Überraschend, aber wahr: Der größte amerikanische Fleischvermarkter Tyson Foods investierte 2016 bereits in 5% von Impossible Foods, wohlwissend, dass Impossible Foods ein im Silicon Valley angesiedeltes Start-Up ist, das ausschließlich „Fleisch“ aus Pflanzen herstellt. Ende 2017 wurde dann bekannt, dass Tyson Foods seine Anteile erhöht.

Aber nun erst einmal zurück zum Anfang. Burgerpatties aus Pflanzen? Uahhhh, Gähn! Da denkt man sehr schnell an Grünkern-Soja-Ersatz-Patties, die zwar irgendwie eine gesunde Anmutung haben, manchmal auch echt okay schmecken, aber wenn wir einmal ganz ehrlich sind: Mit Fleischersatz hat das nun geschmacklich rein gar nicht zu tun.

Seit einiger Zeit beobachten wir zwei spannende Unternehmen aus den USA, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt ein bisschen besser zu machen, respektive Fleisch aus Pflanzen „nachzubauen“. Zum einen gibt es da eben Impossible Foods. Alles startete mit der Frage: Warum schmeckt Fleisch wie Fleisch? Mehr als 6 Jahre wurde jeder Aspekt beleuchtet. Was macht das sensorische Erlebnis aus, wie sieht Fleisch genau aus, roh und wenn es gerade anbrät, was genau passiert wenn wir herzhaft in einen Burger beißen? Damit Pflanzen wie Fleisch schmecken können, braucht es eben einiges an Zeit und vor allem eine Menge Molekularwissen.

Zum anderen gibt es noch Beyond Meat. Auch hier brauchte man einige Jahre, um aus Erbensproteinen ein schmackhaftes Stück Pflanzenfleisch zu bauen. Investment-Koryphäen wie z.B. Bill Gates investierten bereits 2013 in das amerikanische Unternehmen.

The world’s first plant-based burger that looks, cooks and satisfies so much like beef, that it’s in the meat section of grocery stores.

Nach einigen Versuchen wurde 2016 dann der Beyond Burger gelauncht und war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Während sich Beyond Burger darauf konzentriert, in higher-end Restaurants wie David Changs Momofuku Nishi, Traci des Jardins Les Jardinières oder auch Chris Cosentinos Cookscomb zu platzieren, setzt der Konkurrent Impossible Foods auf Masse. Nach Listungen im Einzelhandel, wie zum Beispiel bei Safeway und Albertson, zeigt sich die Liaison mit Sysco, einer der größten Foodservice-Firmen, als neuester Clou. Denn so werden nun auch Kantinen, Mensen und ähnliche Institutionen mit den pflanzlichen Fleischprodukten beliefert.

Bei beiden Produkten wird uns versprochen, ein rein pflanzliches Produkt zu bekommen, das sich wie Fleisch verhält und schmeckt, aber eben aus pflanzlichen Inhaltsstoffen besteht. Die Diskussionen zwischen Veganern, Umweltschützern und Fleischliebhabern sind, wie erwartet, sehr kontrovers. Während die einen schimpfen, dass die Züchtung von z.B. Kühen einen viel zu großen ökologischen Fußabdruck hinterlässt und die Welt deswegen genau solche Produkte braucht, mockieren die anderen sich über die ellenlange Zutatenliste des Ersatzfleisches. Wir freuen uns wie immer über Diversität und Produkte, die aufrütteln.

Brandaktuell und während des Schreibens entdeckt: Die Firma Wiesenhofübernimmt den Vertrieb von Beyond Meat in Deutschland. Über den genauen Startzeitpunkt wird noch nichts verraten, aber klar ist: Den Beyond Burger wird es bald in Deutschland geben! Wir bleiben gespannt!

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