Heute geht es mal wieder richtig lecker zur Sache mit einer der rosasten Neueröffnungen der Stadt! Welcome to Butter & Korn – der sexiesten Bar in Neukölln, I would say! In einem Traum aus Rosa treffe ich heute Benni, der mit mir über Knobi in Drinks, Weinernte und Apfelkorn philosophiert während ich fast alles zuvor Genannte probieren darf.

So manch einer oder eine von euch kennt wahrscheinlich die Lamm Bar, nicht zuletzt durch unseren schönen Artikel über selbige und somit habt ihr auch schon einmal etwas von Dustin und Johann gehört, die in der Lamm Bar verrückte Getränke mixen. Ende letzten Jahres fiel den beiden eine neue Lokation ins Auge: Ein Laden in Neukölln stand leer – zuvor war hier ein Frühstücksrestaurant, in dem alle Speisen in Weck-Gläsern serviert wurden und man erzählt sich noch heute, die Kellerräume des Butter & Korn wären immer noch bis zu den Decken mit Tonnen an Einmachgläsern zugestapelt.

Der Laden war also leer und es stellte sich nicht lange die Frage, was man damit jetzt anstellen würde als es das Go für Dustin und Johann gab: Es sollte ein Foodpairing mit Cocktails sein. Die Drinks müssen natürlich etwas Besonderes sein – das ist ja das Spezialgebiet von den beiden und dazu bräuchte man jetzt noch jemanden, der die kulinarische Seite in Angriff nehmen würde. Wer sollte es also sein? Wenn wir uns hier in Bennis Lage versetzen, den ich heute Abend treffe und der Geschäftsführer des Butter & Korn geworden ist, stelle ich mir die ganze Sache ziemlich aufregend vor. Da melden sich einfach die zwei Cocktail-Genies aus der Lamm Bar und fragen mich, ob ich nicht Lust hätte, die neue Bar zu managen und meine Ideen miteinzubringen? Crazy Nummer! Da kann man natürlich nur Ja! sagen. In Bennis Leben, der davor in Berlin einen Bürojob hatte und Food Touren organisiert hat, ändert sich damit alles schlagartig: Er kündigt seinen Job, verlässt sein sicheres Nest und fliegt los in Richtung Kreativität und Freigeistigkeit. Schön!

Schnell war klar, dass es Benni ganz leicht fällt, sich um das Futter im Butter & Korn zu kümmern und zwar mit viel Herz und großen Visionen: Es sollten ja nicht nur richtig leckere kleine Teller werden, sondern auch sehr regionale Teller, die man so essen kann. Es kommen also alle Produkte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wer jetzt mitgedacht hat, der wird wahrscheinlich so einige klugscheißerische Fragen stellen wollen. So zum Beispiel: Was sollen denn gute Drinks ohne Zitrone sein? Die gibt es bei uns nicht.

Wenn ich jetzt noch erwähne, dass der gute Benni sich auch vorgenommen hat die Drinks möglichst vegan zu halten, dann wird wahrscheinlich noch hinzukommen: ich liebe Drinks mit Eiweiß drin – das macht einfach so eine ganz besondere Textur! Das kann man ja gar nicht ersetzen.

Und jetzt Lauscherchen aufgesperrt: Die Lamm Bar Boys und Benni können das alles. Hinzu kommt noch die Expertise von Max aus dem Krass Bösen Wolf und schon wird wieder im Lamm-Lab gepresst, ge-milk-washed und aufgeschäumt. Statt Zitrone kommt nämlich Verjus zum Einsatz – einfach gesagt eine Art saurer Traubensaft. Und statt Eiweiß für Schaum und Cremigkeit? Da gibt es ja schon so manch vegane Alternative wie Aquafaba, das ist die Flüssigkeit, die beim Kochen von, in den meisten Fällen, Kichererbsen entsteht. Kichererbsen-Aquafaba kriegen wir aber hier lokal nicht, deswegen die zündenden Idee: Erbsen-Aquafaba! Eine Offenbarung. Der Erbsenfalter war geboren.

Ich teste mich an diesem Abend zuerst ganz brav und alkoholfrei durch die Gurkenlimonade: Die ist sehr lecker, sehr gurkig und eigentlich gar nicht süß, was ich sehr gut finde, weil sie dadurch eben auch als alkoholfreier Cocktail fungiert und nicht als zuckrige Bomba. Ein bisschen Dill obendrauf und fertig ist sie: mühevoll aus Gurken handgepresst by the way! Da wird schon mal der entsaftende Freund angerufen und los gehts ins Lamm-Lab: 30 Gurken entsaften für 7 Liter Saft. Cool. Was bist du so beruflich? Ich entsafte. Richtig gut.

Zu allen Drinks gibt es übrigens auch immer eine Kleinigkeit zu knabbern, das ist eine schöne Geste der Gastfreundschaft und schmeckt mir sehr gut: geröstete Brotchips und Trüffelkäse – jammi jammi. Dann wage ich mich weiter in Richtung Drinks. Ich probiere einen Schlawiner mit Aprikosenmarmelade und (ohja!) Knoblauch! Es teilen sich hier laut Benni die Menschen auf in die, die den Knoblauch ganz hinten am Gaumen und ganz am Ende der Geschmacksvielfalt eben schmecken oder diejenigen, die keine Ahnung haben, von was du eigentlich sprichst, wenn du sagst: Da ist Knobi im Glas! Ich gehöre zu Ersteren. Ich schmecke den Knobi und finds ganz fantastisch. Dazu passend bekomme ich einen kleinen schönen Teller bestehend aus Brot von le Brot gleich um die Ecke mit einem unfassbar leckeren Pilztartar, Apfelspalten und Schnittlauchbutter (vegan). Lehecker!! Der zweite Teller, den ich probiere, besteht aus Ziegenkäse von Peppikäse Berlin, ebenfalls gleich um die Ecke. Dieser verändert übrigens täglich sein Aussehen: Als eleganter Edelschimmel kommt er daher und Benni beobachtet ihn gerne in seinen kleinen Kisten, wie er jeden Tag mehr reift und ein bisschen mehr pelzig aussieht. Auch dazu gibt es wieder Brot und rote Beete Butter, sowie ein bisschen Thymian und Aprikosenmarmelade. Mein Favouriten-Teller. Sehr lecker und sehr schön anzusehen sowieso.

Bevor ich mich verabschiede, mache ich noch einen Abstecher nach drinnen. Ich liebe die Bar. Wahrscheinlich war ich noch nie in einem so rosanen Raum, der so schön ist. Ein grün gekachelter Tresen durchzieht den ganzen Raum, darin, angestrahlt von quadratischen Lampen und rosa reflektiertem Licht: Samtene Stühle und Hocker und alles glänzt und schillert. Wer jetzt gleich einen Anfall kriegt, weil das so fancy klingt und trotzdem in Neukölln sein will, dem sei gesagt, dass das Butter & Korn durchaus eine Kiezkneipe ist! Es gibt viele sehr preisgünstige Optionen auf der Karte für everyday und die Nachbarn grüßen auch ganz herzlich.

Zum Abschied gießt Benni uns noch ein Gläschen Apfelkorn ein. Er sagt: Der erinnert uns wahrscheinlich alle ein bisschen an den Berentzen aus unserer Jugend – nur schmeckt der eben viel besser! Er erzählt mir noch von Johanns Vater, der im schönen Bayern (ach Heimat!) jetzt für die Bar einen eigenen Roggenkorn braut – lässig. Korn ist ja für viele jetzt eher so der Doppelkorn, den man auf jeden Fall nicht genüsslich schlürft wie Gin, sondern eher so das Stürz-Getränk. Benni aber hat eine Vision: die Revolution des Korns! Denn Korn kann man sehr lecker trinken und er ist einfach absolut regional und eigentlich, wenn man genauer hinsieht: Fast dasselbe wie Gin, er hat einfach nur ein verstaubtes Image. Also ran an die Staubtücher – der Korn kommt zurück und will euch bedüdeln!

Revolution des Korns!

Info

Butter & Korn

Website

Pannierstraße 57
12047 Berlin
Tel. 030 626 089 66

Öffnungszeiten:
Di bis Do ab 18 Uhr
Fr bis So ab 17 Uhr

Butter & Korn

Pannierstraße 57, Berlin, Deutschland

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