Es wird euch sicher nicht überraschen, wenn ich euch verrate, dass die heutige kulinarische Perle, die ich für euch vorbereitet habe, schon lange auf meiner to-eat Liste stand. Es handelt sich um die schönsten Minitörtchen des veganen Kosmos in einem Café mit Wunderdeko an der Decke. Neugierig? Dann kommt mit ins be sweet in der Kollwitzstraße im feinen Prenzlauer Berg!

An einem klassischen Winternachmittag in Berlin (zu nennende Attribute sind hier: kalt, nass, grau, bah!) verschlägt es mich aus meinem schönen Kreuzberg auf eine längere Reise in den Norden der Stadt zu einer ganz besonderen Adresse: dem be sweet. Beinahe wäre ich an dem kleinen Café vorbeigelaufen, weil ich so tief in meinen riesigen Schal vergraben war. Man muss schon genau hinschauen, um den Eingang nicht zu verpassen, wenn keine Menschen vor den Türen sitzen und sich über Berge kleiner Minitörtchen hermachen.

 

Als ich dann den wunderschön gestalteten Raum betrete, bin ich begeistert! Innenarchitekt Thilo Reich (vielleicht so manchem ein Begriff aus dem Daluma) hat ganze Arbeit geleistet: an der Decke hängt ein riesiger Baumstamm mit Wurzeln. Ich fühle mich gedanklich sofort in den Wald und die pure Natur versetzt! Wie passend, dass alle angebotenen Produkte ausschließlich pflanzlichen Ursprungs sind. Auf dem schönen, weißen Tresen schwebt eine gläserne Vitrine, die perfekt von goldenem Licht umhüllt wird. Ich trete näher und komme aus dem Staunen kaum raus: es sind die schönsten Kuchen-Kunstwerke, die ich seit langer Zeit gesehen habe! Alle liebevoll angerichtet und geschmückt, und wohlbemerkt auf keinen Fall nur zum Ansehen da! Ich staune natürlich.

Es ist dann wohl Barrista Mat, der mich aus meiner Staunerei befreit und mich ganz herzlich begrüßt. Der gute Mat kommt aus Japan und macht mir einen zauberhaften Cappuccino mit Hafermilch und danach noch einen außergewöhnlich leckeren Filterkaffee. Wir kommen ein bisschen ins Gespräch und er erklärt, dass Inés, die Inhaberin des be sweet, heute leider nicht da ist. Das soll uns aber am Verkosten der Zaubereien nicht hindern.

 

Inés ist eigentlich Diplom-Designerin, jetzt aber dazu noch die erste rein vegane Patisseurin in Deutschland. Als Mat mir die winzig kleine Backstube hinter dem Verkaufsraum zeigt, in der Inés tagtäglich all‘ die kleinen Wunderwerke kreiert, bin ich schwer beeindruckt. Wie unglaublich strukturiert und organisiert muss ein Mensch sein, um auf diesen wenigen (maximal zwei!) Quadratmetern so viele und unterschiedliche Produkte fertigen zu können? Der Wahnsinn. Das zeugt für mich von außerordentlich großer Liebe zum Projekt.

Viele Gäste können gar nicht glauben, dass Inés das alles da hinten morgens selber backt.

Genug gequatscht, meine Geschmacksknospen wollen jetzt definitiv überzeugt werden.

Ich entscheide mich für drei kleine Köstlichkeiten:

 

Die Saftige Sünde

Rein augenscheinlich schon mal ein super Highlight. Laut Mat ist das der Bestseller des Ladens. Da erwarte ich jetzt natürlich Großes. Er erklärt mir, dass dieses schöne Türmchen aus saftigen Schokoladenböden besteht, dazwischen Mousse au chocolat und Himbeeren, Schokosplitter und Aprikosenmarmelade. Ich gabele rein. Der Turm stürzt ein bisschen zusammen, macht aber nichts. Die erste Gabel, die ich probiere ist eine Mischung aus fluffiger Mousse, einer Himbeere und Schokoladenbrownie. Mhhhhh. Unglaubliche, vegane (!) Köstlichkeit! Wahre Genießer schweigen und essen einfach das ganze Türmchen auf.

 

Der Rum Trüffel

Nachdem Mat mich ein bisschen ausgelacht hat, als er merkte, wie schokoladenlastig meine Bestellung hier wird, lasse ich mich natürlich erst Recht nicht beirren. Rum und Schokolade? Habe ich noch nie in einer schlechten Kombination gegessen. Damit kannst du (beziehungsweise: kann Inés) bei mir nur gewinnen. Mir begegnet ein weicher Schokoladenmantel in Form einer Trüffelcreme, der eine dunkle Schokomousse und einen rumigen Schokoboden umhüllt. Alles zerschmilzt zart und schokoladig in meinem Mund und ich genieße. Wer jetzt auf den Crunch hofft: Ja, es gibt ihn! Das kleine Wunder ist garniert vielen knackenden Kakaonibs, was dem ganzen einen noch vollmundigeren Schokoladengeschmack verleiht.

Dazu brauche ich nicht viel zu sagen. Ich liebe dieses Törtchen. Ein großes Danke an die wunderbare Schöpferin!

 

Der Erdbeer-Diamant

Auch hier muss man sagen: optisch alleine schon ohne dass ich probiert habe, ist dieses kubische Wunderwerk ein echter Hingucker in Zartrosa. Wow! Ein Nougatcremestrudel thront in einem kleinen Schälchen aus Schokolade, auf der Spitze des Küchleins und gibt der Sache ihre Vollendung. Auch geschmacklich enttäuscht hier nichts. Die rohköstliche Erdbeercreme schmeckt als wäre es Mai oder Juni: ich, barfuß im Erdbeerfeld dabei so viele Beerchen zu essen bis ich sie nicht mehr sehen kann. Himmlisch lecker fruchtig! Und dann der Pralinenschokoladenkern auf Schokoladenboden – eine unendlich zarte Schoki-Fantasie (und ihr wisst ja, wie viel Schoki ich davor schon verspeist hatte). Unglaublich köstlich.

 

Die saftige Sünde ist der Bestseller des Ladens. Und ich weiß jetzt auch, warum!

Begeistert von so viel Schönheit und so viel künstlerischem Handwerk, sitze ich noch lange auf meinem Platz am Fenster und träume vor mich hin. Irgendwann kommt Mat und stellt mir ein kleines Kännchen Filterkaffee vor die Nase: Probier mal! Der ist super lecker, sagt er. Ich grinse. Ich liebe das. Diese Gastfreundschaft, dieses goldene Licht im grauen Winternebel und vor allem liebe ich diese fantastischen Törtchen.

Info

Be sweet

Website
Kollwitzstraße 37
10405 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo. und Di. geschlossen
Mi. und Do. 13:00 – 19:00
Fr. 12:00 -19:00
Sa. 10:00 – 19:00
So. 12:00 – 19:00

Kollwitzstraße, Berlin, Deutschland

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