Alleine Essengehen zwischen Paaren, Familien und Freundesgruppen ist für viele eine ziemlich unangenehme Vorstellung. Dass diese Einstellung ein Trugschluss ist, beweist das im Januar eröffnete Togather – Münchens erstes Co-Dining Restaurant. Wir haben das Experiment gewagt und bei unserem ersten Co-Dinner nicht nur lecker gespeist, sondern auch spannend geschnackt und neue Bekanntschaften geknüpft.

Als Kulturwissenschaftlerin und Gastgeberin aus Leidenschaft ist es für Sara schon immer das Größte, Menschen zusammenzubringen, Begegnungen zu schaffen und Personen anzuregen, sich gegenseitig zu inspirieren. Eines schönen Tages war die Münchnerin in ihrer Mittagspause auf der Suche nach einem Ort, der den Rahmen für solch ein Erlebnis ermöglicht – vergeblich. „Snacks am Arbeitsplatz oder Mittagspausen allein am Tisch im Restaurant mit Smartphone und Blicke in den Email-Posteingang bestimmten meinen Alltag“, erinnert sich die damalige Projektleiterin. Da sie sich damit nicht abfinden wollte, nahm Sara kurzerhand ihr Schicksal eigens in die Hand und fasste den Entschluss, selbst einen solchen Ort der Ruhe, der Begegnung und der Inspiration zu schaffen.

Nachdem sie viele Gespräche geführt und viele Ideen gesammelt hat, nahm Saras Projekt Anfang 2019 Form an. Die Idee: Ein Co-Dining Restaurant in München, das zum gemeinsamen Essen mit geselligen Menschen an einem großen Tisch einlädt und so Menschen und Kulturen zusammenbringt. Zur Realisierung des Projektes startete Sara im Mai 2019 eine Crowdfunding-Kampagne – mit Erfolg! Zusammen mit ihrer Mama Marion sammelte Sara das nötige Kapital, um ihren Traum des ersten Co-Dining Restaurants in München wahrwerden zu lassen. Im Januar dieses Jahres war es schließlich soweit – Das Togather lädt seitdem im Westend zum gemeinsamen Dinieren in neuer Gesellschaft.

Snacks am Arbeitsplatz oder Mittagspausen allein am Tisch im Restaurant mit Smartphone und Blicke in den Email-Posteingang bestimmten meinen Alltag.

Eines Freitagabends sind wir Gast am großen, eckigen Tisch im Togather, den Sara selbst entworfen und zusammen mit Flüchtlingswerkstätten umgesetzt hat. Warum eckig? „Ich habe lange überlegt, wie ein Tisch sein muss, damit möglichst alle Personen miteinander sprechen können“, erklärt die Inhaberin. „Eine Tafel kommt hierfür nicht in Frage; ein runder Tisch auch nicht. Und so entschlossen wir uns schließlich für das Dreieck“. Wir sichern uns zwei der neun Plätze und bekommen auch schon bald Gesellschaft von drei Jungs, die sich über die App Spontacts zum Co-Dining im Togather verabredet haben, ein Pärchen, das sich spontan zu dem neuen, kulinarischen Erlebnis entschließt und einen Nachbarn, der Lust auf ein bisschen Gesellschaft zum Feierabend hat.

Eine Tafel kommt hierfür nicht in Frage; ein runder Tisch auch nicht. Und so entschlossen wir uns schließlich für das Dreieck.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde kommen wir schnell ins Gespräch und philosophieren über Gott und die Welt, Neptun und den Ozean, Mars und das Weltall und vieles mehr. Saras Konzept des eckigen Tisches geht voll auf, sodass sich tatsächlich alle Co-Dining-Teilnehmer austauschen. Wäre da nicht die attraktive Speisekarte, hätten wir glatt vergessen, dass wir nicht nur zum Ratschen gekommen sind. Das Speisenangebot im Togather ist überschaubar, doch vielseitig und zweifellos mit viel Liebe zusammengestellt. Alle Gerichte werden mit biologischen Zutaten zubereitet und sind so ansprechend beschrieben, dass sie schon beim Lesen Lust auf mehr machen.
Wir entscheiden uns an diesem Abend für Wilmas wilde Ziegen-Wiese und Penne mit Gorgonzola-Sauce von der Wochenkarte. Zum Nachtisch probieren wir den süßen Klassiker „Omas Ofenschlupfer“. Alle Gerichte sind frisch sowie mit Liebe fürs Detail zubereitet und überzeugen uns sowohl geschmacklich als auch optisch. Ebenso überzeugend sind die Getränke im Togather – sei es das Bier aus Hadern, der Limoncello Tonic mit Basilikum oder der fruchtige Pompelmo Spritz. Nach unserem Co-Dining Experiment verlassen wir das Togather mit einem glücklichen Magen und einem inspirierten Gemüt. Mit ihrem offenen, hellen Restaurant und dem eckigen Tisch hat Sara eine perfekte Atmosphäre zum Kennenlernen und Begegnen geschaffen. Wer immer noch der Meinung ist, dass alleine Essengehen unangenehm ist, sollte sich schleunigst einen Platz am eckigen Tisch im Togather sichern und sich vom Gegenteil überzeugen lassen.

Info

Togather Restaurant

Schwanthalerstraße 160

80339 München

Tel.: 01781338189

E-Mail: sarah@togather-restaurant.com

Web: www.togather-restaurant.com

Öffnungszeiten:

Dienstag-Samstag 11:30 Uhr – 22:00 Uhr

Freitag-Samstag 11:30 Uhr – 23:00 Uhr

Sonntag wechselnde Veranstaltungen

Schwanthalerstraße 160, München, Deutschland