Spontane Begegnungen sind doch bekanntlich die besten. Da schlendere ich durch die Straßen von Münchens Universitätsviertel, mitten durch eine Traube von Studenten, Kreativen, Selbstständigen, Künstlern und Arbeitnehmern und stolpere geradewegs in einen jungen, tattoowierten Typen mit Kochjacke hinein. „Sorry“, sage ich und will weitergehen, da macht es bei mir klick: Den kenne ich doch. Koch. Tattoos. Brille. Das war doch…

Patrick Janoud? Umgedreht und zu ihm gegangen stellte sich schnell heraus das ich richtig lag, es war wirklich Patrick, Küchenchef des veganen Gratitude Restaurants in der Türkenstraße 55 und einer der unkonventionellsten und ambitioniertesten Köche Münchens. Es war ganz witzig, denn er kannte J’ADOREFOOD und ich kannte ihn, aber wir kannten uns bislang nicht persönlich, und so schloss ich mich seinem Weg zum Ni Hao Imbiss in der Amalienstraße an, als er ein paar Dumplings für sich und seine Küchencrew kaufen wollte.

Patrick ist unkonventionell. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer schulischen Kochlehre Anfang der 00er Jahre beschloss der Jungkoch, dessen Arme verschiedene vollflächige Tattoos (u.a. „Vegan“, „Drug Free“ auf acht Fingern und Kochmesser) zieren, der Gastronomie erst einmal den Rücken zu kehren, bevor es ihn 2005 dann doch mit Schwung an den Herd zurückgezogen hat um ordentlich Rückenwind für die kommenden Jahre zu sammeln. Seine Vita liest sich wie das Who is Who der internationalen und veganen Küche, denn Stationen wie dem Saf im Zerwirk, dem ersten veganen Restaurant in Europa folgten Stationen im Saf (London) und dem terre à terre (Brighton) und dem Viajante (London). Den letzten kulinarischen Feinschliff holt sich Patrick dann noch bei René Redzepi im Noma (Kopenhagen) und Heston Blumenthal im The Fat Duck in der Nähe von London. Die Tatsache, dass das Noma in 2010, 2011, 2012 und 2014 sowie das The Fat Duck in 2005 als das jeweils beste Restaurant der Welt gewählt wurden und sich seit jeher um die Spitzenplätze in nahezu allen relevanten Rankings streiten, spricht Bände über sein Handwerk und sagt viel über die Philosophie, besonders im Umgang mit Lebensmitteln, aus, welche Patrick vor einem Jahr bei seinem Antritt als neuer Küchenchef in das Gratitude München eingeführt hat.

Anschliessend saßen wir noch ein Stündchen im Gratitude bei einer Limonade und sprachen über das „Für“ und „Wider“ der Gastronomie, verschiedene Restaurantkonzepte und kreative Ideen. Die Chemie auf menschlicher Ebene stimmte sofort, ob ich jedoch auch mit rein veganer Küche zu begeistern bin, werde ich demnächst in seine Hände legen und euch natürlich davon berichten.

Einen Besuch ist das Gratitude in jedem Fall wert, denn das Restaurant ist nicht nur hübsch eingerichtet, sondern alleine seine Haltung zur Küche, die täglich wechselnde Karte und die Preisgestaltung (Drei Gänge für 31€) laden definitiv zum Ausprobieren ein.

Info

Gratitude
Türkenstraße 55
80799 München

089 88982174
www.gratitude-restaurant.de

Öffungszeiten
Di-Sa: 12.00-14.30 Uhr | 18.00-24.00 Uhr
So: 18.00-24.00 Uhr

Gratitude

Türkenstraße 55, 80799 München

#maxvorstadt#muenchen#organiceatery#vegan