In der Brasserie Colette im Glockenbachviertel wird gehobene Wirtshausküche aus Frankreich serviert. Französische Klassiker werden modern interpretiert und mit asiatischen Einflüssen kombiniert. Wie ein kleiner Ausflug zum Dinner nach Paris. Der Berliner Sternekoch Tim Raue steckt hinter dem Konzept, das es auch in Konstanz und Berlin gibt – französische Küche a la Tim Raue sozusagen.

Das Tim Raue nicht persönlich in allen drei Restaurants hinter dem Herd steht müssen wir wahrscheinlich nicht extra betonen. Als Namensgeber und Initiator des Konzepts „Brasserie Colette“ steckt aber eine ordentliche Portion „typisch Tim Raue“ in den Gerichten. Der Spitzenkoch ist bekannt für das Zusammenspiel dreier Elemente: Süße, Säure und Schärfe. „Bei uns werden die Geschmacksnerven ein wenig herausgefordert und sicherlich überrascht.“, verrät uns Restaurant Leiter Wilhelm Ketteler.

Das Restaurant liegt in der Klenzestraße, direkt neben einer Residenz für betuchte Senioren, dem Tertianum, für das Tim Raue das Gastronomiekonzept entwickelt hat. Wie auch schon in Konstanz und Berlin. Wer bei Senioren an altbacken und langweilig denkt liegt allerdings völlig falsch. Hier werden alle Altersklassen angesprochen und eben diejenigen, die sich kulinarisch etwas gönnen wollen, das ist völlig unabhängig vom Alter. In der Brasserie Colette werden gekonnt Materialien und Stile gemixt. Vintage Möbel treffen auf moderne Brasserie-Elemente, so steckt das Besteck beispielsweise in goldenen Konservendosen. Professionell und dennoch leger, einfach zum Wohlfühlen.

Zusammenspiel aus Süße, Säure und Schärfe

Spätestens bei dem Blick in die kleine, aber feine Karte wird der französische Einfluss deutlich. Artischocke mit dreierlei Dips, Entenleberterrine mit Getreide & Traube, oder Thunfischtatar mit Tomaten, Passionsfrucht  & Basilikum sind nur drei wohlklingende Vorspeisen auf der Karte. Und noch während man überlegt wie sein persönliches Menü aussehen soll, stellt Wilhelm Ketteler ein Glas mit Essiggurken auf den Tisch. Unser Blick hat uns wohl verraten, als Gruß aus der Küche hatten wir bislang noch nicht das Vergnügen mit süß, sauer eingelegten Gurken. Völlig zu Unrecht, denn Tim Raues „Cornichons“ müssen sich alles andere als verstecken und so fischen wir genüsslich ein Gürkchen nach dem anderen aus dem Glas.

Als Vorspeise entscheiden wir uns dann für die Garnelen Marocain und was sollen wir sagen, besser hätten wir es nicht treffen können. Die Garnelen werden in Tempura ausgebacken und mit Pistazienkernen umhüllt. Ein Hauch Rose, sowie feine Litschistreifen runden das Gericht perfekt ab.

Weiter geht es mit Pulpo, Kalbskopf Sud, Sauce Béarnaise & Topinambur. Ein leichtes, aber sehr köstliches Gericht ohne viel Schischi. Zum Abschluss genehmigen wir uns eine Crème Brûlée mit Meringue, Papaya und Orangenblüte. Die Karamellkruste knackt viel versprechend und die Créme zerschmilzt mit einem feinen Vanillegeschmack auf der Zunge. Bei einem Nachschlag würden wir sicher nicht nein sagen!

Wir sind fair & ehrlich. Unser Konzept ist für jedermann.

Neben einer festen Karte gibt es regelmäßig wechselnde Menü-Specials. Im Oktober, wie soll es anders sein, gibt es ein Oktoberfest Menü. Das mag auf den ersten Blick abschreckend wirken, passt das denn hier her. Ja tut es! Getreu dem Motto „Klassiker neu interpretieren“ werden hier typische Oktoberfest Spezialitäten in einer neuen Form gezeigt. Los geht es mit einem Steckerlfisch aus Forelle, zu dem Grünkohl und Traube kombiniert werden. Gefolgt von einer Breznsuppe mit Wellfleisch. Zum Hauptgang wird ein Schweinbraten vom Cebo Iberico Schwein mit Rotkohl und Kartoffelpüree serviert. Man darf hier keinen klassischen Schweinebraten erwarten, aber dafür kommt man sicher auch nicht in die Brasserie Colette. Hier isst das Auge mit und alle drei Elemente, für die Tim Raue so bekannt ist, sind vertreten.

Wählt man die 4 Gänge Variante kann man sich entscheiden ob man lieber mit Obatzda oder mit Apfelkücherl abschließen möchte. Bei 5 Gängen kommt man in den Genuss beider Gänge. Unsere Empfehlung ist jedoch ganz klardie Apfelkücherl auf keinen Fall zu verpassen. So gar nicht klassisch und richtig unkonventionell werden einem zwei kleine Schälchen vor die Nase gestellt. In einem der ausgebackene Apfelkücherlteig, ohne Apfel! In dem anderen ein feiner Vanilleschaum auf geliertem grünen Apfel, den man beinahe übersieht, taucht man den Löffel nicht ganz bis zum Boden ein. Die Kombination aus beiden ist sensationell und obwohl das Créme Brûlée bereits überzeugt hat, die Apfelkücherl sind unschlagbar.

Info

Brasserie Colette
Klenzestrasse 72
80469 München

089 230 02 555

muenchen@brasseriecolette.de
https://www.brasseriecolette.de/de/muenchen

Öffnungszeiten
Mo-So: 18.00-23.00 Uhr

 

Brasserie Colette

Brasserie Colette Tim Raue, Klenzestraße, München, Deutschland

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