Bewusste Ernährung, was heißt das eigentlich? Kalorienzählen? Vegetarisch oder gar vegan werden? Oder doch „nur“ Boykott von Fleischprodukten aus Massentierhaltung? Ja, aber nicht nur. Denn Ausgewogenheit, die Kenntnis von Inhaltstoffen und das Hören auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers sind das A und O, wenn es um gesunde, nachhaltige und bewusste Ernährung geht. Das weiß Holger Stromberg und will es auch die Welt wissen lassen. Denn der Koch und Nutritionist hat eine Mission: Er will Bewusstsein dafür schaffen, wie einfach es geht, gut und gesund zu essen, wie viel Energie in natürlichen Lebensmitteln steckt und wieviel Gutes man schon durch kleinste Veränderungen für sich und die Umwelt bewirken kann. Wie genau, das zeigt er uns in seinem neuesten Buch „Essen ändert alles“. Um auch euch schon hier und jetzt einen Einblick zu verschaffen, entführen wir euch mit Holger Stromberg auf eine kulinarische Wissensreise.

Genuss. Geht der eigentlich noch, ohne unserem eigenen Körper und der Umwelt zu schaden? Für Stromberg ist es allein das Bestreben, das zählt. Das tägliche Bestreben nach dem Ziel, Genuss, Gesundheit und ressourcenschonendes Handeln unter einen Hut zu bekommen. Wie das geht, erklärt der Koch Schritt für Schritt, um so das große und kleinteilige Feld der Ernährung für uns zu simplifizieren. Fangen wir bei Schritt 1 an!

Denk dein Essen neu!

Lebensgefährliche Ernährungsgewohnheiten und Nahrungsüberfluss bestimmen längst den kulinarischen Alltag vieler Gesellschaften und unsere Lebensgrundlage. Lebensgefährlich also deshalb, weil unser Konsummuster beeinflusst, welche Lebensmittel produziert werden und auf den Markt kommen. Mensch und Planet leiden gleichermaßen, denn ungesunde Ernährung verursacht weltweit viele Krankheits- und Todesfälle und ist so eine große gesundheitliche Bedrohung. Gleichzeitig ist die Nahrungsmittelindustrie hauptverantwortlich für Umweltzerstörung, Klimabedrohung und Biodiversität.

 

Also, was tun? Holger Stromberg hat hierfür fünf Leitlinien für eine zeitgemäße Ernährung aufgestellt.

  1. Nimm besser natürlich: Ökologisch hergestellte, pure Lebensmittel von nachhaltig wirtschaftenden Erzeugern
  2. Achte auf dein Immunsystem: Ballaststoffreiche Lebensmittel und probiotische sowie präbiotische und resistente Stärke, die der Darmflora schmeicheln
  3. Versorge deinen Flüssigkeitshaushalt: Trinken, trinken, trinken (und zwar Wasser)
  4. Finde Balance: Naturbelassene Lebensmittel, Reduktion von Genussmitteln und ein gesundes Stressmanagement
  5. Sei bewusst „Du“: Höre auf die Signale deines Körpers!

 

Lern dein Essen kennen!

Der Köper braucht Tag ein Tag aus einem Mix aus Nähstoffen, um so zu funktionieren, wie wir das wollen. Und das von frischen, hochwertigen und möglichst schadstoffunbelasteten Lebensmitteln. Aber welche Nähr- oder Vitalstoffe spielen hierbei eine große Rolle? Hauptakteure sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß (Proteine). Letztere geben dem Körper die lebensnotwendigen Baustoffe, während Kohlenhydrate reine Energie aus Stärke und verschiedenen Zuckern liefert. Hierbei gilt:

  • Zucker ist nicht gleich Zucker
  • Eiweiß: Hauptsache pflanzlich
  • Nüsse als Fettquellen
  • Wasser als Lebenselixier
  • Lebenskraftbeschleuniger Vitamine

 

Iss (dich) gesund

Gesundheit kommt aus dem Darm, das wusste schon Hippokrates. Also gilt: gesunder Darm, gesunder Mensch. Dabei spielt die richtige Ernährung natürlich wieder eine große Rolle. Aber auch das Pausieren des Essens. Denn wir Menschen können von körpereigenen Vorräten leben, wobei Fastenpausen die Gewichtsregulation vorantreibt.

„Essen ist gelebte Selbstverantwortung.“

Achte gut auf dich

Ruhe, Achtsamkeit und Fürsorge für einen selbst sind Grundlagen für ein gesundes Leben. Dazu zählt vor allem auch die Stressbewältigung, denn durch Stress verlieren wir uns selbst aus den Augen, was zu körperlichen Krankheiten, schnellerer Alterung und Gewichtszunahme führen kann. Diesen Prozessen entgegenwirken können wir zum Beispiel, indem wir Lebensmittel gegen Zellstress zu uns nehmen. Ja, die gibt es wirklich. Gewürze, Gemüse und Früchte mit einem hohen Wert an Antioxydanzien (z.B. Kurkuma, Rotkohl und Aroniabeeren) sind echte Stressfresser und helfen so einem gesunden Körpergefühl. Abseits des Teller helfen ausreichender und guter Schlaf sowie bewusstes Auf- und Durchatmen in der Natur.

 

Rette die Welt

Eine einfache Formel besagt: gesunder Mensch, gesunde Welt! Das Schlüsselwort hier ist Nachhaltigkeit. In Bezug auf unsere Ernährungsgewohnheiten bedeutet das konkret eine Ressourcen-Nutzung, die zwar die jeweilige Bedürfnisbefriedigung sichert, aber gleichzeitig die natürliche Regenerationsfähigkeit der Rohstoffe garantiert. Kurz und knapp: Iss nicht mehr, als natürlich nachwachsen kann. Auch eine Devise in eben diesem Kapitel: Manchmal is(s)t weniger mehr – vor allem in Bezug auf den Genuss von Fleisch.

 

Fazit

Ich persönlich fühle mich in einigen meiner eigenen Denkansätze bestätigt und habe auch noch einige neue dazu gewonnen. Klar, viel trinken hat mir schon meine Mutter immer eingetrichtert. Aber das Prinzip „gesunder Darm, gesunder Mensch“? Das ist definitiv ein Kapitel, in das ich mich noch einmal genauer einlesen werde. Was Ernährungswissenschaftler und Köche wie Holger Stromberg jahrelang recherchiert und gut verständlich für uns Halbwissende zusammengefasst hat, kann hier nur angedeutet werden. Ein Blick in das Buch lohnt sich!

Mit gesundem Menschenverstand ganz einfach ausgewogen, bewusst und gut essen – und dabei ein Stück die Welt retten.

 

Hier kommt noch eines der 35 Genussrezepte von Holger Stromberg:

 

Blumenkohl-Mandel-Wok mit Mandelcreme, Rote-Beten-Tofu und Gartenkräutern

 

Für 2 Portionen – Zubereitungszeit: 25 Minuten – Marinierzeit: 30 Minuten

Kcal 841 – EW 51 g – Fett 56 g – KH 30 g

 

1 geraspelte Rote Bete
1 walnussgroßes Stück Ingwer
1 Stängel Zitronengras
1 TL Sesamöl
2 EL Dattelsirup
Salz
400 g Tofu
3 EL Kokosöl
¾ geraspelter Blumenkohl Basic
1 Handvoll gemischte Gartenkräuter
1 EL Rapsöl
2 Portionen Mandelcreme Basic

 

  1. Den Ingwer schälen und fein schneiden. Das Zitronengras in dünne Ringe schneiden. Rote Bete, Ingwer, Zitronengras, Sesamöl und Dattelsirup in einen Vakuumbeutel einfüllen. Mit Salz würzen. Den Tofu in den Beutel dazu geben und diesen fest vakuumieren.
  2. Die Kräuter waschen und grob hacken.
  3. Das Kokosöl in einem Wok oder in einer Pfanne erhitzen. Blumenkohl dazugeben und etwa 5 Minuten braten, dabei häufig rühren. Mit Salz würzen.
  4. Tofu aus dem Vakuumbeutel nehmen. Die Marinade beiseitestellen. Tofu in dicke Riegel schneiden. Das Rapsöl in einer Pfanne erhitzen. Den Tofu darin etwa 3 Minuten braten. Dabei mehrmals wenden.
  5. Den Blumenkohl mit dem Tofu anrichten. Die Kräuter darüber streuen. Mandelcreme und Rote-Beten-Marinade dazu reichen.

 

Tipp: Wer keinen Vakuumierer besitzt oder nicht vakuumieren möchte, kann den Tofu ganz einfach in einer Schale abgedeckt marinieren und von Zeit zu Zeit wenden. Dann über Nacht marinieren und innerhalb der folgenden zwei Tage verbrauchen.

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