Essen ist längst zur Wissenschaft geworden. Es geht schon lange nicht mehr nur schlicht darum, satt zu werden, oder dem puren Genuss zu frönen. Schöne, trainierte Körper sind wichtiger geworden denn je und erst gestern hatte ich beim Einkaufen ein Pärchen hinter mir an der Kasse, das gerade über Ernährung sprach. Er hatte „Massephase“, sie wollte abnehmen. Er das Adonis-Schönheitsideal vor Augen, sie das des Victoria’s Secret Models. Der Haussegen hing auf jeden Fall schief.

Und seien wir doch ehrlich: So ziemlich jeder achtet mittlerweile darauf, was er seinem Körper so zuführt. Klar, es gibt auch viele Situationen, in denen wir mal fünfe grade sein lassen und einfach essen, worauf wir Lust haben. Klassisches Beispiel: Der Döner oder die Currywurst nachts nach dem Clubbesuch. Doch ansonsten: Greift man immer öfter zum gesunden Snack in der Mittagspause. Doch was heißt nun gesund? Dass „light“ oder „diet“ nicht immer automatisch bedeutet, dass wir uns und unserem Körper auch etwas gutes tun, ist ja bekannt. Low Fat muss nicht bedeuten, dass auch die bösen Kohlenhydrate reduziert sind und umgekehrt. Nährwerte stehen zwar auf der Verpackung, aber was, wenn man die gar nicht zu Gesicht bekommt? Im Restaurant zum Beispiel, oder bei Freunden?

 

Nährwertangaben in Sekundenschnelle

Auf der CES in Las Vegas wurde nun ein Gadget vorgestellt, dass diese Problematik aus der Welt schaffen könnte: Der DietSensor, ein Molekularsensor im Miniformat, der über WiFi mit dem Smartphone verbunden wird. Mit Hilfe von nahem Infrarotlicht (NIR) kann Nahrung analysiert werden, da die Moleküle unterschiedlicher Nahrungsmittel ein abweichendes Schwingungsverhalten aufweisen. Kurz: Mit Hilfe von ausgefeilter Technik erscheinen auf unserem Smartphone-Bildschirm Infos zur Zusammensetzung dessen, was auf dem Teller liegt. Und das ganze mit einem Gerät, das selbst nur 35 Gramm wiegt.

Doch damit nicht genug, es hilft uns schließlich wenig weiter, nur die Inhaltsstoffe zu kennen. Die App zum DietSensor geht noch einen Schritt weiter und verrät uns – angepasst an unseren Körper und unsere Ziele – wie viel wir denn von einer bestimmten Speise essen sollten. So hat man seinen eigenen Ernährungscoach immer dabei.

Gute Idee eigentlich. Allerdings gibt es da noch ein paar Haken, wie auch bei anderen technischen Innovationen: Zum einen wird es wohl für einige verwunderte Blicke sorgen, wenn man im Restaurant anfängt, das Essen mit dem DietSensor zu untersuchen. Vor allem, wenn man neben dem Sensor außerdem eine Waage auffährt, um zu den Nährwertangaben auch das Gewicht zu ermitteln. Dann gibt es da noch das Problem, dass man das Essen ja erst einmal bestellen muss, bevor man es analysieren kann. Dann sind da natürlich noch die Kosten. Und vor allem: Wollen wir das wirklich? Oder eben doch das Leben genießen, wie es kommt?

Praktisch ist der DietSensor hingegen für alle, die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden und wissen möchten, ob sie Speisen risikofrei genießen können, oder nicht.

#smart