Es gibt viele Dinge, die sich in den letzten Jahren rapide verändert haben. Die Art, wie Smartphones unsere Kommunikation verändert haben oder wie wir mit Hilfe von Kapseln unseren Kaffee zubereiten. Doch bei der Zubereitung unseres Essens hat sich bis auf ein paar technische Neuerungen seit Jahrhunderten nicht wirklich viel verändert. Zwar erleichtern einen Induktionsherde, Zauberstäbe und Co die Zubereitung ein wenig, aber das Prinzip ist bis heute dasselbe geblieben: Herd an, Essen in den Topf, umrühren und ab auf den Teller. Doch was wäre, wenn man ab sofort Sterneküche per Knopfdruck in einem Automaten zubereiten könnte?

Klingt verrückt? Genau das ist aber ab sofort möglich. Für gerade einmal 199 Euro gibt es den ChefCuisine zu kaufen. Eine Maschine, die nach dem Nespresso-Prinzip mit Hilfe von Essenskapseln auf Knopfdruck feinste Gourmetspeisen zubereitet. Dabei geben kleine Mikrochips in den Kapseln die individuelle Garzeit an das Gerät weiter. Patrone rein, Knopf drücken, warten und schon kann genossen werden. Entwickelt wurde das Gerät unter der Federführung des ehemaligen Nestlé-Manager Jonathan Pennella in enger Zusammenarbeit mit Anne-Sophie Pic – der einzigen Köchin Frankreichs, die es schaffe sich drei Sterne im Guide Michelin für ihr Restaurant zu erkochen. Das merkt man auch schnell an der Auswahl der Speisen. So gibt es zum Beispiel Jakobsmuscheln auf Linsen oder Gänsestopfleber auf einem Bett von Zitronengellee. Gänsestopfleber gestopft in eine Essenskapsel? Klingt zugegeben mehr als skurril. Soll aber laut diversen Essenskritikern wirklich schmecken. So exquisit wie die Gerichte sind allerdings auch die Preise. Zwischen sechs und sechzig Euro muss man pro Essen berappen, um sich auf Knopfdruck durch den Roboter-Küchenchef verwöhnen zu lassen. So kostet ein Rinderfilet mit Soja und Honig, Mungosprossen, Ingwer und knusprigem Gemüse beispielsweise 20 Euro. Minimal günstiger als im Restaurant, dafür ohne Service und Erlebnis.

Doch neben dem Preis gibt es an der Maschine noch weitere Haken. Zubereitet werden kann immer nur ein Gericht gleichzeitig. Das heißt: Entweder man gönnt sich zwei Maschinen, hofft, dass der eingeladene Gast keinen Hunger hat oder isst am besten gleich alleine. Laut diverser Presseberichte, zittern die Spitzenköche schon um ihre Jobs. Ob übertrieben oder nicht, Fakt ist, dass nicht nur Köchen die Maschine für Single-Gourmets ein Dorn im Auge sein dürfte, auch Umweltschützer werden in Hinblick auf die Nachhaltigkeit ihre Bedenken haben. Dank der eingebauten Technik wird bei jeder Zubereitung Elektroschrott in allen ChefCuisine-Haushalten produziert. Wem das egal und der französischen Sprache mächtig ist, kann auf der ChefCuisine Website zuschlagen.

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