Falls du beim Wort „Kater“ sofort an einen fiesen Kopfschmerz, etwas Schwindel und eine latente Übelkeit denkst, muss ich dich in diesem Fall leider enttäuschen. Nein, es geht auch nicht um süße Katzenbabys, die zum Streicheln da sind. Es handelt sich bei diesem Kater um den Haferkater! Der tut der Welt und deinem Bauch mal richtig gut.

Wenn wir an das schöne deutsche Wort „Haferschleim“ denken, dann kommt in so manch einem von uns wahrscheinlich ein klein bisschen kaltes Grauen nach oben. Meine Mutter zum Beispiel hat ein wahres Haferschleim-Trauma davongetragen, weil wiederum ihre Mutter so oft Hafer in Wasser gekocht hat, dass sie es irgendwann gar nicht mehr sehen konnte. Das ist wohl auch der Grund, warum ich als Kind niemals Haferbrei gekocht bekommen habe und wiederum aber nicht der einzige Grund, warum ich den Haferkater so sehr schätze.

Das waren noch Zeiten: es gab noch keine Smartphones, kein Tiktok und kein Corona.

 

Als ich das erste Mal in Berlin einen Haferkater probiert habe, war das Café an der Eberswalder Straße wahrscheinlich gerade ziemlich neu eröfnet. Und siehe da: heute gibt es beinahe in jeder größeren Stadt meistens im Bahnhof eine kleine Box, aus der dampfend warme Porridge-Schalen verkauft werden. Was für eine Erfolgsgeschichte! Welcome to Haferkaters Imperium!

Wir stellen uns einfach mal vor, es wäre Montag. Du bist auf dem Weg zur Arbeit, musst pendeln, wie das eigentlich zumindest streckenweise fast jeder (gefühlt auf jeden Fall jeder!) muss. Du machst dich von zuhause auf zur nächstgelegenen Bahnstation, quetscht dich in die überfüllte BVG (oder ein anderer Nahverkehr deiner Wahl) und fährst zwischen zu vielen Menschengerüchen und lauten Bässen aus den Ohren neben dir in Richtung Hauptbahnhof. Du denkst nach, ja jetzt nach all diesem Lockdown und so kurz vor Sommer hast du das Gefühl, du möchtest doch gerne wieder fitter und gesünder sein. Deine Bademode wartet schließlich auf dich und ganz ehrlich, jünger wirst du auch nicht mehr werden, also ja: heute solls mal ein gesundes Frühstück für dich sein!

 

Finally am Hauptbahnhof angekommen, bist du ein bisschen in Eile und musterst auf dem Weg zu deinem nächsten Anschlusszug etwas hektisch die Auslage jedes Ladens, an dem du vorbeikommst. Was du siehst, lässt dich unwiederbringlich an einen Begriff denken, den du letztens erst auf irgendeinem Blog gelesen hast: Frühstückswüste Deutschland. Ja, irgendwie stimmt das schon, denn alles, was dir so vor die Augen kommt, sind weiße Kaiserbrötchen mit Salami und Mayo sowie Käse, Croissants und Plundertaschen. Oder doch besser die Dönerbox gleich zum Frühstück? Das kannst du deinen Kollegen natürlich nicht antun, deshalb suchst du weiter und verzweifelst früher oder später. Es geht nicht darum, dass du all diese Dinge nicht isst (es geht immer um die Balance, Freunde!), aber heute, ausgerechnet heute an deinem New Start Motivation Monday, da wolltest du doch etwas Gesundes haben, das dich satt macht und mit Freude erfüllt und jetzt kannst du einfach nichts finden.

 

Bevor ich euch in die Verzweiflung treibe, lösen wir auf: es erscheint ein Licht am Ende des Bahnhoftunnels und du pirschst dich näher heran, siehst dampfende Töpfe, kleine warme Schalen und du schmeckt eine Prise Zimt.

Den frischen Nackthafer quetscht unsere Quetschmaschine für uns!

Die aufmerksam Lesenden denken es sich: Ja, es ist der Haferkater, der soeben dabei ist, deinen Montag zu versüßen! Herzlichen Glückwunsch!

 

Und wer jetzt noch nie einen köstlichen Super-Kater probiert hat, dem soll gesagt sein: es ist wirklich eine warme Wohltat in jedem Sinne.

 

Ich probiere bei meinem Besuch den monatlich wechselnden Spezialkater, den Karma-Kater, der mein Karmakonto sicher instantly wieder bis zum Maximum auffüllt.

Normalerweise wird der Haferbrei des Katers mit Wasser gekocht. Im Karma-Kater aber ist ein bisschen Kokosmilch, was ihn herrlich cremig und vollmundig macht. Außerdem gibt es als Topping ein Apfel-Acai-Püree, getrocknete Sauerkirschen, geröstete Kokosflocken und Apfelstückchen. Mhhhh! Leckerschmecker. Das macht so ein herrliches Bauchgefühl.

Neben den special Katern gibt es auf der Karte auch immer die Klassiker, wie zum Beispiel den Apfelkater mit Apfelmus oder den Knusperkater mit crunchy Müsli und Nüssen. Auch für die herzhaften Esser unter euch gibt es zum Beispiel einen herzhaften Porridge oder Brote und Bowls. Außerdem immer auch ein bisschen Kuchen und kleinere Snacks wie Energy Balls.

Lecker ist natürlich alles sehr.

 

Die Frage, warum mein Porridge zuhause trotz ca 1 Million Versuche einfach nicht so schön cremig werden will, wie der des Haferkaters, kann mir Claudi, die Storemanagerin an der Eberswalder Straße beantworten: Wir quetschen unseren Hafer in der hauseigenen Quetschmaschine selber.

Die sehe ich auch gleich in der Ecke stehen. Danach wird das schöne Korn mit Wasser gekocht und fleißigst gerührt und irgendwie dann entsteht diese fantastische Textur, die der Haferkater-Porridge eben so hat. Wunderbar.

Hafer für alle hungrigen Mäuler da draußen zu quetschen ist auch echt eine Lebensaufgabe. Dickes Danke an Dich, Quetschmaschine!

 

Jetzt befinde ich mich natürlich schon wieder in Gedanken über einer warmen, dampfenden Haferschale. Eieieieiei, der Kater ruft nach mir. Ich mach mich vom Acker. Fahr gleich mal rüber in die Filiale an der Friedrichstraße. Oder doch morgen früh?

Oder… beides??

Info

Haferkater

Website

Café:

Eberswalder Straße 26

außerdem in vielen Bahnhöfen wie:

Berlin Friedrichstraße

München Pasing

 

Öffnungszeiten Café:

Mo – Fr 08:00-16:30
Sa u. So 09:00-17:00

Öffnungszeiten München Pasing:

Mo-Fr 08:00-16:00
Sa u. So 07:00-15:00

Haferkater

Eberswalder Straße 26, Berlin, Deutschland

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