Peru – eine der ältesten Hochkulturen der Welt, voll von geheimnisvolle Kultstätten, zwischen schneebedeckten Anden, tropischen Regenwäldern und dem langen Küstenstreifen des Südpazifiks gelegen. Ein Land voller landschaftlicher Vielfalt, sagenumwobener Vergangenheit und kulinarischer Hochgenüsse. Dass letzteres nicht nur in Peru zu erleben ist, beweist uns ein Münchner Restaurant: das Nasca.

Eine Küche voller Kultur und Tradition, dennoch dem Zeitgeist entsprechend, mit hohem Potenzial, mehr als nur ein kurzlebiger Trend zu sein. Und das sei nicht einfach so dahingesagt. Denn 2017 wurde die Küche des Andenstaates nun zum sechsten Mal in Folge als „World’s Leading Culinary Destination“ der World Travel Awards ausgezeichnet. Weg von schnellem TexMex-Vergnügen, hin zu frischem Fisch, saftigen Limetten und geheimnisvollem Inka-Getreide.

Und genau dieser Hauch von Exotik weht nun schon seit fast neun Jahren in der bayrischen Landeshauptstadt. Wo? Na, im Restaurant Nasca in der Maxvorstadt! Alejandra und Julio laden uns ein, eine Kultur fernab der, der deutschen zu erleben. Ein Abenteuer, eine Weltreise und das alles an einem Abend.

Julio und sein Bruder eröffneten vor fast neun Jahren das Nasca Restaurant nachdem sie mit ihrer Mutter vor Jahren von Peru nach Deutschland gezogen sind. Um sich ein Stück Heimat in der neuen Heimat zu etablieren, entstand das Nasca. Ganz Peru in einem Münchner Restaurant sozusagen. Und wieso der Name? Fünf Jahre lang lebte die Familie in dem kleinen Städtchen Nasca, an der peruanischen Küste gelegen, etwa 450 km südlich von Lima. Vielleicht habt ihr den Namen Nasca aber auch schon einmal im Zusammenhang mit den bekannten Nazca-Linien gehört: das sind über 1500 riesige Scharrbilder, die auch auf große Entfernung, Abbildungen von Menschen und Tieren zeigen. Und nicht nur das Nasca Restaurant ist in Familienhand, nein, die neu eröffnete Cevicheria Pez und die Cohibar City gehören ebenfalls zum Familiengeschäft. Und genau dort lernten sich Julio und die spanische Alejandra vor vier Jahren kennen und leiten mittlerweile auch das Nasca gemeinsam.

Wir beginnen unseren Abend mit dem Nationalgetränk Perus: dem Pisco Sour. Einem Traubenlikör, der mit Limettensaft, Zuckersirup, Eiweiß und Angostura zu einem Sour verarbeitet wird. Dazu dürfen wir die hausgemachte Chicha Morada Schorle, ein nichtalkoholisches Getränk aus rotem Mais, probieren. Einfach lecker, erfrischend und schon einmal ein super Start in unseren peruanischen Abend. Und Bier? Klar gibt es das hier auch! Nämlich original peruanisches Cusquena. Denn ja, das Nasca importiert Original-Produkte aus Peru. Allerdings nur das Nötigste. Denn sonst achtet das Restaurant sehr auf Regionalität und steht eng in Verbingung mit seinen bayrischen Zulieferern.

Und schon geht es los mit unserem Menü aus den Anden. Aber wer nun denkt, dass uns Meerschweinchen serviert werden, dem sei weit gefehlt! Denn Julio distanziert sich ganz klar von dem peruanischen Nationalgericht dem Meerschweinchen, oder auch Cuy genannt. Zumal dieses sowieso nur in einigen Teilen Perus auf den Teller kommt: in Cusco und Arequipa nämlich. In Deutschland ist das Meerschweinchen ein Haustier, nicht mehr und nicht weniger und man respektiert, dass dieses auf keinen Fall in den Kochtopf kommt!

Unabhängig davon stehen auf der Speisekarte ausschließlich echte und authentische, peruanische Speisen, so wie sie schon Julios Oma zubereitet hat. Ceviche zum Beispiel. Schon vor vielen Jahren marinierten die Fischer auf dem Pazifik ihren frischen Fang in Limettensaft, um ihn länger haltbar zu machen. Denn klar, wenn man mehrerer Tage auf hoher See verbrachte, musste man erfinderisch werden. Und Gott sei Dank wurde uns dadurch so etwas leckeres wie Ceviche geschenkt! Im Nasca wird der Fisch allerdings nicht für mehrere Tage eingelegt. Der fangfrische Fisch des Tages wird mit frischem Limettensaft, Ají (frische Chili), Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln und Koriander mariniert. Dazu gibt es super leckere, glasierte Süßkartoffeln und Cancha (frittierte Maiskörner). Fertig ist die Ceviche Tradicional – ein wahres Geschmackserlebnis. Ebenso zu empfehlen: die Tiradito De Pescado Con Laminas De Aguacate – dünn geschnittener Kabeljau, mariniert mit frischem Limettensaft, Ají, Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln und Koriander!

Weiter geht es mit Rinderherz. Ja, richtig gehört: Herz! Die meisten, so wie ich auch, sind da wohl eher skeptisch. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und somit probieren das sogenannte Anticuchos. Und wir können mit voller Inbrunst sagen: Es lohnt sich! Das Fleisch ist relativ fest, jedoch auf keinen Fall zäh. Und es schmeckt, wer hätte es gedacht, nach Rind! Das Fleisch wird drei Tage lang in Pisco und Bier eingelegt, gegrillt und mit Kartoffeln und einer Chili-Sauce serviert. Diese Vorspeise ist ebenfalls ein wahrer Klassiker in Peru, den man auch in München auf keinen Fall verpassen sollte!

Küchenchef Guillermo Roque weiß wie man uns glücklich machen kann! Nicht nur mit Ceviche oder Rinderherz, sondern auch mit einem kleinen Zwischengang: Yuquitas Fritas. Das ist nämlich ebenfalls eine typisch peruanische Vorspeise aus frittierten Maniok mit einer hausgemachten Huancaina-Sauce.

Weiter geht es mit Julios Lieblingsgericht, der Ceviche Caliente. Der Fisch des Tages, heute Kabeljau, wird in warmer leche de tigre serviert. Leche de tigre, zu Deutsch Tigermilch, ein Nebenprodukt der Ceviche. Der beim Marinieren entstandene Saft wird abgeschöpft und mit Fisch und Zugabe von gelben Ají (frischer Chili) ergänzt. Und unabhängig von dem grandiosen Geschmack, sind die Speisen mit viel Liebe zum Detail, farbenfroh und einfach sehr kreativ angerichtet. Ein Augenschmaus!

Und nun zum letzten Gang: Ají De Gallina Estilo Nasca. Frittierte Hähnchenbruststreifen in einer cremigen Sauce aus gelben Ají, Parmesan und typisch peruanischen Gewürzen. Eine gekochte Mini-Kartoffel und ein Wachtelei dazu und schon können wir probieren. Auch der letzte Gang und damit viele neue Gewürze und Geschmäcker überzeugen uns zu 100 Prozent. Schlussendlich können wir steif und fest behaupten: wir nun auch wahre Fans der peruanische Küche geworden. Und das war es doch, was Alejandra und Julio letztendlich mit dem Nasca bewirken wollten. Ihr habt es also geschafft!

Und weil das Nasca in der Tat etwas ganz Besonderes ist, können wir uns auch diesen Sommer auf Großartiges freuen: in Kooperation mit Jorge Muñoz und Mario aus dem Sternerestaurant Pakta in Barcelona wird Guillermo noch einmal tief in den Zaubertopf greifen. Das Pakta ist bekannt für seine peruanisch-japanische Fusionsküche, genannt Nikkei. Wie passend, dass Pakta in der Ursprache der indigenen Peruaner „Zusammen bzw. Union“ bedeutet. Und genau in diesem Sinne, der Verbindung zweier Küchen, werden Jorge und Mario einmal in der Woche mit Guillermo zusammen im Nasca einzigartige Speisen kreieren und auch die gesamte Sommerkarte mitentwerfen. Alejandra, Julio, Guillermo, Jorge und Mario. Sie alle arbeiten zusammen auf ein gemeinsames Ziel hin: Peru in die Welt zu tragen!

Wir haben unseren Abend in Peru, naja in München sehr, sehr genossen! In ruhiger, entspannter Atmosphäre, mit einem eisgekühlten Pisco Sour in der Hand und dem Duft von peruanischen Köstlichkeiten in der Luft.

Ein Abend voller Exotik, Genuss und Erweiterungen des eigenen Horizontes. Wir kommen immer gerne wieder!

Info

Nasca Restaurant
Enhuberstraße 1
80333 München

089 52310594
info@nasca-cafe.de
www.nascacafe.de

Öffnungszeiten
Di-Do 18.00 Uhr-23.00 Uhr
Fr-Sa 18.00-1.00 Uhr
So 13.00 Uhr-23.00 Uhr

Nasca

Enhuberstraße 1, 80333 München, Deutschland

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