Seit Corona gibt es zwar alles nur noch auf die Hand, der Coucou Food Market in München war aber schon vor Social Distancing-Regeln auf Essen zum Mitnehmen spezialisiert. Anders als bei den meisten Takeaways und spontanen Straßenverkäufen erhalten die Gäste ihr Essen hier auch in nachhaltigen, biologisch abbaubaren Verpackungen. So kann man Food-Trends dreier Nationalitäten ganz ohne schlechtes Gewissen snacken – ob unterwegs, daheim, oder gemütlich auf der Parkbank.

Im Coucou Food Market an der Nymphenburger Straße testen wir diesmal für euch, ob neben der ökologisch korrekten to-go-Verpackung auch das Essen überzeugen kann. Draußen, neben einer grünen Rasenfläche, steht eine niedliche kleine Hollywoodschaukel aus Holz, die zu Pandemie-freien Zeiten sicher überaus einladend ist. Mit großen Leuchtbuchstaben macht der ansonsten von Außen eher unscheinbare Laden auf sich aufmerksam – und offeriert beim Betreten eine überschaubare, aber animierende kleine Marktwelt.

 

Drei verschiedene Nationalküchen werden hier auf einmalige Art vereint. Da gibt es zum einen die französische Boulangerie Marie auf der linken Seite – eine Liaison aus köstlichen französischen und deutschen Backwaren, bei der vom knusprigen Walnuss-Landbrot bis zum süßen Éclair eine feine Gebäck.- und Backwarenauswahl auf hungrige Kunden wartet. In der Mitte thront eine große Theke mit Salaten und Toppings, die ganz nach nordamerikanischem Vorbild zu einer Bowl kombiniert werden können. Und auf der rechten Seite duften italienische Pinsas – die „besseren“ Pizzen, wie Coucou meint. Denn die altrömische Pizza-Variante ist leichter und deshalb besser bekömmlich als ihr modernes Pendant. Zwischendrin findet man Suppen, Weine oder Marmelade für den Hausgebrauch. Also von allem etwas, aber nichts Halbes und nichts Ganzes?

Nein, definitiv nicht. Denn der Coucou Food Market hat sich eben nicht nur auf eine einzige Landesküche spezialisiert – wäre auch wirklich schade, bei der leckeren und vielfältigen internationalen Auswahl an Köstlichkeiten. Lieber haben die Besitzer wohlbedacht einzelne Delikatessen für ihre Speisekarte ausgewählt und achten dabei in erster Linie auf die Authentizität der Gerichte. Und weil alles so gut wie nur möglich schmecken soll, werden vereinzelte Lebensmittel von externen Partnern angeliefert. Denn auch Köche sind keine Alleskönner und nicht immer geschult, die verschiedenen kulinarischen Künste dreier Landesküchen bis zur Perfektion zu beherrschen. Deswegen kommen zum Beispiel die leckeren Brotringe von einer Münchner Bäckerei und die Pains au Chocolat? Natürlich aus Frankreich. Das meiste ist aber hausgemacht.

 

Märkte hat der Gründer des Coucou Food Market, Denis Leoncelli, bei seinem Auslandsstudium in der Bretagne lieben gelernt. Und genau wie dort war es ihm und Mitgründerin Marie Schultz auch hier wichtig, dass ihr kleiner Food Market etwas „für jeden Geldbeutel und jedes Craving bereithält“, erklärt er. Außerdem soll sich hier jeder wohlfühlen – „vom Anwalt bis zum Bauarbeiter“, schildert Denis seine Grundidee. Deswegen ist auch das Ambiente des Ladens mit seinen hölzernen Theken, dem schlichten Efeugewächs und den Edelstahl-Tischen absichtlich minimalistisch und im Industriehallen-Design gestaltet. „Ganz ohne Chichi“, meint Denis augenzwinkernd. Markt bedeutet allerdings auch, dass die Gerichte und Lebensmittel eher zum Mitnehmen gedacht sind und nur wenige Sitzplätze zur Verfügung stehen – so, wie es überwiegend auch auf dem Viktualienmarkt der Fall ist. Von dem schnuckeligen Laden-Markt direkt am U-Bahn-Ausgang Maillingerstraße profitiert in erster Linie die Laufkundschaft während ihrer Mittagspause. Dafür erhalten die Kunden ihr abwechslungsreiches Essen wirklich schnell und zu erschwinglichen Preisen. Wer nicht vorbeikommen möchte, kann aber auch jederzeit zum Liefern bestellen.

 

Wir springen zunächst auf den aktuellen Food-Hype-Train auf und probieren eine Bowl mit Babyspinat, Grünkohl, Ziegenkäse, Roter Beete, Birne, Walnüssen und Balsamico Dressing. Auch im Coucou Food Market werden nur super frische und möglichst regionale Zutaten für die unterschiedlichen Bowl-Varianten verwendet. Unglaublich lecker – und gespart wird hier auch nicht an den falschen Stellen: Obwohl wir bei unserer Ankunft sehr viel Appetit mitgebracht habe, schaffen wir es nicht, alles aufzuessen, weil die Portion so unglaublich riesig ist. Aber kein Problem für Coucou: Sie bieten nachhaltige, biologisch abbaubare To-go Verpackungen an. Dennoch würden die meisten Kunden mittlerweile ihre eigene Box mitbringen, erzählt uns Denis. „Nachhaltigkeit ist uns echt wichtig – Du willst ja nicht deinen kleinen Geschwistern die Zukunft versauen“, meint dazu auch Mitarbeiter Adrian Valeta.

Mir war es wichtig, dass auch Coucou für jeden Geldbeutel und jedes Craving etwas bereithält.

Weiter geht’s mit den mediterranen Spezialitäten: Pinsa Romana. Denis‘ Opa kommt aus Italien und hat ihm die Liebe für italienisches Essen mitgegeben. Anders als bei Pizza wird der Sauerteig hier mit Weizenmehl, Soja und Reis 72 Stunden lang gegärt – also viel länger als ein normaler Hefeteig. „Dadurch verdaut man viel schneller und das Essen liegt nicht so schwer im Magen“, erklärt Adrian. Die kleinen Teigfladen, die es in Rom gefühlt an jeder Ecke gibt, überzeugen auf ganzer Linie mit ihrem knusprigen Boden, ihren gesunden Belägen und ihrer Bekömmlichkeit. Ein absolutes Must-Eat, das man in München unter einer Flut von Pizzaläden sonst echt sehr selten findet.

 

Ebenfalls eher selten findet man woanders die Getränke, die Coucou anbietet: Da gibt es zum Beispiel die Münchner Chai-Kola (!) Limo „Soda’la N.01“ oder die französische Mandarinen-Limo „La Mortuacienne“. Es sind eben die kleinen Besonderheiten, die den Laden einmalig machen.

Vor dem Gâteau au chocolat warnt uns Adrian: „Achtung, das ist wirklich fast nur Butter und Schokolade.“

Unseren Nachtisch wählen wir aus der französische Glasvitrine, denn: Wenn die Franzosen eines außer Käse und Wein wirklich großartig zubereiten können, dann ist es süßes Gebäck. Unser Blick fällt auf den Gâteau au chocolat, der sofort verkostet werden muss – doch vorher werden wir noch freundlich von Adrian gewarnt – „Achtung, das ist wirklich fast nur Butter und Schokolade“. Ich sag euch, diese Kalorien sind es absolut wert. Es war wirklich der leckerste und schokoladigste Schokokuchen, den wir je gegessen haben. Zwar wirklich überaus süß – aber ein bitterer Espresso harmoniert hervorragend. Fazit: Der Coucou Food Market ist wirklich mal einen Besuch wert. Und wer nicht so schnell bis zur Nymphenburger Straße kommt, kann stattdessen den neuen, kleineren Laden an der Theresienstraße 128 besuchen.

Info

Coucou Food Market
Nymphenburger Str. 69
neu: Theresienstr. 128
München
Tel: 089 90186959

https://coucou-food.de

 

Öffnungszeiten
Mo – Sa 7 – 19 Uhr
So 10 – 19 Uhr
(So nur Nymphenburgerstr. 69)

Coucou Food Market

Nymphenburger Str. 69, München, Deutschland

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