Das mit dem neuen Jahr ist ja immer so eine Sache. Je näher der 31. Dezember rückt, desto lauter werden die Stimmen im Kopf, die uns sagen: „Nächstes Jahr könnte man doch alles ganz anders machen. Also besser.“ Und schon wächst der Stress im Bauch, denn das hat ja schon die letzten Jahre eher mäßig geklappt. Die guten Vorsätze entpuppen sich meist doch mehr als Eintagsfliegen und Zweitagsmücken. Warum also diesmal? Wir haben mal rumgefragt und uns von 4 Menschen aus dem Umfeld der Redaktion je einen guten & überholten Neujahrsvorsatz geben lassen. Vielleicht inspiriert euch ja der ein oder andere. Und wenn nicht, könnt ihr am Ende immer noch sagen: „Mir doch egal, ich mach genauso weiter.“ Finde ich sehr okay.

1 David

Gesünder essen (überholt) & mehr reisen (gut)

David, wie sicher der eine oder die andere aus meinen Artikeln schon entnehmen konnte, ist mein Mann. Und es gibt niemanden, der den schönen Dingen des Lebens so zuspricht wie er. Sei es leckeres Essen, guter Wein, abenteuerliche Reisen oder lange Nächte – sein Leben so zu führen wie David ist sicherlich nicht die gesündeste aller Lebensweisen. Aber sicherlich auch keine, bei der man am Ende des Lebens einmal von einem Reuegefühl à la „Was habe ich verpasst“ eingeholt werden wird. Deshalb ist es für mich und alle, die ihn kennen, wenig überraschend, dass er findet: Sich für das neue Jahr vorzunehmen, gesünder (oder gar weniger) zu essen, sei ganz und gar überholt. Denn damit nähme man sich ja selbst eine der tiefsten Quellen des alltäglichen Glücks. Eine andere solche Quelle, allerdings eher weniger alltäglich, ist das Reisen. Und auch das dürfte wenig überraschen, denn von diesen gemeinsamen Reisen berichte ich Euch ja regelmäßig und euphorisch. Das ist also durchaus ein guter Vorsatz meines Mannes, den ich ganz und gar unterstütze. Auch wenn wir versuchen sollten, unsere Reisen etwas mehr in Einklang mit unserem Einsatz für Umwelt & Natur zu bringen.

2 Sabrina

Diät machen (überholt) & weniger Plastik verbrauchen (gut)

Ja, der letzte Punkt ist natürlich einer, der viele von uns beschäftigt und einige von uns noch viel mehr beschäftigen sollte. Sabrina, eine liebe Kollegin, gehört zur ersteren Sorte. Seit quasi immer schon Vegetarierin achtet sie sehr auf die Umwelt und ihren eigenen ökologischen Fußabdruck. Den will sie im neuen Jahr noch kleiner werden lassen, denn ihr Plastikverbrauch, findet sie, kann noch deutlich reduziert werden. Dafür gibt es zu vielen alten Einmal-Plastik-Lösungen längst tolle Alternativen für den Alltag, seien es Strohhalme aus Glas und/ oder Metall, wiederverwendbare „Frischhaltefolie“ aus Wachstuch oder Tupperware in den Supermärkten, die an der Frischetheke statt Papier und Plastik zum Einsatz kommen. Weniger Essen soll aber in die Tupperware nicht auf einmal kommen, nur weil 2020 ist. Denn eine Neujahrs-Diät bzw. eine Vorsatz-Diät findet Sabrina total überholt. (Sabrina ist allerdings auch gertenschlank und kann das deshalb ganz leicht finden. AdR.)

3 Verena

Weniger rauchen (überholt) & mehr Zeit nehmen (gut)

Verena ist nicht nur Teil der Redaktion von Urban Pioneer, sondern auch im Digital Team von David+Martin. Das digitale Leben ist ja, wie wir alle wissen, eher ein Hochgeschwindigkeitszug als eine Bummelbahn – jede Sekunde zählt, schnelle Reaktionen sind gefragt, das WWW erfindet sich permanent neu und sie muss dabei sein. Kein Wunder also, dass sie sich für das neue Jahr vor allem „mehr Zeit“ vorgenommen hat. Genauer gesagt, sich mehr davon zu nehmen für die wichtigen Dinge: Freunde, Familie, sich selbst. Entschleunigung also – sicher ein Wunsch, den viele von Euch ebenfalls hegen. Verenas Raucherpausen und Genusszigaretten bleiben deshalb fester Bestandteil ihres Alltags, quasi als elementarer Pfeiler der Entschleunigung, und werden nicht durch überholte Vorsätze von der Agenda gestrichen.

4 Nadja

Weniger Fleisch essen (gut) & mehr Disziplin haben (überholt)

Zu guter Letzt (nicht dass damit das Team vollständig wäre, den Rest stelle ich Euch gern an anderer Stelle vor): ich. Ich muss ehrlich sein, denn ich halte nicht viel von Neujahrsvorsätzen. Irgendwo werden die an sich guten Ideen für ein besseres Leben durch die Willkür des Datums banalisiert. Das ist schade. Aber schon seit einer Weile habe ich mir vorgenommen, meinen Fleischkonsum drastisch einzuschränken. Ethische, aber vor allem ökologische Gründe geben hier den Ausschlag – und vielleicht schaffe ich es ja irgendwann sogar zu Vegetarierin (und damit zur Geschiedenen, denn das eine wird wohl zwangsläufig das andere nach sich ziehen, siehe Davids Vorsätze…). Und da wären wir ja auch schon beim Thema „Schaffen“ und bei der Disziplin, von der ich im neuen Jahr lieber nicht mehr haben möchte. Vielmehr wünsche ich mir, dass ich besser umgehen lerne mit den Situationen, in denen meine Disziplin mich mal im Stich lässt und ich eventuell nicht das Beste rausgeholt habe. Denn auch das gehört eben zum Leben. Oder zumindest ab diesem Jahr zu meinem.

#2020#Neujahr#Silvester#Vorsätze