„Alles wurde angeboten; aber nichts so, wie es sein sollte“. Während wir über den Einzug von Hummus und Falafel ins Münchner Imbissangebot ganz aus dem Häuschen sind, hat Khudor Lamaa für die Imitationen seiner Heimatküche nichts als ein klares NEXT übrig. Um uns Münchnern zu zeigen, wie gut Falafel wirklich schmecken, eröffnet er das Beirut Beirut – den ersten libanesischen Imbiss dieser Art in der Hauptstadt der Leberkäsesemmel. Vom ersten Tag an ist die Nachfrage groß, die Resonanz überwältigend. Und so bekommt das Beirut Beirut nicht mal zwei Jahre später eine kleine Schwester – das Manouche. 2-Zimmer, Falafel und Pizza: Ein Gastrokonzept, das kulinarische Überraschungen und Wohlfühlatmosphäre verspricht.

Unweit des Obst- und Gemüsegroßmarkts im Münchner Süden sind sie zu finden – die beiden Imbissrestaurants von Khudoor Lamaa. Imbissrestaurant taufen wir das Beirut Beirut und das Manouche deshalb, weil sie als Imbiss angedacht sind, jedoch auch ausreichend Platz zum Relaxen und Ratschen bieten. Aus Khudoors Sicht, der sich selbst als Imbiss-Fan bezeichnet, sind Restaurants nicht unbedingt alltagstauglich. Deshalb musste ein Imbiss her – und zwar einer, der beweist, dass Essen zum Mitnehmen auch gut schmecken kann, auch fleischlos funktioniert und auch zum Verweilen einladen kann. Ein Imbiss, wie er im Libanon an jeder Straßenecke zu finden sei.

 

München bekommt einen solchen Imbiss vor knapp sechs Jahren, als Khudoor das Beirut Beirut eröffnet. Auf der Karte finden sich libanesische Spezialitäten wie Tabouleh und Fattoush sowie Hummus und Baba Ghanoush. Das Herzstück bilden die hausgemachten Falafel, die nichts mit den Tiefkühlprodukten zu tun haben, die sonst in den Imbissständen zu finden sind. Spätestens wenn ihr euch selbst davon überzeugt, werdet ihr verstehen, wovon wir sprechen. Wer noch kein Falafel-Fan war, wird es spätestens nach dem Besuch im Beirut Beirut werden. Mit Ausnahme des täglich wechselnden Mittagsangebots hat sich in dem Imbiss seit der Eröffnung nicht viel verändert. Mit dem Ziel, eine authentische libanesische Küche zu servieren, hält Khudoor an seinen traditionellen Gerichten fest – Foodtrends und Diäthypes hin oder her. Ebenso keinen Kompromiss geht der Inhaber und Koch bei seinen Rezepten ein, die allesamt von seiner Mutter stammen.

Eine kleine Veränderung wiederfuhr dem Beirut Beirut aber doch: Knapp eineinhalb Jahre nach der Eröffnung bekommt das Imbissrestaurant eine kleine Schwester auf der anderen Straßenseite. Khudoors zweite Location trägt den Namen Manouche. Als solche werden libanesische Pizzen bezeichnet. Diese dominieren im gleichnamigen Restaurant das Speisenangebot. In sechs verschiedenen Ausführungen werden die Pizza-Sandwiches angeboten. Wer sich nicht entscheiden kann, wählt die Pasteten: Sechs Pizzen in der Mini-Variante mit Extras. Ergänzt wird die Speisekarte mit einem wechselnden Angebot an Vorspeisen, einem Tagesgericht und libanesischen Desserts. Da das Manouche im Gegensatz zum Beirut Beirut beflügelnde Getränke ausschenken darf und die Öffnungszeiten entsprechend verlängert sind, ist die Pizza-Location die Restaurantähnlichere der beiden. Das ungezwungene Imbiss-Flair ist jedoch auch hier zu spüren.

 

Herrlich ungezwungen ist auch das Publikum in den beiden Locations unweit der Implerstraße. Schickeria und Hipster sucht man hier vergeblich. Schüler und Lehrer, Junge und Alte, Nachbarn und Rucksacktouristen: Die Gäste sind bunt gemischt – mindestens genauso bunt, wie die vielen Schälchen, die den hungrigen Besuchern im Manouche serviert werden. Auch wenn die Karte durchaus überschaubar ist, scheint jeder Gast ein individuelles Menü vor sich zu haben. Wo sie das nur her haben? Mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Beirut Beirut. Eigentlich sind die Angebote klar getrennt. Doch wer im Manouche zu Gast ist und Lust auf Hummus hat, flaniert mal eben über die Straße und holt sich seine Portion bei der großen Imbiss-Schwester ab. Wer im Umkehrschluss beim Falafel-Dinner Gelüste nach einer Manouche verspürt, darf sich diese mit ins Beirut Beirut nehmen. Auch wenn Khudoors Locations zwei individuelle Imbiss-Restaurants sind: Irgendwie sind sie doch untrennbar.

Unser Menü im Manouche beginnt mit einer Vorspeisenvariation inklusive der Klassiker der libanesischen Küche. Von jeder einzelnen der Pasten und Salate hätten wir Nachschlag bestellt. Müssten wir unsere TOP drei auserwählen, würden wir uns für Baba Ghanoush, Tabouleh und Falafel entscheiden. Gegen den Durst serviert Khudoor uns keinen seiner libanesischen Weine – die seien für den Export gedacht – sondern, wie es sich für ein authentisches Restauranterlebnis gehört, das Nationalgetränk Arak, einen weißen Weinbrand mit Anis. Getrunken wird dieser mit einem Schuss Wasser. Unser Fazit: interessant, aber gewöhnungsbedürftig. Zum Hauptgang probierten wir die Manouche in der Mini-Variante aka Pasteten. Bei so vielen individuellen und intensiven Aromen ist jeder Bissen ein Geschmackserlebnis für sich. Unser Favorit ist die Manouch mit Zatar, einer typisch libanesischen Gewürzmischung mit Thymian. Zum Finale empfiehlt der Manouche-Experte hinter der Bar Ismailie, eine libanesische Quarkschnitte. Mit dem Zuckermantel konnten wir uns nicht so wirklich anfreunden – mit der fluffigen Füllung hingegen umso mehr.

 

Unser Fazit: Sein Ziel, ein authentisches, libanesisches Restauranterlebnis zu bieten, hat Khudoor perfekt umgesetzt. Bei jedem Gang wartet ein neues Aroma, wartet ein neuer Geschmack darauf, unsere Geschmacksknospen vor eine Herausforderung zu stellen. Für manche mögen die Aromen befremdlich sein; wer sich jedoch von den Genüssen überzeugen lässt, darf sich beim Besuch im Manouche auf ein sympathisches, überraschendes und libanesisches Restaurant-Erlebnis in entspannter Imbiss-Atmosphäre freuen.

Info

Manouche

Valleystraße 19

81371 München

089 52036916

https://de-de.facebook.com/manouchepizza/

Öffnungszeiten

Montag – Samstag: 09:00 – 20:00 Uhr

Valleystraße 19, München, Deutschland

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