Der Supper Club hat seinen Ursprung auf Kuba. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage waren Menschen gezwungen, ihr Essen zu teilen und an Restaurantbesuche war erst gar nicht zu denken. So verabredete man sich in wechselnden, privaten Wohnungen, jeder brachte Essen und Getränke mit und ein Hobbykoch bereitete ein Dinner zu. Anfang des 20. Jahrhunderts erfreute sich diese Art des Dinierens zunächst in den USA und London großer Beliebtheit. Heute finden wir Secret Supper Dinner weltweit in vielen Großstädten. In München lädt Sebastian alias „Gourmandpunk“ zum geheimen Dinner in seinem Wohnzimmer ein. Und zum 5-jährigen Jubiläum waren wir dabei!

Seit mittlerweile bereits 5 Jahren organisiert der gelernte Koch regelmäßig Supper Clubs in München. Doch anders als bei ihrer Entstehung Jahre zuvor, entstehen geheime Dinner-Treffen wie das seine heute nicht aus der Not, sondern aus der Lust an einem etwas anderen „Restauranterlebnis“. Neue Leute kennenlernen, neue Gerichte probieren und somit neue kulinarische Erfahrungen machen: Die Lust auf Neues und Unbekanntes, macht für viele Gäste den Reiz am Supper Club aus. Köche hingegen schätzen die privaten Dinner aus einem anderen Grund: „Beim Supper Club kannst du kochen was du willst und du weißt nicht wer kommt. Das macht einfach Laune und sorgt bei mir für Abwechslung, die ich regelmäßig brauche“, erklärt uns Sebastian, der Social Dining Chef.

Nach vielen Jahren in der Gastronomie und Hotellerie war er mit seinem beruflichen Alltag alles andere als zufrieden: „Entweder habe ich 16 Stunden am Tag gearbeitet, konnte allerdings gute Produkte verwerten, oder ich hatte einen normalen 8 Stunden-Tag und musste nur Mist verarbeiten.“ Die Leidenschaft am Kochen und für gutes Essen, sowie den Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln blieb ihm jedoch weiterhin erhalten. Um wirklich wieder etwas mit Essen kochen bewirken zu können, gründete er schließlich Gourmandpunk – ein etwas anderer Gastroblog und eine etwas andere Supper Club Reihe.

Was Sebastians Supper Clubs von anderen unterscheidet, ist die Flexibilität. Was auf den Teller kommt, ist bei keinem Event gleich: „Ich gehe einfach einen Tag vorher einkaufen. Ich mache mir da keinen Druck. Ich kaufe und kombiniere das was ich will und auf was ich Lust hab‘. Cool ist es, wenn es regional und saisonal erzeugt ist“, erklärt uns der Social Dining Chef. Auch die Location wechselt ständig. Meist lädt er zum Dinner in sein eigenes Wohnzimmer, doch hin und wieder „bieten Leute, die schon mal beim Supper Club waren, ihre Wohnung an und dann kommt das eine zum anderen“, so Sebastian. Auch in Outdoor Locations hat der Social Dining Chef schon eingeladen.

Sebastians persönliches Highlight an seinen Supper Clubs, sind die Geschichten und Erzählungen seiner Gäste: „Es ist einfach interessant zu erfahren, wie andere Leute leben und was sie beruflich so machen. Da erfährt man einiges und es kommen spannende Geschichten zu Tage.“ Und damit diese Geschichten so spannend wie möglich bleiben, kommt ihm kein Gast zweimal ins Haus. Fürs Secret Supper Dinner von Sebastian kann man sich nicht etwa einfach anmelden. Nein, man muss eingeladen werden. Die 14 Plätze beim Dinner werden unter allen auf Gourmandpunk angemeldeten Interessenten verteilt. Die Einladungen verschickt der Social Dining Chef höchstpersönlich. Kommt ihm ein Name bekannt vor, so dreht er das Glücksrad ganz schnell weiter.

Auch wir hatten vor kurzem das Glück eine der begehrten Einladungen in unserem Postfach zu finden. Eine kurze Einführung ins Prinzip, den Ort und die Zeit des Geschehens sowie die Kosten und Nutzen des Abends – mehr wird noch nicht verraten. Versprochen wird uns ein 4-Gang Überraschungsmenü, das wir mit 14 Personen genießen würden. Um den Wein sollten wir uns kümmern, für alle anderen Getränke würde das Supper Club Team sorgen. Für den Abend wurde ein Unkostenbeitrag von 49 € erhoben. Was hiervon nach Abzug der Kosten übrig bleibt, spendet Sebastian an eine Hilfsorganisation. An diesem Abend ging das Geld an die „Help For Kids In The Philppines e.V.“.

So machten wir uns also pünktlich um 19:00 Uhr auf den Weg in das besagte Wohnzimmer im Münchner Umland. Auf dem kurzen Weg von der S-Bahnstation zum „Place to be“, machten wir bereits erste Bekanntschaften mit unseren zukünftigen Tischnachbarn. Die mitzubringende Flasche Wein, war das perfekte Erkennungsmerkmal. In Sebastians Wohnzimmer angekommen, fühlten wir uns direkt pudelwohl. Sekt mit Campari zum Anstoßen trug sein bestes dazu bei, dass die Stimmung gleich locker und ausgelassen war. Von Berührungsängsten keine Spur. Vor allem da wir uns in München befinden, wo die Privatsphäre großgeschrieben wird, waren wir hierüber durchaus erstaunt. Sebastian nicht. Denn seine Gäste sind

Menschen, die gern mit anderen Menschen zusammen sind und etwas zu erzählen haben.

Wir waren gespannt – sowohl aufs Essen als auch auf die Erzählungen. Nachdem wir unseren Platz am Tisch eingenommen hatten, lüftete Sebastian das große Geheimnis um das bevorstehenede Menü. Wir durften uns auf mariniertes Zanderfilet auf Humus an Salat, ein Spargel-Süßkartoffel-Süppchen mit Chili Garnelen und Forellenkaviar sowie einen marinierten Kalbsrücken mit grünem Spargel und Chili-Guacamole freuen. Als krönendes Finale gabe es einen Cheesecake auf süßem Keks mit Johannisbeersorbet. Die vier Gänge klingen nicht nur himmlisch – sie schmeckten auch so! Jeder Gang war für sich ein außergewöhnlicher Erlebniss, aus dem man Sebastians Liebe fürs Kochen herausschmecken konnte. Einzig der Kalbsrücken war ein wenig trocken geraten. Doch dank der vielen aromatischen Extras, die jeden Teller noch ein bisschen mehr besonders machten, konnte man hierüber gut und gerne hinwegsehen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sebastian dieses Menü in seiner unter 10qm kleinen, hauseigenen Küche zubereitete.

Für den Social Dining Chef ist ein Abend gelungen, wenn er merkt, „dass die Stimmung gut ist, die Leute sich laut unterhalten und die Teller leer in die Küche zurückkommen.“ Damit würden wir sagen: Unser Secret Supper Erlebnis war ein voller Erfolg! Wir waren positiv überrascht, wie schnell aus 14 fremden Personen eine harmonische Dinnergruppe wurde, die sich rege über Gott und die Welt austauschte. Die Geschichten waren spannend, die Erzählungen inspirierend, das Essen ein Genuss. Schade, dass wir nicht wiederkommen dürfen. Doch wir stellen euch unseren Platz nur zu gerne zur Verfügung. Sichert euch die Chance auf einen der begehrten Plätze in Sebastians Wohnzimmer und meldet euch gleich unter Gourmandpunk an – wir drücken euch die Daumen!

Info

Gourmandpunk

An der Torfbahn 7, 85737 Ismaning, Deutschland

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