Eine spektakuläre Landschaft, einige kleine Dörfer, aber vor allem der Zugang zu Österreichs größtem Ski-Gebiet zeichnen das Großarltal aus. Inmitten dieser wunderbar, herrlich verschlafenen Idylle lädt das „Das Edelweiss – Salzburg Mountain Ressort“ wahlweise zum Erholen oder Skifahren ein.

Platz, wir lieben Platz!

 

„Platz ist durch nichts zu ersetzen“, erwidert uns die Inhaberin Karin Hetteger bei einem Glas Rose nicht ganz ohne Stolz, als wir uns von der schieren Größe des Hotels beeindruckt zeigen. Zugegeben, als wir vor einigen Tagen in das Hotel eingecheckt haben, konnte ich mir keine Vorstellung davon machen, was mich hinter den Mauern erwarten würde. Weder der für ein Berghotel typische Name „Das Edelweiss“ noch die klassische Fassade, die sich einem bei der Ankunft im Großarltal nahe Salzburg präsentiert, werden dem Inneren nur ansatzweise gerecht, wie die kommenden Tage zeigen werden.

 

Nachdem das Auto in der Tiefgarage geparkt war und wir die Lobby durch den Fahrstuhl betraten, waren wir für einen kurzen Moment sprachlos – und das passiert mir dann doch eher selten. Die Lobby, eine Mischung aus Empfangsbereich, Bar und Aufenthaltsraum ist dermaßen großzügig und stilvoll, dass man glatt vergessen kann, nicht inmitten eines fünf Sterne Hauses in London, Paris oder New York gelandet zu sein. Dass wir uns hier nur wenige Meter neben dem Skilift befinden, der die Gäste in das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs Ski Amadé befördern, habe ich zu dem Zeitpunkt spätestens vergessen. Klassische Elemente aus dem Alpenraum verschmelzen hier mit extrem stilvollen Design-Lampen und Möbeln, die extra für das Hotel von dem zuständigen Architekturbüro entworfen wurden. Dieser Eindruck begleitet uns auch als wir nach dem wahnsinnig netten Einchecken von der Chefin kurz durchs Haus geführt werden, wobei das Wort „Haus“ eine schiere Untertreibung darstellt.

Das Gebäude, das wir von der Straße aus sehe konnten, ist nur ein Teil der Hotel-Anlage, die im Rahmen der Renovierung um einen modernen, wunderschön in den Hang eingebetteten Holz-Neubaus erweitert wurde. Genau in diesem liegt auch unsere großzügige Junior-Suite, in der man das Gefühl hat, dass sich endlich mal jemand wirklich Gedanken um die Bedürfnisse der Gäste gemacht hat. Mini-Bar? Aufgefüllt und so lange inklusive bis sie leergetrunken ist. Dazu steht ein gekühlter Prosecco mit einem persönlichen Gruß bereit. USB-Anschlüsse? Direkt neben den Betten, genauso wie die zentrale Steuerungseinheit des Lichts. Aber zurück zum Platzangebot, denn der erste Eindruck der Lobby bewahrheitet sich auch in unseren vier Wänden der nächsten Tage. Auch hier treffen traditionelle Materialien wie Holz und Stein auf sehr geschmackvolles Design.

 

Wo ist er, der Haken?

 

Als wir gemeinsam das Hotel im Vorfeld des Kurzurlaubs begutachteten, war ich zugegebenermaßen zuerst etwas skeptisch. Da war von diversen Pools auf mehreren Ebenen, eine gigantische Spa- und Saunalandschaft mit diversen Ruhezonen, zwei Restaurants und dazu ein über drei Stockwerke angelegter Indoor-Wasserrutschenpark die Rede. Zu dem Zeitpunkt sah ich vor meinem inneren Auge jede Menge schreiende Kinder mit aufblasen Tieren, die sich gemeinsam mit ihren Eltern und den restlichen Urlaubern von Stockwerk zu Stockwerk vorarbeiten und dabei supermarktkassenartige Schlangen in einer disneylandhaften Alpenchic-Umgebung bilden.

 

Doch genau das Gegenteil ist im „Das Edelweiss“ der Fall. Trotz des unglaublichen Angebots beschleicht einen eher das Gefühl in einem Boutique-Retreat gelandet zu sein als in einem Hotel mit knapp 140 Zimmern. „Das freut mich sehr zu hören, denn wir wissen sehr gut, dass unseren Gästen ihre Privatsphäre wichtig ist. Daher haben wir versucht alles etwas großzügiger anzulegen bzw. sehr viel großzügiger“, entgegnet mir Karin Hetteger als ich ihr wenig später erneut bei meinem erneuten Rundgang auf dem Gang begegne. Die Erholung der Gäste steht für sie und ihre Familie schließlich im Mittelpunkt. Sie betont in diesem Rahmen auch extra nochmal die Kinderbetreuung, die dafür sorgt, dass auch Eltern in den Genuß des Adult-Bereichs inklusive Spa und Infinity-Pool mit Blick auf die österreichischen Alpen genießen können, während die Kleinen im Pool plantschen oder sich eine der vielen Rutschen herunterstürzen.

Wer mitdenkt, macht Gäste glücklich!

Spätestens als wir uns zum Abendessen einfinden, bereue ich das erste Mal, dass wir dieses Wochenende ohne den Sohnemann verbringen, denn das Nachspeisen-Büffet, dass nach unserem Menü angeboten wird, würde seine Augen nicht nur zum Leuchten bringen, sondern seine Zucker-Enorphin-Ausschütten in ungeahnte Höhen schießen lassen. Frisch zubereitete Pfannkuchen, Churros mit diversen Soßen und Toppings, Früchte in Hülle und Fülle, eine Creme-Brulee-Flambierstation und nicht zu vergessen eine Selbstbedienungs-Eistheke sind mehr Angebot als ich es jemals in einem Hotel erlebt habe.

 

Um das ganze Angebot nicht den anderen Gästen und ihren Kindern zu überlassen, werde ich dann selbst nochmal zum Kind und probiere mich durch das Potpourri an Leckereien. Auch beim Konzept, ein Büffet mit einem Menü zu kombinieren, stellt sich aus Volltreffer heraus. Bereits beim Frühstück blieben hier kaum Wünsche offen. Und auch allabendlich überzeugt das Konzept erneut: So stehen drei verschiedene Menüs zur Auswahl: Das Regionalmenü vereint das Beste der alpenländischen Küche wie Wild und Kalb, bei der Grenzenlos-Menüabfolge bilden feinste Produkte aus der ganzen Welt die Grundlage und auch für Veganer gibt es jeden Tag eine mit Liebe zusammengestellte Auswahl in Menüform. Natürlich kann man die verschiedenen Menüs untereinander kombinieren, denn wie bereits mehrfach erwähnt, wird hier immer zuerst an den Gast gedacht.

 

Um doch noch Schwachstellen ausmachen zu können, lasse ich mir ohne große Erwartungen die Weinkarte bringen und komme ins Grübeln. Nicht wegen aus Mangel an Auswahl, sondern weil ich nicht erwartet hätte eine so sensationell gut zusammengestellte Weinkarte in einem Alpen-Resort vorzufinden: Hier treffen wunderbare Naturweine auf große Gewächse aus Deutschland und Österreich und so fällt mir die Auswahl genauso schwer wie die Auswahl des passenden Pools während des Tages. Nachdem auch noch der Whisky Sour danach perfekt ist, geben wir uns geschlagen und verkrümeln uns mit einer zweiten Flasche Wein auf die Terrasse ins Zimmer.

„Mit der Zeit gehen und dabei die Wurzeln nicht vergessen. Von der Vision zur Wirklichkeit, vom Hotel zum Resort. Wir haben uns und Ihnen einen Traum erfüllt.“ heißt es auf der Website.

So wie der erste Tag endet, gehen die nächsten Tage weiter: Die Entscheidung, wo wir unsere hart verdiente Auszeit innerhalb des Hotels genießen, bleibt schwierig. Ganz im Gegenteil zu der Antwort auf die Frage, ob wir wiederkommen werden. Ob mit Kind oder ohne, ob im Winter zum Skifahren oder zum herrlichen Nichtstun im Sommer steht noch nicht fest. Aber dafür bleibt auch noch Zeit. Schließlich haben wir in den vergangenen Tagen gelernt uns nicht zu hetzen.

Info

Das Edelweiss – Salzburg Mountain Resort
Unterbergstraße 65
5611, Österreich

www.edelweiss-grossarl.com

Das Edelweiss - Salzburg Mountain Resort

Unterbergstraße 65, 5611, Österreich

#edelweiss#großarltal#resort#salzburgerland#spa#wellness