„Auch wenn das Ambiente sich in der Pfistermühle stark verändert hat,  bleiben wir unserer gewohnten Philosophie treu und setzen zudem weiterhin auf frische Produkte von lokalen Zulieferern. Allerdings haben wir Lust Vieles und Neues auszuprobieren und damit haben wir seit dem Umbau auch schon fleißig angefangen.“, erzählt uns F&B Manager Martin Schöttle.

Die Pfistermühle ist die ehemalige Getreidemühle und Bäckerei der Hofpfisterei in der Münchener Altstadt. Sie ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen und gehört zu den meistfotografiertesten Gebäuden Münchens. 1958 erwarb die Familie Inselkammer das Gebäude des Platzl Hotels samt der Pfistermühle und tut dies auch immer noch. Ende der 80er Jahre folgte der erste Umbau in ein Restaurant, Ende 2017 dann die Rundumerneuerung. Und dabei wurde tatsächlich auch den Mitarbeitern relativ viel freie Hand gelassen und jeder konnte sich einbringen. Fun-Fact: Das Platzl Hotel, die Pfistermühle und das Wirtshaus Ayingers gehören nämlich alle zum gleichen Inhaber.

Gerade im Sommer läd das von Efeu zugewachsene Gebäude zum kurzen oder längeren Stop ein. Jeder kennt sie und jeder ist irgendwie schon einmal daran vorbeigegangen. Jetzt ist es Zeit um endlich einmal einen Blick hinter die Fassade zu werfen!

Im Erdgeschoss der Pfistermühle geht man vom einladenen Vorraum, der in die jeweiligen Gasträume “ Backstube“ „Mühlstein“, „Pfisterbach“ und „Erntekammer“. Dort wo früher der Ausschank war, befindet sich nun eine kleine Sitznische. Durch die räumlich getrennten Bereiche wirkt es unheimlich heimelig und gemütlich. Auch wenn die Küche bayrisch-modern ist, erinnert hier nichts an eine klassische Brauhausathmosphäre. Die ursprünglichen Wandvertäfelungen wurden erhalten, aber abgebeizt bis das helle Ursprungsholz wieder zum Vorschein kam. Das Holz der Tische ist mit Kaltrauch behandelt und nimmt dadurch eine dunkle, fast schwarze Farbe an. Die gewählten Materialien schmeicheln sich: von Ledersets über Holz bis hin zur Töpferkeramik des Geschirrs, von Lampenschirmen aus alten Mehlsäcken, also grobem Stoff, über das matte Metall des Bestecks.

Die Küche wird seit gut 1,5 Jahren von Küchenchef Michael Sobota geführt, der bereits in seiner Vergangenheit mit Sternen liebäugelte. In der Pfistermühle kann er ausleben, was er richtig und wichtig findet: „Regionalität ist schon lange ein wichtiger Trend in den Küchen, und die Kunden achteten immer mehr auf Transparenz“. Deswegen kommt der Großteil der Zutaten auch aus dem direkten Umfeld. Das Wild wir auf dem eigenen Jagdgrund geschossen und verarbeitet, die Seeforelle kommt vom Ammersee und die Entenleberpâté vom Gutshof Polting. Dass man Dinge gerne selber in die Hand oder ins Glas nimmt, bemerken wir direkt beim Aperitif. Der Spatzl ist ein eigens kreierter Aperitif, bestehend aus Bavarian Moonshine Orange, frischem Zitronensaft, chocolate bitter, von einem perlenden Riesling aufgegossen. Definitiv und unbedingt probieren! Dazu gibt es schon einmal vorweg ein Brot Dreierlei von der Brotmanufaktur Schmidt mit einer Portion gesalzener Butter und einer Variante mit Brunnenkresse und Paprika.

Wir wagen uns an das 5 Gang Menü und starten mit dem Entenleberparfâit mit Apfelsenfsorbet (ja genau, Eis) und Feige zu mariniertem Brotsalat. Danach runden wir das Ganze mit einem Wildkonsommee mit Champignon-Hirschravioli ab. Das in Orangebutter gebratene Saiblingsfilet aus heimischen Gefilden wird stilecht mit einer Pipette zusätzlicher Butter zum selber Träufeln serviert. Dazu gibt es geschmorten Topinambur, Babyspinat und einen Vanille-Safran Schaum. Das absolute Highlight, nicht nur unserer Meinung nach, sondern auch der von Martin Schöttle, ist die Rehnuss aus dem Sous-Vide mit geröstetem Sellerie, Wintertrüffel, Maroni, Blaukraut und Portweinsauce. Dazu ein Glas 2015-er Opus Eximum und wir sind vollends begeistert. Als allerletztes schafft es auch noch ein wunderbares Dessert aus Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern, Nougatmousse und diversen Früchten in unseren Magen. Zur Feier des Tages wird noch ein Gläschen Chiemseewasser gereicht, ein Johannisbeerlikör.

Nicht getestet aber schon vom Hören Sagen als top Idee befunden: Das Mittagsmenü! Wer mittags nicht so lange auf die verschiedenen Gänge warten will, bekommt in der Pfistermühle eine wirklich clevere Lösung aufgetischt. Die 4 Gänge gibt es alle auf einmal! Und das wunderbar angerichtet auf einem Brettl. Dazu noch einen Kaffee und man ist mit knapp 20€ dabei!

We like! Und wenn ihr das nächste Mal an dem wunderschönen Gebäude vorbeigeht, traut euch rein, es ist definitv einen Besuch wert! Und die Karte wechselt natürlich saisonal, so dass wir uns bald auf Lamm, Spargel und ähnliches freuen können.

Info

Die Pfistermühle
Pfisterstraße 4
80331 München

089 23703865
pfistermuehle@platzl.de
www.pfistermuehle.de

Öffnungszeiten
Mo-Sa: 12.00-24.00 Uhr

Die Pfistermühle

Pfisterstraße 4, 80331 München, Deutschland