Eigentlich wurde das Sandwich ja nach J. Montague benannt, dem 4. Earl of Sandwich (1718 bis 1792), der am Spieltisch belegte Brote aß, um das Spiel nicht unterbrechen zu müssen. Von vielen geliebt, von mittlerweile wahrscheinlich genau so vielen aufgrund des hohen Carbs-Anteil gemieden, ist „belegter Teig“ aber in irgendeiner Form fast in jeder Kultur und Küche zu finden. Hier kommen unsere Lieblingsalternativen zum belegten Brot. Hm, ob die dann eigentlich noch Sandwich heißen dürfen…? 

Unsere amerikanischen Freunde sind sich in dieser Frage auch nicht so sicher und sinnieren fleißig darüber, ob und wie das Sandwich denn jetzt nun definiert werden sollte… Aber lest doch einfach selbst nach. Laut dem Artikel 5 Ways to define a sandwich, according to law der amerikanischen USDA (US Department of Agriculture) sind Burritos, Wraps und Hot Dogs zum Beispiel keine Sandwiches, aber „sandwich-like“. Ach Gott, wer soll da noch folgen können?

Unabhängig von jedweder Definition haben wir uns für euch einmal auf die Suche nach unseren liebsten Alternativen zum klassischen Sandwich gesetzt. Und dabei folgende Formel herausgefunden: Brot (alternativ Teig) + X = lecker!

 

 

#Jianbing (煎饼)

Jianbing nennt sich DAS chinesische Frühstücks-Streetfood, welches mit den französischen Crêpes zu vergleichen ist. Die Geschichte besagt, dass vor circa 2.000 Jahren die Soldaten in der Shandong Region im Südosten Chinas vor einer großen Hungersnot standen, da sie ihre Woks während der langanhaltenden Kämpfe verloren hatten. Daraufhin befahl ihr Kommandant, dass sie aus Wasser und Mehl Teig herstellen sollten, um diesen auf mit Feuer erhitzten Schilden oder Kupferplatten zu backen. Heute (bzw. in Zeiten ohne Not) kann die Mehlmischung aus Weizen-, Soja-, Mais- oder Bohnenmehl bestehen. Oft geben Mie-Nudeln dem Teig noch eine etwas festere Textur. Klassisch werden die Fladen z.B. mit Hoisin-Sauce, Ei, kleingehackten Lauchzwiebeln und knusprigen Wonton-Crackern gefüllt. Mittlerweile gibt es natürlich unzählige weitere Varianten, mit oder ohne Fleisch. In München konnten wir Jianbings bis dato noch nicht finden, aber in Berlin bekommt ihr sie z.B. im Wok Show.

#Arepas

Arepas werden typischerweise in Kolumbien, Venezuela und auch in Panama gegessen. Dabei handelt es sich um Maisfladen, die aus Maismehl, Wasser und Salz zubereitet werden und die in den genannten Ländern zu den Grundnahrungsmitteln zählen. Der rohe Teig wird geknetet, zu Kugeln geformt und danach zu einem handflächengroßen Fladen zusammengedrückt. Diese werden dann entweder ausschließlich auf einer heißen Ofenplatte beidseitig angebacken, oft aber auch noch zusätzlich im Ofen nachgebacken oder in Öl frittiert. Im Anschluss serviert man die Arepas immer sofort und noch warm.  Dafür werden sie an einer Seite aufgeschnitten und mit z.B. würzigen Fleischfüllungen, Käse, Avocado, Fisch oder Ähnlichem gefüllt. Hierzulande kann man Arepas z.B. in Berlin bei Kärrecho oder in München im Café Stockholm schlemmen.

#Baozi (包子) or Hawai’ian Manapua

Baozi sind gedämpfte Teigtaschen, die vegetarisch oder mit Fleisch gefüllt werden, z.B. mit Char Siu (gegrilltem Schweinefleisch kantonesischer Art). Der bekannte chinesische Teig-Snack wird traditionell zum Frühstück gegessen. Auch hier führt die Geschichte bis in das 3. Jahrhundert zurück. Und auch hier war ein Militärstratege am Werk: Denn den Truppen drohten Krankheit und Niederlage, also musste eine Stärkung her! Mittlerweile sind die kugeligen gefüllten Teigtaschen im kompletten asiatischen Raum zu finden. Und nicht nur da, denn die vielen chinesischen Emigranten, die z.B. im 19. Jahrhundert auf der Suche nach Arbeit nach Hawai’i kamen, brachten ihre Rezepte auch dorthin mit. Die Hawaiianer übersetzten das Gericht in ihre eigene Sprache, und daraus wurde dann mea ʻono puaʻa, kurz Manapua, was so viel heißt wie „leckeres Gebäck, gefüllt mit Schwein“.  „Mea ono“ steht für Kuchen oder Gebäck und „pua’a“ für Schwein. Im Original wird das Teigstück gedünstet und eben mit Schweinefleisch gefüllt. Mittlerweile gibt es natürlich unendlich viele Versionen, unter anderem z.B. mit chicken laulau (Hühnchen im Bananenblatt gedünstet) oder süßer Bohnenpaste. In Deutschland bekommt man Manapua so leider nicht. Baozi sind allerdings in allen Varianten relativ einfach zu bekommen. In München z.B., so munkelt man, soll es die besten Baozis im Andelong Imbiss geben.

#arepas#baozi#manapua#sandwichalternativen