Es ist ja bekannt, dass Pizza zu den Lieblingsspeisen dieses Landes gehört und genau aus diesem Grund kann es niemals genug gute Pizzerien geben. In Berlin gibt es seit Anfang letzten Jahres eine neue Perle bezüglich der runden Teigvielfalt: Das Futura in der Bänschstraße, zu dem wir euch heute entführen und am Ende des Abends stellt sich eigentlich nur noch eine Frage: Sind wir noch in Neapel oder schon in Berlin?

So lange ist es noch gar her, dass wir hier der Quetschmaschine des Haferkaters standing ovations  gespendet haben und heute ist es wieder einmal an der Zeit einem weiteren Großgerät meine volle Hochachtung auszusprechen: Es ist der neapolitanische und tonnenschwere Kuppelofen im Futura. So elegant, perfekt rundlich und als wäre er nie an einem anderen Ort gestanden, steht er jetzt in der offenen Küche der schönsten neuen Pizzastube der Stadt. Doch dieser Eindruck täuscht! Handgemacht wurde er in Neapel, nach geheimsten Plänen, die nie aus den Hallen der Manufaktur dringen werden und dürfen, wurde verladen und viele hunderte Kilometer nach Berlin in den Friedrichshain gekarrt bis zur Türschwelle des Futura. Die Problematik ging dann aber erst richtig los, denn wie gesagt, das Teil wiegt wirklich Tonnen und da in Deutschland eigentlich alle Räume unterkellert sind, ist es gar nicht so einfach eine tonnenschwere Masse über diese Böden zu bewegen geschweige denn irgendwo aufzustellen.

 

Ihr merkt es schon, es war gar nicht so einfach. Umso schöner und erhabener steht der Ofen nun an seinem Platz und fertigt in Teamarbeit mit Alessandro Leonardi und seinen helfenden Händen in der Küche tagtäglich unzählbare Pizza-Kunstwerke. Hiefür also nochmal Applaus, Kuppelofen!

Alessandro ist ein wahrer und echter und zertifizierter AVPN Pizzaiolo und hat in Neapel, seiner Geburtsstadt, eine herausragende Ausbildung genossen. Als er dann nach Berlin kam, backte und formt er zuerst im Standard, das kennen vielleicht auch manche von euch, und schnell wurde aber der Wunsch nach einem eigenen Revier deutlicher und deutlicher. Alessandro ist eine wahre Frohnatur, ein sehr entspannter, gelassener und für mich absolut italienischer Geist. Ich stehe vor der offenen Küche barfuß auf Stühlen und versuche im Eifer des Formgefechts irgendwie festzuhalten, wie kunstvoll er seine Hände über den Teig schweben lässt um dann einen genau richtig dicken und großen runden  Pizzaboden zu formen. Während er mir anbietet auch reinkommen zu dürfen, versucht meine Begleitung herauszufinden, welche Mehle er für seine Teige benutzt. Natürlich Geheimrezept und außerdem Spezialanfertigung extra für Alessandro. In Neapel macht man das so. Jeder Pizzaiolo hat da so sein eigenes Spezialprodukt, sei es das Farina del Alessandro oder eben die Passata di Giorgio oder so, ihr wisst schon, was ich meine.

 

Was jetzt Alessandro, den Pizzaiolo, und Alex Uhlmann, der eigentlich singt, zusammen zu einer gemeinsamen Pizzeria gebracht hat, erklären mir die beiden bei unserem Besuch: sie sind Schwager! Das ergibt natürlich dann mehr Sinn. Ich hatte mir ja verschiedenste Kennenlern-Geschichten der beiden ausgemalt. Die Echte ist auf jeden Fall eine schöne. Der eine Schwager unterstützt den anderen – wähle klug deine Familienmitglieder!

 

Alle verwendeten Produkte stammen aus der Region um Neapel.

Wir werden anschließend verwöhnt von hinten bis vorne, probieren eine köstliche Fresella, das ist im Endeffekt Knäckebrot nur eben in der richtig geilen Version, mit Bufala auf Tomatenbett und man schmeckt sofort, dass Alessandro nur Zutaten von Neapel und der Umgebung verarbeitet. Ich habe noch nie so eine leckere Bufala gegessen und auch die Tomaten sind unglaublich intensiv in ihrem Geschmack!

 

Danach bekommen wir ein Pizzatrio und unser Tisch ist ein einziges Kunstwerk: Mare die Pizza – here we come! Es gibt zuerst eine Margherita Futura mit Bufala und Provolone und ich liebe ja Provolone, aber ich habe einfach noch nie so leckeren Provolone gegessen. EIEIEIEI, das kann ja nur fantastisch ausgehen hier! Der Teig ist klassisch neapolitanisch: weich, große Blasen, ein bisschen dunkel, knusprig, köstlich. Danach kommt als Zweite im Bunde eine vegetarisierte (danke dafür <3) Sud auf den Tisch, die mit Burata glänzt, Knoblauch, ein bisschen Olio di Oliva und fantastischen schwarzen Oliven drauf. Das ist wahrscheinlich mein persönlicher Favourit, weil herrlich juicy, frisch, tomatig, cremig durch die Burata, kräuterig mit Oregano, dann Knobi und diese etwas sauren Oliven – ich könnte mich reinlegen. Meiner Begleitung gefällt die Dritte im Bunde am besten: es ist eine Marinara mit ganz besonderen Corbarino Tomaten in gelb, die einfach einzigartig schmecken. Alessandro bestellt diese Tomatenperlen ein Jahr (!) bevor er sie wirklich geliefert bekommt, weil sie so selten und so gefragt sind und das schmeckt man sofort. Eine Köstlichkeit

 

In Verbindung mit einem Basilikum-infusioniertem Bier von der Vagabund Brauerei genießen wir einen herrlichen Abend im Sonnenschein und es gibt auch noch News zu verkünden:

 

Fans von der Markthalle Neun werden sich freuen, denn Futura hat die Ehre dort in Bälde einen eigenen Stand zu bekommen (juhu!).

 

Und noch eine Inspiration, die die beiden aus der Corona Krise gezogen haben (ja, ich schreibe ab jetzt nur noch Positives, was das Virus und gebracht hat), ist ihre neue Idee eine Pizza aus dem Elektroofen anzubieten, die man sich im Internet vorbestellen kann und belegen kann wie man eben möchte. Cooool, das kann nur lecker sein und wir freuen uns und sind mega gespannt auf all die neuen Pläne, Ideen und Inspirationen der beiden!

 

Wir sind Fan.

Ich wusste vom ersten Augenblick an: Pizza ist meine Leidenschaft.

Info

Futura
Bänschstraße 91
10247 Berlin

Website

Tel. 030 9839 4408

Öffnungszeiten:
Mo geschlossen
Di-Fr 18:00 – 23:00 Uhr
Sa u. So 17:00 – 23:00 Uhr

Futura

Bänschstraße 91, Berlin, Deutschland