Wie kompliziert ist es eigentlich Müll beim auswärts Essen oder Cocktail trinken gehen, zu vermeiden? Eine ganz unkomplizierte Antwort auf diese Frage haben die Betreiber des Karo Beach gefunden – denn hier wird streng nach dem Motto „Zero Waste – Maximum Fun“ gewirtschaftet.

Zero Waste – dieser Begriff ist momentan in aller Munde. In Anbetracht der schockierenden Bilder der ganzen Müllinseln, die durch die Ozeane unserer Welt schwimmen, oder Seevögeln, die in alte Fischernetze verheddert am Strand verenden, ist klar, wieso es Sinn macht, den produzierten Abfall auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Umso praktischer, dass in vielen deutschen Städten immer mehr verpackungsfreie Lebensmittelläden wie Pilze aus dem Boden schießen. Diese machen es den Verbrauchern nämlich deutlich leichter, auf einen Zero-Waste-Lifestyle umzusatteln. Während in herkömmlichen Supermärkten alles doppelt und dreifach in Plastik verpackt ist, kommt hier niemand auf die Idee, Gurken einzuschweißen oder Mineralwasser in PET-Flaschen zu verkaufen. Stattdessen setzt man in Läden wie diesen auf Papiertüten und Mehrwegverpackungen.

Und genau zu dieser Generation gehören auch die Betreiber des Karo Beach. Der Beachclub, der seinen Namen durch das angrenzende Karolinenviertel erhalten hat, befindet sich auf dem Vorplatz der Hamburger Rindermarkthalle. Dass er „Zero Waste“ sein soll, war für die Betreiber sofort klar. In den vergangenen Jahren hatte das Team schon die Eisstockbahn betreut, die sich im Winter auf dem Platz befindet, und wegen der sonnigen Lage lag die Eröffnung eines Beachclubs in den warmen Monaten schlichtweg auf der Hand.

„Als einer der Gründer des verpackungsfreien Ladens ‚Stückgut – unverpackt einkaufen‘ liegt mir die Vermeidung von Müll natürlich schon lange am Herzen“, erklärt der Betreiber Dominik Lorenzen. Das Problem: Man bekommt von dem Müll, der in der Gastronomie produziert wird, als Gast gar nichts mit! Und da ist ja auch nicht perse schlecht. Jedoch bedeutet es, dass sich der Großteil der Schwierigkeiten, die das Betreiben eines Zero-Waste-Beachclubs mit sich bringen, sich hinter den Kulissen abspielt. „Unserem Lieferanten mussten wir beispielsweise erst einmal beibringen, dass wir nur mit ihm zusammenarbeiten können, wenn er die Paletten nicht wie gewöhnlich in Unmengen Plastikfolie einwickelt – normale Spanngurte tun es nämlich genauso gut!“, erklärt Lorenzen. Die Umsetzung des Konzeptes ist an manchen Ecken also gar nicht so leicht und kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Der größte Anteil an Mikroplastik entsteht immer noch durch Reifenabrieb. Aus diesem Grund sind uns kurze Lieferwege besonders wichtig.

„Toll ist, dass die Gäste sich durch unser Konzept tatsächlich dazu inspirieren lassen, ihr eigenes Kaufverhalten zu überdenken“, berichtet Dominik weiterhin. Doch die Vermeidung in Form von Dosen, Plastikgeschirr oder Strohhalmen ist nicht das Einzige, was das Karo Beach von anderen Beachclubs unterscheidet. Die Betreiber haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre Gäste mit einer Extraportion Urlaubsfeeling zu versorgen. Der aufgeschüttete Sand stammt aber nicht nur aus der Region, sondern wird auch am Ende der Sommersaison garantiert zu 100% recycled. Und das ist noch nicht alles. Wer nach lauter Musikbeschallung oder Großveranstaltungen wie beispielsweise Public Viewings sucht, ist hier nämlich an der falschen Adresse. Ganz bewusst wird im Karo Beach auf die unnötige Verschwendung von Energie verzichtet. Wenn Musik, dann lieber pur in Form von Gitarre und akkustischen Vocals.

Kids und Familien sind hier übrigens auch stets herzlich willkommen. Damit die Kleinen in Ruhe spielen können, während Mama und Papa sich eine kleine Auszeit mit leckerem Essen und eisgekühlten Drinks gönnen, wurde ein überdachter Sandkasten mit Schaufeln und Baggern eingerichtet. Ein Babybrei-Service rundet das familienfreundliche Angebot ab.

Doch auch für große Spielekinder ist ausreichend vorgesorgt: Wer Lust auf Strand-Klassiker wie Boccia oder Beach-Soccer hat, der kommt hier voll auf seine Kosten. Das Karo Beach vor der Hamburger Rindermarkthalle bietet also alles, was es für einen entspannten Sommertag braucht. Unnötiger Müll und Stromfresser werden hier einfach weggelassen – ein Konzept, von dem sich viele noch eine Scheibe abschneiden können.

Info

Karo Beach
Neuer Kamp 31
20359 Hamburg

040 46899240
www.karo-beach.de

Karo Beach

Karo Beach, Neuer Kamp, Hamburg, Deutschland

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