„Mit Power, Passion und Raffinesse, mit Ehrlichkeit und Liebe zum Detail, bleibt er seinem Motto treu: Geschmack braucht das Land!“. Koch Valentin Vögele! Mit 17 bei Winkler im 3-Sterne Schuppen Residenz in Aschau am Chiemsee seine Kochlehre begonnen und danach zu Frank Oehler’s Erbrinz gewechselt. Mit Anfang 20 dann selbstständig gemacht und seitdem umtriebiger denn je. Ein eigener Blog, Kochkurse, Catering und eine eigene Gewürzlinie. Schon gehört, schon gesehen? Wir würden wetten, wenn, dann nicht so. Aber lest selber…

1. Fügung des Schicksals? Wie kamst du zu deinem derzeitigen Beruf?

Mit 14 Jahren war ich mit meinen Eltern bei Frank Öhler in seinem kleinen Restaurant D’Rescht in Hawangen, das mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Nach mehreren grandiosen und sehr kreativen Gängen, wie zum Beispiel eine Ravioli-Suppe, bei der sich die Suppe aber in dem Ravioli befand, war für mich klar: das will ich auch machen! Ich will Koch werden!

2. „Mein Sohn ist Arzt!“…: Was hatten sich deine Eltern eigentlich für einen Beruf für dich ausgemalt?

Ich komme aus einer Unternehmerfamilie, hatte jedoch von Anfang an das Glück, dass meine Eltern mich selbst entschieden ließen, wie ich meine Fähigkeiten einsetzten möchte.

3. Ein Tag im Leben von…: Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei dir aus?

Das ist eine der schönsten Eigenschaften an meinen Beruf – ich habe nie einen normalen Arbeitstag. Jeder Tag ist anders und auf die anstehenden Veranstaltungen, Events oder Kochkurse ausgerichtet. Das einzige, was jeden Tag gleich bleibt, ist, dass sich alles um gutes Essen dreht.

4. Soziales Wesen: Inwiefern leistest du mit deiner Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft?

Ich koche nach einem Prinzip, das ich 80/20 genannt habe: 80% Gemüse/20% Fisch und Fleisch. Das bedeutet, ich setze auf biologische und nachhaltig hergestellte Zutaten. Diese Produkte sind nicht billig und auch nur begrenzt verfügbar. Dies betrifft hauptsächlich Fleisch und Fisch. Deshalb möchte ich diese zur ganz besonderen Beilage machen.

Wir haben eine so große Vielfalt an Gemüse und Obst mit unglaublichen Aromen, dass es so viel mehr zu kochen gibt, als die mediterrane Gemüsepfanne 🙂

Meiner Meinung nach hat unser Berufstand die Aufgabe, das Bewusstsein für gutes und nachhaltig produziertes Essen in die Welt zu tragen.

5. Nächtlicher Weckruf: Wofür oder für wen würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Für jeden, der einen großen Platz in meinem Herzen hat und für Pasta mit Meeresfrüchten von einer italienischen Mama gekocht 🙂

6. Dein Wochenende: Ausschlafen, ausgehen, auspowern, ausgiebig feiern – wie verbringst du die freien Tage am Ende der Woche?

Ich bin ein Genussmensch, also habe ich da keine wöchentliche Routine. Ich tue das, was mir gut tut.

Manchmal ist es ausgiebig mit tollen Freunden feiern zu gehen und dann wiederum liebe ich es auch mal nur für mich zu sein, meinen Morgen mit einer Meditation zu beginnen mir selber Eggs Benedict zu machen und den Tag in der Natur zu verbringen.

Auf jeden Fall schadet es fast nie ein Glas Champagner dabei in der Hand zu haben 🙂 (Überbleibsel aus meiner Zeit in der Sternegastronomie)

 

7. Gutes Gefühl: Wo kann man deiner Meinung nach noch guten Gewissens einkaufen und essen gehen?

Das ist leider keine leichte Frage, da wir auch immer wieder, selbst bei unseren Metzgern des Vertrauens, von schockierenden Nachrichten hören müssen.

Da ist jeder einzelne in der Verantwortung zu prüfen wo er kauft und wo nicht. Aber ich muss schon sagen, dass ich es sehr genieße, in einer Stadt zu wohnen, mit einem Markt wie dem Viktualienmarkt.

Meine 3 Lieblingsrestaurant in München:
Drunken Dragon (kreatives fusion Asia Food )
Shanes Restaurant (ist immer wieder eine Überraschung für den Gaumen) Poseidon auf dem Viktualienmarkt (Fisch von der Theke auf den Teller)

8. Material World: Ohne welchen Gegenstand könntest du nicht leben und warum nicht?

Ich denke, ich kann behaupten, dass es keinen Gegenstand gibt, der mich so in Besitz nimmt, dass ich ohne diesen nicht leben könnte. Aber wenn ich einen wählen muss, dann ist es wohl ein Musikplayer.

Die richtige Musik gibt mir in den unterschiedlichsten Situationen ein noch tieferes Gefühl für den Moment. Musik gibt mir Energie, Hoffnung und Freude.

9. Wut im Bauch: Die einen werden Choleriker beim Autofahren, die anderen rasten aus, wenn der Kellner den Gin Tonic nicht schnell genug bringt. Was bringt dich total auf die Palme?

Da ich meine ersten Jahre ausschließlich in der Sternegastronomie verbracht habe, habe ich für mich recht schnell fest gestellt, wie unsinnig cholerisches Geschrei und negative Motivation für eine gute Arbeitsleistung ist.

Natürlich muss ich ab und zu gegenüber meinen Mitarbeitern eine klare Ansage machen damit mein Qualitätsanspruch auch eingehalten wird, aber ich schreie nicht. Ich lasse mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen, ich möchte nicht wegen äußeren Umständen negative Gefühle in mir auslösen.

Aber ich muss natürlich sagen, wenn ich in einem Restaurant bin und die Speisen ohne Liebe, Sinn und Verstand zubereitet werden, ärgert mich das schon ein wenig.

10. Geschmacksache: Wir mögen Nutella mit Ei aufs Brot, was ist dein favourite Food-Crime?

Ok hahaha das ist eine gemeine Frage 🙂
Ich schäme mich ein wenig, aber ich mag Pizza Hawaii. Ich stehe einfach auf die Kombination fruchtig süß und salzig.

11. Platz für deine Message an die Welt: 140 Zeichen gehören dir!

Ich möchte auf keinen Fall mit erhobenem Zeigefinger vor meinen Gästen stehen, da auch ich natürlich gerne mal Burger, Pizza und Co. genieße. Jedoch bin ich der Meinung, dass kochen und essen viel mit Liebe, Freude und Passion zu tun hat und wir uns deshalb in der Zukunft etwas mehr Gedanken darüber machen sollten, was wir unserem Körper zuführen.

#10#5fragen#genuss#muenchen