Gin Tonic ist zwar einer der beliebtesten Longdrinks in jeder Bar, könnte jedoch wegen seiner absoluten Farblosigkeit eigentlich nicht langweiliger aussehen und auch einfach mit Mineralwasser verwechselt werden. Was passiert aber, wenn man das Ganze optisch etwas aufpeppen möchte und dabei auf eine thailändische Teeblüte stößt, die ihre blaue Farbe abgibt? Das haben die Gründer des Illusionist Gins probiert – Und dabei die wohl schönste Wacholder-Spirituose überhaupt kreiert.

Um uns selbst ein Bild vom blauen Gin zu machen, besuchen wir die Münchner Destillateure in ihrem zweiten Zuhause, dem Curtain Call im Münchner Glockenbachviertel. In der kleinen, gemütlichen Bar ist alles sehr schick mit Art Déco-Elementen, Holzverkleidungen und Tapeten im Jugendstil eingerichtet, den namensgebenden Vorhang haben die Besitzer von Bühnenmalerin Katja Markel an die Wand zeichnen lassen. Das Licht ist so gedämmt, dass man außer dem bunten Glitzern der Spirituosenflaschen hinter der Theke und einem ausgestopften Pfau kaum etwas erkennen kann, was der Bar ein sehr stilvolles Ambiente verleiht. „Curtain Call“ bedeutet in der Theatersprache, dass die Künstler dem Wunsch des Publikums nachkommen, nach der Vorstellung noch einmal auf die Bühne zurückzukehren, um den finalen Applaus zu empfangen. Und auch diese magische Atmosphäre bietet die perfekte Bühne für einen wahren Verwandlungskünstler – also Vorhang auf für den Illusionist Gin.

Wie so oft begann auch in diesem Fall alles damit, dass ein paar Studenten, die sich schon seit Sandkasten-Tagen kennen, aus „Jux und Tollerei“ etwas herumexperimentiert und sich besonders in der molekularen Küche ausgetobt haben. Dass chemische und physikalische Prozesse einen großen Einfluss auf die Optik und den Geschmack von Speisen und Getränken haben können, hat die Gründer Max und Tim sofort begeistert. Als sie dann die außergewöhnliche thailändische Pflanze Butterfly Pea (im Deutschen: Blaue Klitorie) entdeckt haben, entstand sofort auch die Idee, Gin damit einzufärben. Gesagt, getan, und so haben sich die beiden autodidaktisch Wissen im Internet angeeignet und winzige Tischdestillen aus Österreich geholt, in denen sie Rohalkohol mit Wacholder, diversen Botanicals und besagter Teeblüte verarbeitet haben. Aus dem Hobby wurde irgendwann eine Passion und nachdem die ersten, anspruchsvollen Tester wie Lukas Motejzik aus der Zephyr Bar begeistert von dem Ergebnis waren, erweiterten sie ihr kleines Imperium 2016 dann um eine größere Kupferkessel-Destille und zwei weitere wertvolle Mitglieder, Tom und Till.

 

Doch was genau macht den blauen Gin jetzt so besonders und vor allem zu einem Magier? Tom erklärt uns, dass die Blüte PH-sensibel ist. Das bedeutet: Sobald sich durch irgendeinen Zusatz der PH-Wert verändert, passt sich die Farbe an. Mit Tonic Water, einem sehr säurehaltigen Getränk, wird der königsblaue Gin dann langsam hellrosa. Durch basische Zugaben wird er türkis, mit weniger sauren Tonics erhält er ein hübsches violett. Das ist natürlich ein eye-catchendes Farbspektrum und deshalb prädestiniert für stylische Longdrinks im Szene-Viertel. Also haben sich die vier Münchner Anfang 2019 einen weiteren Traum erfüllt und gemeinsam die Curtain Call Bar in der Pestalozzistraße 16 eröffnet. Dort serviert Barkeeper Lukas Kornbrust seitdem in erster Linie hausgemachte Kreationen des Illusionist Gins, aber natürlich auch solche mit Rum, Whisky und anderen Spirituosen.

„Ohne die Farbe hätten wir es nicht gemacht, denn die Welt braucht sonst nicht noch einen weiteren Gin.“

Wir probieren zunächst den Gin pur mit seinen 16 Botanicals und 45% Alkoholgehalt. Wie erwartet schmeckt er etwas floral, aber auch sehr intensiv und stark. Der Abgang hingegen ist unerwartet leicht, was an der Süße der Teeblüte liegt, wie uns Max verrät. Aufgrund seiner Empfindlichkeit wird der abgefüllte Gin im Einzelhandel übrigens lichtgeschützt in schwarzen, blickdichten Flaschen verkauft – oder auch einfach nur, um ein weiteres, magisches Geheimnis aus dem Inhalt zu machen. Weiter geht’s mit dem Drink „No.16“, benannt nach der Hausnummer seines Ausschankortes. Mit frisch gepresster Limette, selbstgemachtem weißen Teesirup und selfmade Cardamom Bitter gelingt der Balanceakt zwischen sauren und süßen Zutaten optimal. Zum Abschluss probieren wir noch den „Misty Mountain“, der durch Zitronensaft, japanischen Sake und Thai-Basilikum ein asiatisches Flair bekommt. Verfeinert wird er mit ebenfalls säurehaltigem Kaffirlimettensirup aus thailändischen Blättern, die dem Cocktail eine Karamellnote verpassen und für seine rosa Farbe sorgen. Unser Fazit: Die Drinks mit dem Illusionist Gin sehen nicht nur unglaublich schön aus, sondern schmecken auch richtig gut.

 

Wenn ihr also mal wieder gemütlich mit euren Freunden einen Longdrink in München genießen wollt und Wert auf tolle Optik, guten Geschmack und ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis legt, dann seid ihr bei der Curtain Call Bar an der richtigen Adresse. Den Illusionist Gin könnt ihr aber auch  bei bekannten Getränkehändlern für zuhause kaufen. Bald wollen Max, Tim, Tom und Till auch kleine Gin-Seminare anbieten, bei denen die Teilnehmer*innen sich selber mit einer Range an Botanicals an kleinen Tisch-Destillen versuchen können. Ganz wie die Erfinder des Illustionists anfangs selber – und wer weiß, welche spannenden Kreationen dabei als Nächstes erfunden werden.

Info

Curtain Call

Pestalozzistraße 16
80469 München

Email: info@curtaincall.bar
Tel.: 0162 581 6643

Öffnungszeiten

Mi & Do 19:00 – 01:00
Fr & Sa 19:00 – 02:00
So – Di Geschlossen

Curtain Call

Pestalozzistraße 16, München, Deutschland

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