Es ist Sonntagmorgen, neun Uhr. Es regnet. Uns ist kalt und wir sind auf dem Weg in ein neues Highlight an der Ecke Invalidenstraße/Brunnenstraße, um das sich schon so manche Gerüchte ranken. Es heißt, es gäbe im neuen Laden an der Ecke mehr als 20 verschiedene Kuchen pro Tag zur Auswahl. 20 Kuchen! Außerdem auch Schnecken, Herzhaftes und Zuckerfreies. Wir sind neugierig und machen uns deshalb schon eine Stunde vor der regulären Öffnungszeit auf den Weg zur schwarzen Schürze, aka. Black Apron, um noch in den Genuss aller Köstlichkeiten kommen zu dürfen.

Als wir vor der großen Glasfront stehen bleiben und dann durch die Automatiktür den Laden betreten, fällt mir zuerst die unglaublich schöne offene Küche und Backstube auf. Welch Paradies, hier zu arbeiten! Man kann direkt zusehen, wie alles frisch vor Ort gefertigt wird, und auch der Backende selbst kann mit den Kunden interagieren und sieht sofort, welche Produkte heute am gefragtesten sind.

 

Der Bäckermeister, der uns von der leicht erhobenen Plattform herunterwinkt und uns begrüßt, ist Norbert. Norbert ist gelernter Bäcker aus Münster, dem irgendwann, so erzählt er uns später gemütlich am Tisch, die Palette des deutschen Brothandwerks zu starr und unkreativ wurde. Also beschloss er, sich mehr auf Pastries zu konzentrieren, da er sich hier freier und kreativer ausleben kann. Und ihr solltet sehen, wie seine Augen leuchten, wenn er anfängt, vom Backen zu erzählen. Der Mann hat seine Bestimmung gefunden, so viel ist klar. Er hat außerdem schon auf der ganzen Welt gebacken. Mir kommt es vor, als gäbe es  beinahe kein Land, in dem Norbert noch nicht war, um vorwiegend in Hotels seine Backkunst weiterzuentwickeln und Neues zu lernen.

Vor einiger Zeit dann entschloss er sich, zurück nach Deutschland zu gehen. Auf der Suche nach einer passenden Stelle, entdeckte er einen Post auf facebook von Özlem Sögüt, eine der Besitzerinnen des ersten Black Apron Cafés in Hildesheim und so kam es, dass Norbert sich auf den Weg nach Hildesheim machte, um Özlem persönlich kennenzulernen.

 

Nun aber genug der märchenhaften Geschichtenerzählerei. Die beiden verstehen sich super und Norbert wird als Chefpatissier im Black Apron in Hildesheim angestellt. Eigentlich arbeitet Norbert immer noch hauptsächlich in Hildesheim. Als aber klar war, dass es ein neues Black Apron Café in Berlin geben soll, entscheidet das Team, dass der Chefpatissier hier bei uns beim Opening des Ladens mithelfen soll. Nach vielen Ländern und sicherlich vielen spannenden Erfahrungen haben wir ihn jetzt also hier, den Norbert. In einem großen wunderschönen Laden in Berlin. Der Laden mit der größten offenen Backstube, die ich in einem Café je gesehen habe. Und der Laden mit der schönsten türkisblauen Samtbank, auf der man sich mit seinem vollen Kuchenbauch ausruhen kann.

Wenn ich einen Job will, kann ich auch zu McDonald’s gehen und da arbeiten. Was wir hier machen, ist Leidenschaft.

Das wunderschöne Interieur des Black Apron ist eine interessante Mischung aus industriellem Design mit vielen stylischen Elementen. Man sitzt bequem im großen Raum am quadratischen Marmortisch und blickt auf eine kleine Terrasse, die im Sommer auch genutzt werden soll. Es ist hell hier, selbst an einem Regentag wie diesem Sonntag, und man fühlt sich wohl inmitten von Kakteen und Betonwänden.

 

Als das Konzept des Black Apron entwickelt wurde, war das ganze Team gemeinsam in New York. Sozusagen auf wissenschaftlicher Recherche-Reise eines Ortes, der zwei Dinge vereinen soll: fantastischen Kaffee und Gebackenes, bei dem einem sämtliches Wasser im Munde zusammenläuft. Und wir müssen gestehen, dass uns nicht viele Orte in Berlin einfallen, an denen das so gelingt wie hier. Der Kaffee ist eine Röstung aus Hannover, die von einem Freund des Teams vertrieben wird. Mein Favorit ist der Bandit, ein unfassbar schmackhafter intensiver Tropfen, der trotzdem nicht bitter schmeckt, sondern sehr rund und genau richtig dunkel geröstet. Mhhh! Falls ihr jetzt schon leicht angefixt seid, heute Nachmittag gleich mal einen Abstecher in das Black Apron zu machen, wartet noch kurz den nächsten Abschnitt ab (oder auch nicht – denn je schneller ihr da seid, desto mehr Auswahl habt ihr noch!).

 

Als das Konzept des Black Apron entwickelt wurde, war das ganze Team gemeinsam in New York. Sozusagen auf wissenschaftlicher Recherche-Reise…

Wir kommen zum wichtigsten Teil: Kuchen.
Ich habe ja schon erwähnt, dass die Auswahl gigantisch ist. Dass Norbert im Backen keiner was vor macht, ist sowieso klar. Ebenfalls logisch ist, dass Gebackenes, das aus dieser wunderschönen Küche kommt, eigentlich nur herrlich sein kann. Und wie erwartet trifft mich die pure Begeisterung: Es ist wie eine himmlische Offenbarung. Herrgott, warum bin ich nicht schon viel früher hierher gekommen und habe mich in diese Vitrinen hineingelegt? Die Antwort bleibt offen. Sicher jedoch ist: Ich komme zurück.

 

Wir essen ausschließlich köstliche Teile und I don’t know where to begin…

 

Der Käsekuchen-Brownie: eine köstlich gelungene Mischung aus zwei absoluten Klassikern. Nobert kann zaubern: ein wahnsinnig saftiger, schokoladiger Brownieboden mit einem gewissen Biss. Darauf eine Schicht quarkiger Käsekuchen und darauf nochmals etwas cremige Schokolade, die schon beim Ansehen zart in meinen Gedanken zerschmilzt. Köstlich!

 

Der Cheesecake: Ein Klassiker, den meiner Meinung nach, jedes Café beherrschen sollte. Hier in einer fehlerfrei köstlichen Variante, die alles bietet, was ein Cheesecake bieten muss: ein Boden aus Granola-Cookies zum Reinlegen und eine quarkige Masse aus Frischkäse (der demnächst auch im Hause black apron selbst gemacht werden soll!) zum Niederknien!

 

Die Zimtschnecke und die Pistazienschnecke: Muss man probiert haben. Wer von so manch geliebtem Schneckenladen im feinen Berlin nicht genug bekommen kann, dem sei geraten: probiert mal Norberts‘ Schneckis. Die sind ehrlich köstlich. Warm und weich, fluffig und duftend liegen sie auf ihren Tellern. Gefüllt entweder zimtig oder mit Pistazien und bedeckt von Zuckrigem oder Nussigem. Ich kann nicht sagen, welche ich besser finde. Wir lieben beide.

 

Die Great Tart: die Great Tart ist ein bisschen der Exot im Kuchenregal hier. Schillernd liegt sie da und will bestaunt werden. Und Bewunderung hat sie verdient, denn diese Köstlichkeit ist roh, vegan, zuckerfrei und glutenfrei. Ein Hoch auf Norbert von allen, die sich in zuvor genannten Essensstilen wiederfinden. Auf einem Boden aus Kokos, Mandeln und Rosinen befindet sich eine cheesecake-ähnliche Kokosmasse, die herrlich schmeckt. In Kombination mit dem Himmbeerspiegel on top, der dem Ganzen eine gewisse Säure verleiht, ist die Great Tart eine ganz besondere Kreation und sollte unbedingt probiert werden!

 

Der Zitronenkuchen (wie Norbert sagt: einer der unterschätztesten Kuchen): ein weiterer Klassiker und wie alle zuvor genannten süßen Wunder sehr gut gelungen. Ich fasse mich kurz: besonders zitronig, besonders saftig, besonders weich schmelzender Zuckerg(en-)uss.

 

 

Lecker, lecker, lecker. Danke besonders an Norbert für diese süße Reise und die unglaubliche Herzlichkeit und Wärme, mit der wir von Dir im Black Apron empfangen wurden!

Info

Black Apron
Invalidenstraße 1
10115 Berlin

030 91 46 94 49
www.blackapron-bakery.com

Öffnungszeiten
Mo-Fr: 07:30 – 19:00 Uhr
Sa u. So: 10:00 – 19:00 Uhr


Warning: Invalid argument supplied for foreach() in /www/htdocs/w01243b5/eichmeister.de/site_urban-pioneer/wp-content/themes/eichmeister/em-content/templates/tpl-em-google-maps.php on line 3
#berlin#cafe#food#fruehstueck#kuchen#trend