Die Quarantänezeit während der Corona-Pandemie ist für alle schwierig – für manche aber mehr, als für andere. Viele Kulturschaffende, Alleinerziehende und Kranke brauchen gerade dringend Hilfe und Unterstützung. Wer nicht risikogefährdet ist, kann jetzt die Initiative ergreifen und Solidarität beweisen.

Die Corona-Krise stellt unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt auf eine harte Probe. Jeder einzelne von uns muss gerade auf vieles verzichten, um andere damit zu schützen. Natürlich ist es schade, dass die Bars zu haben, man nicht zum Mannschaftstraining darf und das Frühlingswetter gerade nicht mit Freunden im Park ausnutzen kann. Aber am Ende dämmen wir damit gemeinsam die Verbreitung des Virus SARS-CoV-2 massiv ein. Nie war es einfacher, Menschenleben zu retten – man muss einfach nur zuhause bleiben.

 

Die Quarantäne stört wahrscheinlich jeden, doch manche Menschen trifft sie härter, als andere. Patienten mit riskanten Vorerkrankungen und alte Menschen, die das Haus nicht mehr verlassen dürfen, benötigen dringend Lebensmittel oder Medikamente. Viele Eltern müssen sich um ihre Jobs im Homeoffice kümmern und gleichzeitig ihre Kinder betreuen. Und wieder andere können mit ihrem Beruf überhaupt nicht von zuhause aus arbeiten und müssen nun um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Deshalb ist jede mögliche Unterstützung gerade so wichtig.

Wer seine Nachbarn unterstützen möchte, kann über die Homepages wirhelfen.eu, wirgegencorona.com oder nebenan.de ganz einfach deutschlandweit ohne Anmeldung Hilfe anbieten und für andere einkaufen gehen, Kinder betreuen und viel, viel mehr. Du wirst dort unkompliziert und direkt an einen Ansprechpartner vermittelt, der deine Hilfe benötigt. In München kann man sich auch beim Verein „Münchner Freiwillige“ unter der Nummer 089 46132983, per Mail oder per Online-Formular melden, um ebenfalls kleinere Besorgungen zu erledigen, Medikamente zu holen oder dringende Post aufzugeben. Um Ansteckungen zu vermeiden, wird jedem Hilfesuchenden nur ein Helfer zugeteilt. Schaut auch mal bei Facebook, ob es für eure Stadt eine Corona- Hilfsgruppe gibt, in der ihr euch engagieren könnt. Unter dem Hashtag #nachbarschaftschallenge zeigen bereits dutzende Menschen, wie sie ihre Mitmenschen auf unterschiedlichste Weise solidarisch unterstützen.

 

Um kulturellen Einrichtungen oder Gastronomien in der schweren Zeit über die Runden zu helfen, könnt ihr online oder telefonisch Gutscheine für die Zeit danach kaufen. Jeder finanzielle Puffer bringt den Betreibern jetzt erstmal große Erleichterung und hilft vielleicht dabei, Arbeitsplätze zu erhalten. Klar, Bars und Cafés haben nun weitestgehendst geschlossen. Die meisten Restaurants bieten dennoch ihr Menü zum Abholen an. Auch eine Möglichkeit: kauft einfach eure Weihnachtsgeschenke für dieses Jahr schon im März im Onlineshop und bleibt dadurch euren Lieblingsläden treu.

 

Auch Spenden werden dankend angenommen: Viele freischaffende Künstler mussten Termine absagen und können sich ohne finanzielle Hilfe gerade nur schwer über Wasser halten. Ihr könnt an zahlreiche Stiftungen wie die Deutsche Orchester-Stiftung spenden, die Nothilfefonds an Musiker verteilt. Eine weitere Möglichkeit der Initiative #AktionTicketBehalten ist, das Geld für die Tickets abgesagter Veranstaltungen nicht zurückzuverlangen und dadurch symbolisch zu spenden. Künstler haben nun aber auch die Möglichkeit, ihren Auftritt, Lesungen oder Musikstunden im reduzierten Format über wirstreamen.es kostenlos online zu übertragen.

Nicht nur finanzielle Spenden, sondern auch Blutspenden werden benötigt: viele Notfall-Patienten brauchen dringend weiterhin Blutpräparate, auch zu Corona- Zeiten. Im Gegensatz zu Konzerten oder Aufführungen werden Blutspende-Termine staatlich nicht untersagt. Wer sich gesund fühlt und sich in keinem Risikogebiet aufgehalten hat, darf deshalb unter gewissen Voraussetzungen weiterhin beim Deutschen Roten Kreuz spenden und dafür ausnahmsweise das Haus verlassen. „Ein Cafébesuch lässt sich nachholen, eine lebensrettende Blutspende nicht“, mahnt Pressesprecher Stephan Küpper. Die aktuellen Vorkehrungen bieten einen besonders hohen Schutz für Spender und Empfänger. Zudem ist eine Ansteckung vor Ort extrem gering, da grundsätzlich nur Menschen spenden gehen, die sich gesund fühlen. Informiert euch zu den Terminen und den Sicherheitsvorkehrungen online. Das DRK sucht auch neue Spendelokale, nachdem einige davon geschlossen werden und so Termine abgesagt werden mussten.

 

Wann habt ihr das letzte mal kostenpflichtig ein Video ausgeliehen? Ist zu Zeiten der Online- Streamingdienste wahrscheinlich schon eine Weile her. Doch jetzt könnt ihr Filme für einen guten Zweck gucken und zum Preis einer normalen Eintrittskarte Kinofilme der deutschen Filmverleihe Grandfilm und Eksystent online ansehen. Die Einnahmen teilen beide jeweils 50:50 mit den kleineren Independent-Kinos, in denen ihre Filme sonst gezeigt worden wären – ihr könnt euch sogar aussuchen, welches Kino ihr unterstützen wollt. Davon profitieren zum Beispiel in München das Werkstattkino, in Berlin der Film­rausch­pa­last und das Wolf Kino und in Hamburg das Abaton oder 3001. Einige Filme, wie etwa „Isadoras Kinder“, werden sogar schon vor dem geplanten Kinostart veröffentlicht. Das Repertoire wird nach und nach hochgeladen und ist bei Vimeo oder „Kino on demand“ verfügbar.

 

Petitionen könnt ihr weiterhin bequem von zuhause aus unterschreiben. Aktuell sind davon einige im Umlauf, die speziell oben genannten Branchen helfen. So bittet „Hilfe für Freiberufler und Künstler während des #Corona-Shutdowns“ auf Openpetition.de Finanzminister Olaf Scholz um schnelle, monetäre Hilfe für alle, die zugunsten der allgemeinen Gesundheit Auftritte absagen mussten. Ebenfalls an den Finanzminister richtet sich eine Petition auf Change.org, die noch einen Schritt weiter geht und gleich für alle Menschen in Deutschland das bedingungslose Grundeinkommen für die nächsten 6 Monate fordert.

#corona#initiative#nachbarschaftshilfe