Mintel kürte das Gewürz Kurkuma, „Turmeric“ in englisch, zum Superfood des Jahres 2016 und selbst The Guardian war davon im gleichen Jahre schon total überzeugt. In 2017 sollte es immer noch Trend sein – wir haben es einfach ignoriert. Wieso? Manche Trends erreichen Deutschland einfach nicht oder nie und wir hatten bis dato nicht das Gefühl, dass die Kurkuma-Welle Restaurants und Cafés überrollt hat.

Nichtsdetotrotz hat es das Thema jetzt auf diesen Blog geschafft. Und zwar durch ein Getränk, das uns kürzlich und des Öfteren über den Weg gelaufen ist: Die goldene Milch oder auch Kurkuma Latte! Auf Instagram schon mit fast 80.000 Bildern in die mittlere Popularitätsriege aufgestiegen und auf dem ein oder anderen Clean & Healthy Eating Blog rauf- und runterdiskutiert, wollen wir auch über das vermeindliche Kult-Getränk sinnieren.

Aber kurz zurück zum Anfang: Kurkuma, das gelbe Gewürz, welches wir vor Allem aus Currymischungen kennen, wird auch indischer Safran genannt. Und wenn man Safran hört, kann man sich die sattgelbe Farbe direkt vor dem inneren Auge vorstellen. Die krautige Pflanze kann bis zu 1 Meter hoch werden und bildet knollenartige Wurzelauswüchse, die stark an die Ingwerknollen erinnern, die wir im Supermarkt kaufen können. Angebaut wird Kurkuma vor Allem in Indien bzw. Südostasien. Dort wird sie seit über 5.000 Jahren bereits als Heilfpflanze gehandelt und hat so ihren Weg in die Chinesische Medizin (TCM) als auch in die indische Medizin Ayurveda geschafft. In der Ayurveda Medizin zählt sie zu den „heißen“ Gewürzen, denen eine reinigende und energiespendende Wirkung nachgesagt wird.

Während die südostasiatische Küche Kurkuma haupsächlich frisch und gerieben in Gerichten verarbeitet, wird in Indien meist getrocknetes Kurkuma verwendet. Hauptbestandteile von Kurkuma sind zum Einen ätherische Öle und zum Anderen die sogenannten Curcuminoide. Curcuminoiden wird nachgesagt, dass sie nicht nur eine antioxidative, krebshemmende, sondern auch schmerz-, und entzündungshemmende Wirkung haben.  Ähnliches gilt für die ätherischen Öle. Studien zufolge enthält pures Kurkuma-Puder allerdings nur ca. 3% der Curcuminode, weswegen der tatsächliche Effekt sich vermutlich in Grenzen halten dürfte.

Nichtsdestotrotz glauben wir, dass eine über Jahrhunderte alte Tradition der Heißgetränk-Zubereitung jetzt auch nicht so falsch sein kann und besonders hübsch kann sie auch aussehen. Und da schließt sich der Kreis zur goldenen Milch! Goldene Milch oder auch Tumeric Latte nennt sich ein Getränk aus warmer Milch – dabei kann zwischen Kuh- oder einer Ersatzmilch aus Mandel, Soya oder ähnlichem gewählt werden – und Kurkuma. Allerdings ist Kurkuma nur ganz schwer wasserlöslich, weswegen zum Beispiel natives Kokosöl hinzugefügt werden sollte, mit dem sich das Puder verbinden kann. Alternativ wählt man direkt eine Kurkuma-Paste aus. Kurkuma, Milch und eine Prise gemahlenen, schwarzen Pfeffer kocht man auf, fügt Öl und wenn gewollt etwas Süße, z.B. Honig, hinzu. Fertig ist die goldene Milch.

Wer keine Lust auf Gewerkel zuhause hat, kann sich auch in München in Cafés wie dem Tushita Teehaus, dem Genussmacher in Schwabing oder der veganen Deli Kitchen goldene Milch servieren lassen. In Berlin wiederum könnte man in das Lykke Berlin oder in The Bowl einkehren. London ist natürlich schon seit langer Zeit dabei! Hier ist das Nama Foods eine gute Adresse!

Und für die ganz convenienten unter euch kann man auch schon fertiges Gemixe oder einfach anzurührende Fertigmischungen kaufen. Zum Beispiel bei der Pressed Juicery, den Freunden von Rebbl und auch Voelkel hat hier mittlerweile drei Produkte im Sortiment. Hier in Deutschland findet man z.B. auch Puderformate von Justspices.

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