Wer kehrt nicht gerne heim? Der Duden definiert das Verb „heimkehren“ mit „nach Hause, an seinen Heimatort, in die Heimat zurückkehren“. Zugegebenermaßen sind wir nicht aus dem Salzburger Land und Leogang ist nicht unsere Heimat per se. Doch wer kennt nicht dieses Gefühl der fernen Orte, die eine gewisse Anziehungskraft haben? Orte, die man immer wieder besucht und an denen man irgendwann das Gefühl hat, vertraut mit ihnen, ihrer Umgebung, den anwesenden und handelnden Personen zu sein? Das mama thresl im beschaulichen Leogang, gelegen im Dreieck zwischen Kitzbühel, Zell am See und Berchtesgaden, ist so ein Ort.

2014 eröffnet hat das Haus, erdacht und betrieben von Huwi und Renate, sehr schnell Kultstatus erreicht. Das liegt zum einen sicherlich an der eher poppigen und wuseligen Atmosphäre, zum anderen aber auch an der positiven Durchinszenierung von Mama Thresl. Denn ja, die gibt es wirklich. Thresl ist die Mutter von Renate und hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Doch scheinen Bergluft und Alpenpanorama fit zu halten, denn man sieht sie immer noch ab und zu durch das Haus huschen. Zum anderen ist es das Gesamtsetting, das das Haus so charmant macht.

Ganz gleich, ob die gemütlichen, weil komplett aus Zirbenholz gefertigten, Zimmer, der lichte und warme Spa oder die offene Bar- und Restaurantsituation, die auch Erstbesuchern das Gefühl gibt, ein Stammgast zu sein. Bei aller pittoresken Bergromantik, die nun eventuell im Kopf des Lesers aufgeht, sei auch immer erwähnt: das mama thresl richtet sich eher an Aktivgäste als die detoxende Fraktion. Von Donnerstag bis Samstag spielen wechselnde Plattendreher an der Bar, die Cocktailkultur ist sehr ausgeprägt, man kann sich E-Bikes leihen und mit Inhaberin Renate beim Yoga schwitzen. Wen es in die Berge zieht, der stolpert nach vorne wie nach hinten ins Gestein und hat den nächsten Skilift nur 250 Meter entfernt.

Wen es in die Berge zieht, der stolpert nach vorne wie nach hinten ins Gestein und hat den nächsten Skilift nur 250 Meter entfernt.

Wir haben uns den Spaß gegönnt und im Haus E-Bikes ausgeliehen. „Oida!“ würde der Münchner nun sagen. Allen Unkenrufen zum Trotz – denn die Dinger sind nicht nur was für Rentner – hat das richtig Spaß gemacht. Vom mama thresl aus gibt es nicht nur unzählige Bike-, sondern auch Wanderrouten: So sind wir an einem Tag mit den E-Bikes zur Riedlalm hochgeradelt, um am anderen Tag den Wanderaufstieg zum Lettlkaser zu machen, einer nahezu altertümlichen Alm, unerreichbar für Autos oder alle anderen Formen der Motorisierung, ohne moderne WC-Anlagen und dafür mit einzigartigem Panorama und ganz wunderbaren Speisen. Wenn dann noch, wie in unserem Fall, ein paar Einheimische ihre Blasinstrumente auspacken und dahinschmettern, dann ist’s auch garantiert mit jedwedem Großstadtstress dahin. So geschehen. Oida!

„Oida!“ würde der Münchner nun sagen.

Ganz gleich ob im Winter oder Sommer, wenn es schneit oder blüht, ob mit Freunden oder als Paar. Das mama thresl heisst einen immer willkommen, daheim in Leogang. Lang lebe mama thresl!

#Alpen#E-Bike#leogang