Ein wunderschön renoviertes Gutshaus, herzliche Gemütlichkeit, bodenständig anspruchsvolles Essen und ein Ort zum Durchatmen. Das findet man im Restaurant August und Maria im Brauereigasthof Hotel Aying. Denjenigen, denen es wir mir schwerfällt, Städte oder Stadtteile mit „ing“ -Endung den Himmelsrichtungen zuzuordnen, denen sei gesagt: Vom Münchner Marienplatz Richtung Südosten bis nach Aying braucht man gute 30 Minuten mit dem Auto und 50 Minuten mit der S-Bahn. Also kein Hexenwerk!

Und wie das im Münchener Umland so ist, man fährt eine halbe Stunde „raus“ und hat das Gefühl, dass man endlich einmal wieder loslassen kann, die Natur genießt und freundlicher Bodenständigkeit begegnet. Und nicht nur deswegen sollte Aying unbedingt auf eurer Wochenend- Ausflugsliste stehen!

Bevor wir jedoch anfangen, über die wunderbare Küche im August und Maria zu berichten und Küchenchef Mario Huggler zu loben, wollen wir kurz mit euch einen historisch-geschichtlichen Backflip begehen und uns mit der Frage beschäftigen, wer denn eigentlich August und Maria sind. 1878 wurde in Aying die gleichnamige Brauerei von Johann Liebhard gegründet. Johanns Tochter, Maria Zehentmair, und ihr Mann August, führten die Bau- und Gründungsgeschichte fort und errichteten 1923 an dem Ort, an dem heute noch der Brauereigasthof Hotel Aying zu finden ist, ein Gasthof. In liebevoller Erinnerung an die Familie, wurde das Restaurant den beiden namenstechnisch gewidmet und erscheint nach einer aufwendigen Renovierung im Jahre 2017 in vollem Glanze. Heute wird das Ensemble bereits in der 7. Familiengeneration geführt.

Im Bauereigasthof Hotel Aying kann man allerdings, wie der Name schon vermuten lässt, nicht nur vorzüglich im Restaurant August und Maria speisen, sondern eben auch nächtigen. Dabei gibt es insgesamt 48 Zimmer, von denen der Großteil direkt im Gasthof zu finden ist, und noch weiteren Übernachtungsmöglichkeiten im gegenüberliegenden, alten Herrenhaus. Das Herrenhaus hat damals die komplette Familie Zehentmair, spätere Inselkammer, beherbergt. Im Zuge der neuesten Renovierung wurde versucht, zu erhalten, was zu erhalten ist und renoviert, was Bedürftigkeit hatte. Den Charme alter Zeiten zu konservieren, ihn aber auf moderne Art und Weise, elegant in das Jetzt zu katapultieren, sollte das Credo sein. In diesem Zuge wurde jedes Zimmer nach einem der Familienmitglieder benannt und versucht, den jeweiligen Charakter in der Neugestaltung der Zimmer wiederspiegeln zu lassen. Die große Küche, die zu früheren Zeit nicht nur dazu diente, die Familie zu bekochen, sondern auch das Personal der Brauerei Aying, wurde so erhalten und ist den Gästen zugänglich.

Aber nun zurück zum wahrlich leckersten Teil: Dem Essen im Restaurant August und Maria. Nicht nur der Sitzbereich im Haus, sondern auch der Wirtsgarten sind mit großer Liebe zum Detail gestaltet worden. Charmante, ländliche und naturnahe Details vereinen sich mit modernen Elementen und wohnlichen Accessoires. Damit schafft das August und Maria meisterhaft den Spagat zwischen bodenständigem Gasthof-Interieur und hochklassig-zeitgemäßem Ambiente. Ebenso meisterhaft zaubert Küchenchef Mario Huggler aus regional-saisonalen Produkten raffiniert interpretierte Klassiker. Besonders angetan haben es ihm nicht nur die Süßwasserfische der Region, sondern auch die unterschiedlichen Biersorten der hauseigenen Brauerei Aying. Im Zuge dessen gibt es nicht nur einige Gerichte, die sich an Bier als Zutat erfreuen dürfen, sondern sogar Menüs mit spannender Ayinger Bierbegleitung.

„Bei uns steht immer das Produkt und sein Geschmack im Vordergrund. Die Kochkunst besteht darin, es so zu verfeinern, dass es zu etwas Besonderem wird“, erklärt Mario Huggler seine Küchenphilosophie

Dass sich die Familie und das Thema Bier konzeptionell durchzieht, merken wir bei unserem Aperitif namens Gustl, der Kurzform von August. Eine Mischung aus Gin, Rosmarin, Jahrhundertbier und Wildberry Tonic schunkelt uns munter in den Abend. Und nicht nur den Gustl gibt es, sondern auch den Johann und die Theresia! Auch das von der benachbarten Bäckerei extra hergestellte Brot mit Biermaische, nimmt das Thema galant wieder auf.

Wir starten mit einem kleinen, sehr feinen Gruß aus der Küche, bestehend aus gebratenen Jakobsmuscheln in Curryvinaigrette mit viel grünem Apfel und Mandelcreme. Danach folgt eine farbenfrohe Kreation aus gebeiztem, schottischen Wildlachs mit Avocado-Creme und einer Vinaigrette aus Rhabarber und Staudensellerie. Das Poltinger Lamm verwöhnt uns darauffolgend in Form einer lauwarmen Terrine mit Bohnensalat und Kräutersud. Aber das absolute Highlight für uns bleibt die Seeforelle aus dem Lechtal, mit Kartoffel-Meerrettich-Püree, Staudensellerie und Schnittlauchsauce. Locker, leicht und trotzdem raffiniert im Geschmack.

Zum Finale und damit zum Grand Dessert, gibt es Mango-Creme mit Bierkaramell, Knusperboden, Himbeerbaiser und Bierschaumeis. Begleitet wird dies von einer kleinen, uns bis dahin unbekannten, aber in Aying noch gelebten Tradition: Dem Bier stacheln!
Dabei wird ein heißer Metallstab in das kalte Bier gehalten, sodass der Restzucker im Bier karamellisiert wird und das Gebräu so einen sehr angenehmen und runden Geschmack bekommt. Durch die Hitze wird der Schaum nicht nur weich und cremig, sondern eben auch warm, was in Kombination mit dem noch kälteren Bier eine wahrliche Besonderheit ist. Gerade dunkle Biere, in unserem Falle, der Celebrator Doppelbock, werden durch das Stacheln weicher im Geschmack sind damit eine perfekte Dessertbegleitung.

Ein wahrlich toller Abend, der unbedingt nach einer Wiederholung ruft. Ein Ort, an dem man der Großstadthektik entfliehen und bei charmanter Gastfreundlichkeit, hochwertigem Essen und tollem Ambiente eine wunderbare Zeit verbringen kann.

Info

August und Maria
im Brauereigasthof Hotel Aying
Zornedinger Strasse 2
85653 Aying

08095 90650
info@august-und-maria.de
www.august-und-maria.de

Öffnungszeiten
Do-Mo: 11.30-14.30 Uhr und 18.00-22.00 Uhr

 

August und Maria im Brauereigasthof Hotel Aying

Zornedinger Straße 2, Aying, Deutschland

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