Der Guide Michelin hat erneut Deutschlands beste Restaurants getestet und zahlreiche Michelin-Sterne für das Jahr 2020 vergeben. Zu den glücklichen Gewinnern gehören insgesamt 308 Restaurants landesweit, die Sterne entweder erstmals gewonnen haben, behalten durften oder einen weiteren hinzuverdient haben – die meisten darunter in Berlin, München, Hamburg und Köln.

Die Vergabe der begehrten gastronomischen Auszeichnung für Spitzenköche überrascht in diesem Jahr einige: So gewann etwa das Berliner Lokal Rutz unter Küchenchef Marco Müller zum ersten Mal für die gesamte Hauptstadt einen dritten Michelin-Stern – obwohl ein weiterer Restaurantführer, Gault & Millau, dieses zuvor für mangelnde Saisonalität kritisiert hatte. Der Guide Michelin hingegen begründete den Aufstieg der Weinbar Rutz mit seiner „Finesse, geschmacklichen Balance und sagenhaften Entwicklung“. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass mit dem „Seven Swans“ in Frankfurt deutschlandweit erstmals ein rein veganes Gourmetrestaurant mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

 

In die 2-Sterne-Liga konnten zur Freude der Tester gleich sieben Restaurants aufsteigen – unter ihnen zum Beispiel das „Les Deux“ in München, das „Olivo“ in Stuttgart, das „Gustav“ in Frankfurt am Main und das „bianc“ in Hamburg. Damit gibt es in Deutschland nun so viele 2-Sterne-Restaurants, wie nie zuvor.

 

Besonders groß ist aber auch immer der Sprung vom normalen Spitzenlokal hin zum 1-Sterne-Restaurant. Davon gibt es mittlerweile schon 255 Stück in Deutschland. Neu ausgezeichnet wurden insgesamt 29, wie etwa das Cordo und prism in Berlin, Setzkasten in Düsseldorf, Astrein in Köln, das mural in München, über das wir schon einmal geschrieben haben und Le Canard nouveau in Hamburg. Neben der Vergabe der Michelin-Sterne wurden auch 372 Restaurants vom Guide als „Bib Gourmand“ ausgezeichnet. Der Titel steht für ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis von 3-Gänge-Menüs, die schon für 37 Euro erhältlich sind.

 

Traurige Neuigkeiten gab es hingegen für das langjährige Top-Restaurant „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn. Weil dieses nach einem Brand vorübergehend geschlossen ist, wurden der Küche konsequent alle drei Sterne aberkannt. Eins geht, ein neues kommt hinzu: Damit bleibt die Anzahl deutscher Restaurants mit drei Michelin-Sternen bei zehn – weltweit sind es knapp 100. Auch 27 weitere Lokale verloren einen Stern – darunter das „Alfons“ von Promi-Koch Alfons Schuhbeck in München, das Anfang des Jahres überraschend geschlossen hat, um ein neues Konzept auszuarbeiten.

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