Es gibt ja kaum etwas, das mich so sehr fasziniert und in seinen Bann zieht, wie kleine Törtchen. Die Wissenden unter euch fragen sich sicher schon seit längerem, wieso ich nicht endlich mal über das Jubel schreibe. Nun, eure und meine Gebete wurden erhört, denn heute jubelt nicht nur unsere Geschmacksknospen.  Willkommen im Wunderland der kleinen feinen Pati(sserie)!

Das schöne Jubel in der Hufelandstraße existiert Tatsache schon seit sechs Jahren! Seit sechs Jahren! Und erst vor ein paar Monaten komme ich Kai und Lucie, den beiden Inhaberinnen auf die Schliche. Eine wahre Schande für mein sonst so feines Näschen, was die süße Kunst angeht, das muss man schon ehrlich zugeben.

 

Kai und Lucie kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Rutz Weinbar, in der Lucie im Service und Kai in der Küche gearbeitet hatte. Kai wollte eigentlich Konditorin werden, wurde dann aber doch Köchin und Lucie ist der Stern im Servicehimmel. Es ergibt sich schicksalhaft, dass die beiden sich zusammen tun und beschließen ein eigenes Projekt ins Leben zu rufen. Mindestens genauso schicksalhaft wie sie von der Schließung eines Cupcake-Cafés erfahren, in dem sie noch ein paar Stunden zuvor Business-Pläne geschmiedet hatten. Ruckzuck wurde zugeschlagen und das kleine Ladenlokal in der Hufelandstraße sollte schon bald Kai und Lucie gehören.

 

An den Wänden hingen damals weiße Rehgipsplatten mit cupcakigen Logos drauf, unter denen doch glatt die schönste Fliesenwand des Jahrhunderts zum Vorschein kam. Diese alte Fliesenwand ist heute ein optisches Highlight des Jubels, denn sie taucht den ganzen schönen Raum in ein angenehm blau-weiß-rosaliches Licht und schafft somit eine ganz besondere Stimmung. Den Rest des Cafés haben die beiden komplett umgebaut und im hinteren Bereich ihre kleine Backstube eingerichtet. Heute ist der Raum schlicht und elegant, ein großer Tresen teilt alles in zwei Hälften und trennt den Barista/Kaffeebereich vom Sitzbereich. Dazwischen oben drauf und eingelassen in den Tresen: große Glasvitrinen, schaukastenartig, in denen die kleinen Kunstwerke schlummern und darauf warten, von euch (ähm oder mir) verzehrt zu werden.

Kai ist, und das muss man einfach so sagen, eine absolute Meisterin ihres Faches. Schon immer war sie in den Restaurants, in denen sie gearbeitet hat, für die Desserts zuständig, entsprachen sie auch nicht der Pati, die sie jetzt macht. Da Desserts normalerweise  nicht noch lange in Vitrinen stehen und dementsprechend ihre Form behalten müssen, hat Kai es doch schon während ihrer Zeit als Köchin und Dessertmeisterin geschafft ihren ganz eignen Stil zu entwickeln.

 

Geschickt wird hier gespielt, im Jubel. Mit Konsistenzen, Herzhaftem, Süßem und ganz viel kreativer Köstlichkeit.

 

Der eigentliche Plan von Kai und Lucie war zu Beginn ein Dessertbuffet für verschiedenen Events anzubieten und den Laden in der Hufelandstraße nur als eine Art Showroom und Backstube zu haben. Sie merkten aber schnell, dass die Idee von themen/mottobezogenen Dessertbuffets zwar schön ist (und ich stelle mir das toll vor, so ein gelb/rotes Dessertbuffet aus Kais zaubernden Händen), aber dass sie eigentlich so viele Ideen haben, so viel Kreativität im Kopf und dass es ihnen doch mehr darum geht die Vielfalt, die sie zeigen können, gerne auch zeigen zu wollen.

 

So entstand die Idee eines dauerhaften Cafés mit wechselnden Törtchen-Menüs je nach Saison.

 

Wer will, kann natürlich trotzdem auch eine große Torte für Events wie Geburtstage, Hochzeiten oder einfach nur so zum Sonntag für sich alleine vorbestellen. Geht alles.

Den Cheesecake mag natürlich jeder – das ist ja fast langweilig.

Nun zum eigentlich Wichtigsten und dem, was ich mir schon die ganze Zeit von der Seele schreiben will: Dass Kai eine wahre Meisterin mit einem außergewöhnlichen Talent ist, erwähnte ich bereits. Das ist einfach zu sehen – ob nun beim bloßen Blick auf die Website von Jubel oder deren Instagram. Aber was Kai und ihre Mitarbeitenden da kombinieren und wie das dann wirkt, das ist das wahre Geheimrezept des Jubel, die wahre Kunst, eine einfach himmlische Versuchung und ein unglaubliches Meisterhandwerk. Liebe Kai, mein großer Applaus für dich, das ist wirklich wunderschön, was du da machst und unvergleichlich.

 

Wir probieren vier verschiedenen Törtchen in kleinem Format, Die meisten gibt es nämlich in kleiner und in großer Variante, sodass man schlichtweg mehr probieren kann als wenn man nomalerweise ein Stück Kuchen essen würde.

 

Zuerst versuchen wir laut Kai ganz klassisch und weil den einfach jeder mag, den Cheesecake. Zugegebenermaßen einer der Besten, den ich je gegessen habe. Meine Begleitung, ein echter Cheesecake-Experte, kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus: ein knusprig buttrig und würziger Boden mit einer herrlich weichen und schmelzenden Creme obendrauf, getoppt mit Blaubeere und weißer Schokolade. Eine himmlische Köstlichkeit, ehrlich.

 

Danach versuchen wir uns an einem Ziegenkäsetörtchen mit Nektarine, brauner Butter und Sonnenblumenkernen, was mich besonders begeistert. Ähnlich wie bei „Bergamotte, Olivenöl, Gurke, Joghurt“ wird hier mit Aromen gespielt und wird kombiniert, was man klassischerweise nicht in der Patisserie erwarten würde, und genau das macht das Jubel so einzigartig und innovativ. Die Kombination aus vielen herzhaften Zutaten wird in den Händen von Kai und ihrer Mitarbeitern zu wunderschönen und außergewöhnlich leckeren kleinen Törtchen, die uns schlichtweg von den Socken hauen. Und anstrengen müssen sie sich dafür nicht mehr sonderlich. Sind sie doch wundervoll optisch und unaufdringlich köstlich.

 

Ich spare mir an dieser Stelle alle Wortspiele bezüglich eines Jubels auf das Jubel und lasse euch jetzt alleine mit den Bildern der Kunst, während ich schwelge und genieße. Bis bald, kleines Jubel, du bist eine ganz besondere Perle.

Info

Jubel Patisserie

Website

Hufelandstraße 10
10407 Berlin
Tel. 030 5521 6150

Öffnungszeiten:
Mo geschlossen
Di – Fr 11:00 – 19:00 Uhr
Sa u. So 11:00 – 18:00 Uhr

Jubel Patisserie

Hufelandstraße 10, Berlin, Deutschland

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