Nachhaltigkeit in der Gastronomie klingt gut und lockt neben Genuss auch moralisch. Da springen viele Restaurants gerne auf den Zug auf, halten aber weniger, als sie versprechen. Das ist bei Frea  anders. Das vegane Restaurant hat ein ganzheitliches Konzept, das Nachhaltigkeit konsequent in allen Schritten mit viel Bewusstsein durchzieht – und das, ganz ohne Müll zu produzieren. Hier ein paar Facts über das erste Zero Waste Restaurant in Berlin und seine Betreiber.

Die Betreiber und der Chefkoch

Im August 2017 kam David die Idee, ein veganes Restaurant zu eröffnen, das keinen Müll produziert. Mit 32 Jahren führt er nun ein Lokal, in dem man auch unter der Woche vorab reservieren muss, um einen Tisch zu bekommen – denn in Berlin ist das Frea grade heiß.

 

Nach seinem Abi stand David für ein Jahr im Katzorange  hinter der Bar und so fand er damals seinen Weg in die Gastronomie. Nach diesem Jahr machte er sich prompt mit einem Catering selbstständig. Es folgten der eigene Blog Johnny & The Food und diverse Youtube-Videos, in denen er mitunter Rezepte, Tipps und den veganen Lifestyle präsentiert. Als ihm die Idee zu seinem Restaurant kam, suchte David nach Orten, an denen das Zero Waste-Konzept bereits erfolgreich umgesetzt wird. Er landete im Silo in Brighton, wo er auch Freas Chefkoch Halfdan kennengelernt hat.

 

Halfdan hat seine Ausbildung in Oslo gemacht und arbeitete in diversen Sterneküchen bevor er letztes Jahr ins Frea Team kam. In den 3-Sterne Restaurants Benu, Geranium und Diverxo konnte er viele Erfahrungen und Inspiration sammeln, die er jetzt in den Zero Waste-Rezepten im Frea umsetzt.

 

Jasmin macht das Trio komplett. Sie leitet das Frea mit David zusammen und ist als Überzeugungstäterin vom Consulting zur Gastronomie gewechselt.

Die Wundermaschine

Im Frea steht eine Maschine, die wahre Wunder bewirkt. Innerhalb von 24 Stunden werden Speisereste, Stiele, Strunke und andere Überbleibsel in einen Bodenersatzstoff verarbeitet. Dieser wird dann wiederum von den Zulieferern bei der Produktion von Gemüse&Co verwendet. Die Produkte bezieht das Frea übrigens von den Zulieferern der Markthalle 9. So schließt sich der Kreis und das Frea ist müllfrei. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, aber die perfekte Mischung aus Bakterien, Bewegung und Temperatur macht es möglich. Das wirft natürlich die Frage auf, warum diese Verarbeitungsweise nicht von mehreren Restaurants übernommen wird. Das Frea macht sie auf jeden Fall nochmal attraktiver.

Der Einrichtungsstil vom Frea ist eine Mischung zwischen Industrial-Chic und Naturbezug. Der Boden ist roher Beton und einige Wände sind unverputzt. Ein Highlight ist der gelb-, ockerfarbene Wandstreifen mit Backsteinen. Er sieht aus, wie ein Kunstwerk und wurde von David&Co auch aufwendig bearbeitet. Tische, Stühle und Sitzbänke sind ein buntes Sammelsurium aus verschiedenen Holzarten. Die Mischung verleiht dem Restaurant eine spielerisch leichte Komponente im Kontrast zum Industrial-Chic. Viele Pflanzen, Trockenblumensträuße und Kunstwerke aus Naturmaterialen sind akzentuiert im Restaurant arrangiert. Ich fand es toll, dass mir David erzählte, dass ihr Konzept von zero Waste bereits beim Umbauprozess berücksichtigt wurde. Das Resultat ist ein Restaurant, das den Gästen ein heimeliges, gemütliches Gefühl beim Genuss vermittelt. Wer also Lust auf einen Abend mit bestem Gewissen haben möchte, geht ins Frea.

 

 

Info

Frea
Torstraße 180
10115 Berlin

 

Öffnungszeiten:
Mo – So: 18-24 Uhr

FREA, Torstraße, Berlin, Deutschland

#Nachhaltigkeit#vegan#zero waste