Manche von euch kennen das Bricole vielleicht von früher, doch mehr als drei Jahre nach seiner Entstehung sieht das Restaurantkonzept aktuell nochmal komplett anders aus. Wir treffen heute Fabian Fischer, der uns erklärt um was es ihm beim Essen geht und was der wahre Kern des Bricole ist… Bleibt dran und seid gespannt!

Fabian hat einiges hinter sich. Er kam nach Berlin, so wie die meisten von uns irgendwann einmal und fing an zu kellnern. Erst im Pan Asia, das es mittlerweile nicht mehr gibt und dann im Berlins Superstar, dem Borchardt. Fabian mochte das Borchardt, mag es noch immer und schaut mit schönen Gefühlen auf seine Zeit dort zurück. Dennoch, so sagt er, dachte er dann mit Ende 20, dass langsam was Eigenes her muss und schon haben wir sie wieder: diese jungen Berliner Gastronomen*innen. Wunderbar!

 

Fabian traf auf seinen jetzigen Küchenchef im Bricole, Steven Zeidler und die beiden erweckten das Bricole zum Leben. Zu Beginn stand ganz klar ein Sharing Konzept. Heißt konkret: es gab verschiedene kleine Gerichte, die meisten davon treffsicher in Frankreich zu verorten, und man bestellte viele kleine Schalen und Teller und teilte alles am Tisch. Wir alle kennen dieses Konzept, im Moment gibt es vor allem viele asiatische Lokale, die sharing als the best ersehen.

Fabian erklärt uns, dass sie einfach im Laufe der Zeit gemerkt haben, dass nicht alle Menschen ihre Gerichte unbedingt teilen wollen. Manchmal freut man sich eben auch auf seinen eigenen Teller (und ich kann das sehr gut verstehen) und deshalb beschloss das Team des Bricole nochmal etwas Neues zu versuchen: Es wurde sich abgewandt von der strengen Vorgabe nur französisch zu kochen, sondern man wollte freier sein, kreativer kochen und auch einfach Neues ausprobieren.

 

Und, so sagt Fabian, und auch wir überzeugen uns im Laufe des Abends davon, Steve kocht einfach zu gut als dass man ihn nur mit der französischen Küche in die Ecke stellen dürfte! Stimmt eben.

Im Endeffekt lässt sich das neue Konzept herunterbrechen auf zwei Menüs, eines mit Fleisch und Fisch und eines vegetarisch. Zwischen beiden Varianten kann man frei wählen und auch mischen, je nach Belieben. Wasser gibt es dazu aufs Haus. Sehr gute Idee.

Dazu gibt es eine riesige Weinauswahl, mittlerweile mehrere hundert verschiedene Flaschen können probiert werden. Tendenz steigend.

 

Ich entscheide mich für das  vegetarische Menü, das phänomenal klingt und sicher nicht danach, dass ich Fleisch und Fisch vermissen würde.

 

Wir starten mit köstlich ofenwarmem Brot und einer Butter mit Miso, Karamell und Sesam – ein herausragender Einstieg, wenn auch ganz einfach – herrlich kreativ gelungen.

Die Gänge, die danach kommen, sind allesamt wunderschön angerichtet und schmecken fantastisch. Die Küche gibt alles und jeder Teller ist in sich äußerst rund geschmacklich und etwas ganz besonderes. Und das schönste ist: es hört gar nicht mehr auf.

 

Meine Favoriten sind:

Der Sellerie mit Herbsttrüffel, Apfel, Datteln und Frischkäse, der allein optisch nach einer architektonischen Leistung aussieht und mit seinem erdigen umami Geschmack in Verbindung mit der Säure des Apfels und dem einzigartigen Trüffelaroma voll und ganz bei uns punktet.

Dann kommt eine Variation des Blumenkohls mit Mandeln, Petersilie und Birne, die im Mund zerschmilzt wie Butter und mir sehr gut gefällt. Eben weil so vermeintlich simpel.

 

Der absolute Knaller und das, was ihr auf jeden Fall probieren müsst, ist das Dessert:

Hier kann wirklich keiner sagen: ich bin schon satt. Nein! Dessert geht immer und vor allen Dingen dieses.

Wir sprechen über herrlich intensive Guanaja Schokolade mit Popcorn und Karamell! Und das klingt jetzt total süß und klebrig – ist aber ganz erwachsen herb süß und knackig. Ein Exkursionsteller, den man erst einmal kreieren muss. Mit all‘ diesen verschiedenen Konsistenzen probierst du da, und hier und wieder da und schon ist alles aufgeschleckt. Ein wahres Dessert aus Meisterhänden!

 

Zum Schluss des Abends setzt sich Fabian noch einmal zu uns und erklärt, dass er es immer schade findet, dass es in Deutschland nur den Begriff des Kellners in der Gastro gibt. Denn kellnern ist die eine Sache, aber eine viel wichtigere Sache kommt ja noch obendrauf: zu spüren, was die Menschen am Tisch gerade brauchen, wie du sie begeistern kannst, wie du ihnen ein Lachen entlockst und wie du ihnen dadurch einen wunderschönen und gelungenen Abend schenken kannst.

Deshalb bezeichnet Fabian sich auch nicht als Kellner, sondern als Gastgeber. Gastgeber, das sind Menschen, die andere zu Gast haben und den anderen den Besuch so schön wie möglich machen. Und sicher ist: Fabian und alle Mitarbeitenden im Bricole können das sehr gut. In dem kleinen Gastraum herrscht eine ganz besondere Wärme und Herzlichkeit, eine wuselig angenehme Geschäftigkeit und sehr sehr viel Gespür für die Bedürfnisse der Gäste!

 

Also los mit euch allen, die endlich wieder ihre eigenen Teller wollen! Auf ins Bricole zur Guanaja Schoki….

 

Reclaimer: Wir haben das Bricole vor dem Lockdown und der Bundesnotbremse, deshalb kann das aktuelle Menü von unserem Bericht abweichen.

Der Begriff des Kellners gefällt mir einfach nicht so gut. Ich finde Gastgeber trifft es viel besser.

Info

Bricole

Website

Adresse:
Senefelderstraße 30
10437 Berlin

Tel. 030 844 213 62

Öffnungszeiten:
Di – Sa ab 18:30 Uhr


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