Knapp ein Jahr gibt es das schöne Bonvivant jetzt schon an der Ecke Goltzstraße direkt am Winterfeldtplatz. Und zweimal durfte ich schon in den köstlichen Speisen und Getränken versinken. Es ist deshalb Zeit, ein bisschen genauer zu erklären, warum ich den Laden in Schöneberg so mag und warum ihr genau jetzt ganz dringend dem Bonvivant die Türen einrennen solltet!

Ja, dieses Corona-Virus hat bei uns allen so seine Spuren hinterlassen. Und während der/die eine noch zu verstehen versucht, was da überhaupt die letzten Monate so passiert ist in unserer Welt, müssen die anderen so schnell wie irgendwie möglich alles hinter sich lassen und auf ein Neues hoffnungsvoll in die Zukunft starten. Zweitens trifft wahrscheinlich im Moment auf alle gastronomischen Unternehmer zu, denn zwei Monate waren alle Restaurants und Cafés geschlossen oder höchstens für den to go-Betrieb geöffnet. Und auch jetzt noch ist der Betrieb fernab von Normalität.

 

Das Bonvivant hatte es in diesen Wochen besonders schwer, da es als neuer Stern am Gatsrohimmel und mit einer Mitarbeiterzahl von über zehn Menschen durch viele Raster der Förderprogramme des Senats gefallen ist. Deswegen heißt es jetzt umso mehr für euch alle: HIN DA! Das schöne Ecklokal in Schöneberg ist eine der leckersten Adressen der Hauptstadt.

Das letzte Mal waren wir Mitte März hier, und dann kam auch schon der Lockdown. Als dann klar war, dass, selbst wenn ich einen Artikel veröffentlichen kann, die Speisen und Getränke, über die ich schreibe, gar nicht zu haben sind, haben wir beschlossen, einfach im Sommer nochmal zu kommen und eine aktuelle Version zu veröffentlichen. Hier ist sie also: die aktuelle Empfehlung für eigentlich alle, die etwas von gutem Essen verstehen.

 

Im Team des Bonvivant befinden sich so manche alteingesssene Profis und gewiefte Typen, so zum Beispiel Ottmar Pohl-Hoffbauer, der am Herd mit Pfannen und Töpfen jongliert. Die Küche ist übrigens komplett einsehbar und man kann, wenn man denn an der Bar sitzt, genau sehen, was dort so alles gerührt und geköchelt wird. Der Bio-Spitzenkoch gibt hier in Bezug auf Slow Food sowie Regionalität & Saisonalität alles. Man verwendet ausschließlich Zutaten aus der Region (was gar nicht immer so einfach ist, wie wir wissen), und diese werden in einer unglaublichen Kreativität und Schönheit fantastisch und köstlich auf verschiedenen kleinen Tellern und in kleinen und großen Schalen serviert.

 

Man nennt sich ein vegetarisches Cocktail Bistro. (Zum zweiten Teil des Namens gleich mehr, aber zunächst einmal ganz richtig:) Ausnahmslos alles ist vegetarisch und bleibt es auch. Überflüssig zu sagen, dass hier niemand etwas vermisst, denn die Gerichte sind allesamt großartig und so ausgeklügelt, wie man es selten gegessen hat.

 

Wir verbinden eine Eat-Easy Cuisine mit dem Anspruch an nachhaltige, saisonale Bio-Rohstoffe und Ressourcen mit einem Blick ins Internationale.

Bar-Manager Max und Deutschlands preisgekrönte Bartenderin Yvonne Rahm kreieren hinter dem Tresen die leckersten kleinen Gläser, die man einfach unbedingt zum Essen probieren muss. Zum Beispiel gibt es da den Blue 81, ein herrlich lagunenblaues Kaltgetränk auf Ginbasis mit Grapefruit, Spirulina und Cava. Dann versuchen wir uns noch am Bloody Thomas, einem bluttropfenden Rote Beete-Mixgetränk mit Tequila, rosa Pfeffer und Agave, welches erstaunlich rund und fruchtig schmeckt und im Mund beinahe zergeht. Welch Kompositionen! Hinzu kommt, dass auch die ewig Nüchternen unter uns voll auf ihre Kosten kommen. Ich sage nur: Marmelada mit Kokos, Mandeln und Apfel – lecker!

Eine Küche zum Blick über den Tellerrand der eigene Ländergrenzen.

Zum Essen teilt man sich am besten mehrere kleine Teller und startet klassischer Weise mit dem grandiosen Sauerteigbrot von Brot ist Gold gleich um die Ecke. Dazu werden verschiedene kreative Aufstriche gereicht. Sommerlich geht es dann an die weiteren Speisen: Wir probieren neue fette Kartoffeln, so knusprig-kross und gebräunt, dass ich gleich Lust habe, endlich mal wieder zuhause Bratkartoffeln in die Pfanne zu werfen. Danach löffeln wir eine Erdbeer-Gazpacho, die sehr fruchtig, frisch und mit schwarzem Knoblauch veredelt ist.

 

Als warmen Hauptgang teilen wir dann das junge Frühlingsgemüse auf einem Risottobett, das uns total von den Socken haut! Dieses Risotto – so köstlich leicht und mit einer feinen Weißweinnote, passt ganz hervorragend zur Gemüse- und Blütenvieltfalt. Diese ist so geschmacksintensiv, dass ich mich wirklich frage, ob das, was ich sonst immer gegessen habe, eigentlich wirklich Karotten und Mangold waren oder doch etwas anderes? Dazu probieren wir noch den Blumenkohl mit Breznbröseln (da kann die Bayerin in mir nicht nein sagen) und Sauce Béarnaise, der mir zart-buttrig im Munde zergeht.

 

Zum krönenden Abschluss gönnen wir uns dann noch das Holundersorbet mit Beeren vom Demeterhof Weggun – das perfekte Sommerdessert und Erfrischung pur!

 

Chapeau Bonvivant, wir sind total begeistert und es wird nicht lange dauern, da entern wir deine Pforten auch noch zum Frühstücksglück. (Es soll wohl auch Pancakes geben…). Übrigens: auch der Gault-Millau zeichnete das Bonvivant direkt nach der Eröffnung 2019 direkt mit 14 Punkten aus.

Info

Bonvivant

Goltzstraße 32
10781 Berlin

Öffungszeiten

Do bis So von 18:00 – 00:00 Uhr
Sa und So auch 10:00 – 15:00 Uhr

Goltzstraße 32

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