, aber schon schnell danach, hat sie die Kunst und vor allem das Produzieren der solchen nicht mehr richtig losgelassen.

Am Anfang, erzählt Kristiane, habe sie viel mit Essen gearbeitet und natürlich habe sie auch schon während ihrer Konditorinnen-Zeit Pralinen gemacht, aber mit der Zeit hatte sie sich dann erst mal mehr auf die Kunst fokussiert. Als es ihr dann nicht mehr gefiehl mit Essen in ihrer Kunst zu experimentieren, weil ihr der Gedanke der Nachhaltigkeit immer wichtiger und bewusster wurde, orientierte sie sich kurzer Hand neu und um ein bisschen mehr Geld dazu zu verdienen, goss sie die erste pars Praline.

 

Das muss gewissermaßen eine Offenbarung gewesen sein, zumindest ist es meine erste pars Praline für mich: eine optische Bombe von außen, knackig dann, zartschmelzend und ganz unaufdringlich leicht und fruchtig an meinem Gaumen ein Hauch von Zitronen – wahnsinnig lecker und etwas ganz besonderes.

 

Zu Beginn der Pralinenhistorie hat Kristiane vor allem für Firmenevents Pralinen gegossen. Ich verstehe sofort wieso, denn sie zeigt mir die Einzelverpackung mit einem Dummie drin und es sieht einfach aus wie ein wunderschönes Juwel, das hochgebettet und ganz edel in seiner kleinen Schatulle liegt. Das perfekte Give-away nach einer gelungenen Veranstaltung.

Ich will jetzt nicht schon wieder von Corona anfangen, deswegen nur kurz und knapp: wir alle wissen, dass große Events seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr richtig erlaubt sind, auch wenn da grade wieder mehr und mehr möglich gemacht wird. Trotzdem brachen zu Beginn des Jahres für die kleine Manufaktur alle Einnahmen ein. Das war der Auslöser für das Team von pars Pralinen, auch die Einzelkunden möglichst anzusprechen und ihren Onlineshop, in dem man die Pralinen bestellen kann, mehr zu verbreiten.

Und noch ein weiteres Juwel haben wir der Corona-Sache zu verdanken: es gibt jetzt Nussmus normal und mit Schoko von pars Pralinen!

In Zukunft steht für Kristiane und ihr Team ziemlich viel auf dem Programm: sie wollen raus aus ihrer kleinen Miniküche und rein in einen kleinen Laden mit Küche, in dem man die Pralinen dann auch gleich probieren können soll und wahrscheinlich gibt es dann auch noch ein paar kleine andere Speisen und Cafe oder Wein. Die Sache ist: pars Pralinen sind alle unglaublich raffiniert und von einer großen Könnerin mit ganz viel innovativen Ideen und sehr viel Besonderem gefertigt, aber sie haben eben auch ihren Preis. Sonst kann sich davon leider niemand so richtig finanzieren.

 

Deswegen wäre der Plan auch das kleine Lokal mit einer gewissen Auswahl an Pralinen, die man dann vorab schon mal versuchen kann, bevor man sich eine ganze Schachtel bestellt, denn es gibt durchaus Geschmacksvarianten, unter denen sich viele von euch vielleicht nicht so genau vorstellen können, wie sie schmecken, zum Beispiel: Lavendel und Hopfen oder Fichte!

Richtig cool, endlich probiert mal jemand was neues und mutigeres aus als immer nur Haselnuss praliné, auch wenn die Haselnusspraline definitiv zum Niederknien ist.

 

Ich habe zwei absolute Favoriten: Einmal die Wilder Hopfen & Lavendel Praline, weil der Lavendel einfach ganz bezaubernd schmeckt und man am Anfang skeptisch ist wahrscheinlich und, wie Kristiane sagt (und wir sind uns einig), vielleicht einen Hauch seifigkeit erwartet, man ist leicht angespannt, aber es kommt ganz anders und der Lavendel schmiegt sich perfekt an den Gaumen und am Ende noch eine Spur Hopfen, mit der das Ganze geschmacklich perfektioniert abklingt. Zweiter Favorit oder besser gesagt Favoritin ist die Walnusspraline: erstens ist die Optik bombastisch, wie bei allen eigentlich, aber die gefällt mir besonders gut mit ihrem coolen mintmäßigen Grün und dann ein roter Streifen als würde die Erdoberfläche einreißen und dir diese Praline mit ihrer leicht stückigen Walnussfüllung direkt aus dem Inneren des Erdkerns reichen, denn so fühlt es sich an: Es ist eine einmalige Geschmacksmagie, die mir da zuteil wird, von der ich noch lange in meinen Pralinenträumen begleitet werde, das ist klar.

 

Also wem ich jetzt nochmal empfehlen muss, sich dringend einen vierer Pack pars Pralinen zu bestellen oder mal im KaDeWe vorbeizuschneien und da welche abzustauben, der hat mir wohl nicht richtig zu gehört, oder?

 

 

Pictures by:

Header:  (c) Caroline Prange
Bild 1:     (c) Pujan Shakupa (Stark & Shakupa)
Bild 2:     (c) Jean Graisse & Anna Sourminskaja
Bild 3:     (c) Caroline Prange

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