In dieser Flasche schlagen zwei Herzen: das des bodenständigen Hamburger Nordens und südeuropäische Emotionalität. Zusammen ergibt das portugiesisches Lebensgefühl aus Altonaer Manufaktur. Oder kurz: Gin Sul. Wie der Gin aus der weißen Tonflasche schmeckt, die schon im Regal mediterranes Flair versprüht, haben wir für euch getestet.

Gin? Gin! Und der Rest ist Geschichte…

Die Idee hinter Gin Sul wurde, wo auch sonst, in Portugal geboren. 3000 Kilometer südlich von Deutschland, am westlichsten Rand Europas, an der rauen Atlantikküste., die nicht nur Surfer und solche, die es werden wollen, magisch anzieht. Denn hier liegt das verschlafene ehemalige Hippie-Dorf Odeceixe. Auf den Atlantikklippen zwischen dem Alentejo und der Algarve wachsen die Lackzistrosen, die dem Gin Sul sein einmaliges Arima verleihen. Ihr süßlich-würziges Harz vermischt sich auf den Steilklippen mit der salzigen Brise des Meeres und dem ätherischen Öl der Wacholderbüsche und wird so einem unverwechselbaren Duft des Südens. Denn „Sul“ bedeutet Sonne. Sonne, abgefüllt in einer weißen Tonflasche.

Die Schönheit des Einfachen

Ein guter Gin braucht nicht viel! 1.000 verschiedene Botanicals in einer Flasche? Muss nicht sein. Wenige ausgewählte Zutaten? Ja, gerne! Denn neben Bio-Wacholderbeeren sind es vor allem die saftigen, unbehandelten Zitronen aus den Gärten der Algarve, die Gin Sul mit dem sonnigen Geschmack des Südens versehen. Jede Woche werden diese Zutaten frisch aus Portugal nach Altona geliefert. Dort duftet dann die kleine Destillerie als wahrscheinlich einziger Teil des kühl-rauen Nordens auf einmal herrlich nach Zitronen.

Einfache, aber frische und beste Botanicals, eine liebevolle Destillation in sehr kleinen Batches und feine, mediterrane Zitrusnoten zeichnen Gin Sul aus.

Portugal in Altona

Mitten in Altona, etwas versteckt in einem Hinterhof, liegt die Manufaktur. Handbemalte portugiesische Fliesen umrahmen die kupferne Brennblase. So kommt das Fernweh-Feeling nicht nur in die Flasche, sondern eben auch an die Wand. Portugal ist hier überall präsent. Das junge Team um Gründer Stephan Garbe destilliert hier täglich den flüssigen Süden von der Costa Vicentina. Auf ihrem Weg über Helm und Geistrohr müssen sich die Alkoholdämpfe der Mazerate durch den Geistkorb kämpfen, der jeden Morgen mit frischen Zitronenschalen, Rosmarinzweigen und Rosenknospen befüllt wird. So entsteht das Bouquet des Gin Sul – eine Liebeserklärung an den Sehnsuchtsort Portugal.

„Saudades – nur Portugiesen können dieses Gefühl kennen. Weil nur sie dieses Wort besitzen, um es wirklich beim Namen zu nennen.“ – Fernando Pessoa

Saudade, abgefüllt in einer Flasche

Saudade. Ein wunderschönes portugiesisches Wort, das man so eigentlich gar nicht übersetzen kann. Ich versuche es trotzdem mal: Saudade, das ist ein Gefühl, eine Sehnsucht, eine Art Weltschmerz. Das ist etwas, das so schön ist, dass es einen gleichzeitig glücklich und traurig macht. Etwas, das man nicht greifen kann. Wie der Sonnenuntergang über dem Atlantik, der wunderschön ist, aber auch eine gewisse Melancholie hervorruft. Und Saudade ist es auch, wenn man den Korken eines Flasche Gin Sul öffnet, ihn auf Eis schenkt, kaltes spritziges Tonic Water dazu gibt – und man auf einmal den Geschmack von portugiesischen Zitronen in der Nase hat.

 

Hochprozentiges Aushängeschild der Hansestadt? Oder doch eher „Saudade distilled in Hamburg“? Unser Fazit: Beides! Denn Gin Sul konserviert ein Stück portugiesisches Fernweh für nordische Seelen.

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